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19.04.2011

Zweifel an Preisexplosion

Energieagentur Dena erwartet hohe Kosten für Energiewende / Grüne: »Horrorzahlen«

Die Mehrheit der Bürger will schnell raus aus der Atomkraft – doch noch rätselt Deutschland, wie teuer die neue, grüne Stromwelt wird. Die Energieagentur Dena rechnet mit drastischen höheren Strompreisen. Die Grünen sagen, Schwarz-Gelb arbeite mit »Horrorzahlen«.

Berlin (Agenturen/ND). In der Debatte über Atomausstieg und Energiewende sind Zweifel an dramatischen Kostenprognosen laut geworden. Es gebe »einen Überbietungswettbewerb, was Angaben zu den Kosten angeht«, kritisierte der Präsident des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, am Montag. Billen verlangte, die Strompreise bezahlbar zu halten, wertete aber moderate Preiserhöhungen als akzeptabel. Die Verbraucher seien zum Beispiel zugunsten eines schnellen Atomausstiegs »bereit, etwas mehr für Strom zu zahlen«.

Auch der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung für Umweltfragen, Martin Faulstich, wandte sich gegen übertriebene Kostenprognosen. Er schätzte vorübergehende Mehrkosten beim Strom für einen Vier-Personen-Haushalt durch Atomausstieg und Energiewende auf zehn bis 20 Euro im Monat. »Ich glaube, das ist zu verkraften, zumal es ja auch beim Energiesparen noch etliche ungenutzte Potenziale gibt«, sagte der Umweltexperte.

Zur generellen Vorsicht bei den Kostenschätzungen mahnte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Zum einen werde der Strompreis von sehr vielen Faktoren beeinflusst, die oft gar nicht von Deutschland aus beeinflussbar seien; zum anderen würden Kosten etwa für den Netzausbau über Jahrzehnte hinweg anfallen. Der Vorstandschef der Solarworld AG, Frank Asbeck, sagte dem Düsseldorfer »Handelsblatt«, für einen schnellen Atomausstieg müssten zunächst bis 2015 nur etwa 250 Kilometer zusätzliche Stromleitungen gebaut werden.

Die halbstaatliche Energieagentur Dena hält einen Atomausstieg bis 2020/25 für machbar – erwartet dann aber einen deutlichen Strompreisanstieg um rund 20 Prozent. »Diese Wende wird kein leichtes Manöver, das muss allen klar sein und klar gemacht werden«, sagte der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler. Der Strompreis könne um 4 bis 5 Cent pro Kilowattstunde anziehen. Ein Knackpunkt sei der Netzausbau. Die Dena spricht bei den fehlenden Stromautobahnen inzwischen von 4500 fehlenden Kilometern – bisher waren rund 3600 Kilometer genannt worden.

Die Grünen kritisierten, die Regierung wolle mit überzogenen Kostenschätzungen die Bürger verunsichern. Parteichefin Claudia Roth sagte: »Wir erwarten von Frau Merkel, dass aufgehört wird, mit Horrorzahlen Angstmacherei zu betreiben.« Gerade die Dena spiele eine unrühmliche Rolle. »Zweifel an der Expertise sind berechtigt, weil diese Studie ja von den vier Stromkonzernen mitfinanziert wurde.« Zur Ehrlichkeit in der Kostendebatte gehöre, dass der Atomstrom am teuersten sei und in den vergangenen Jahrzehnten mit 186 Milliarden Euro subventioniert worden sei, so die Politikerin. Die Atomwirtschaft bestreitet diese Summe.

Die Linkspartei forderte die Wiedereinführung einer staatlichen Preisaufsicht. »Die Gewinnmargen der Energiekonzerne sind groß genug, um die Energiewende ohne zusätzliche Belastungen für die Bürger zu meistern«, sagte Bundesgeschäftsführerin Caren Lay.

Am Montagabend hat sich die von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingesetzte Ethik-Kommission auf Schloss Liebenberg bei Berlin zu einer Klausur getroffen. Unter dem Vorsitz von Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) und dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, sollte das gesellschaftliche Für und Wider der Kernenergie diskutiert werden. Ende Mai legt die Kommission ihren Bericht vor.

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