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Von Sarah Liebigt
23.04.2011

Kein Geheimtipp mehr

Clueso und Band spielten in der ausverkauften Arena Berlin

Clueso
Clueso

»Ich glaub', ich brauch' frische Luft.« Die Luft ist stickig, fast dampfig. In der ausverkauften Halle steht die Hitze schon lange vor Konzertbeginn. Überall versuchen Hände für ein paar Sekunden Kühle herbeizuwedeln, sehnen Einzelne den Saisonstart der Open-Air-Konzerte herbei.

Am Mittwochabend spielten Clueso und Band in der Arena Berlin. Seit rund einem Monat ist der Thüringer Sänger, Songwriter und Produzent auf Tour zum neuen Album »An und für sich«, das Ende März erschienen ist. Das Album ist das fünfte Studioalbum, mit »Text und Ton« veröffentlichte Clueso 2004 sein erstes, noch Raplastiges Werk.

Das Konzert wird eröffnet von Max Prosa, der, begleitet von Gitarre, Mundharmonika und Schlagzeug, eigenwillige Lieder über Sturm und Liebe singt. Mit sichtversperrenden Wuschelhaaren, Knitterhemd und passender Baskenmütze gibt der gerade mal 21-Jährige Texte zum Besten, die in schönen Bildern von Wut und Mut, Verzweiflung und Lebenslust erzählen.

Zur Umbaupause schließlich wird ein weißer Vorhang vor die Bühne gezogen, auf den später Lichtspiele und Videosequenzen projiziert werden und der je nach Lichteinfall durchsichtig wird. Beispielsweise zu »Straßen sind leer« ziehen endlos Laternen am Publikum vorbei, zum elektronischen Outro des Songs fließen und zucken Farbspiele über den Stoff.

Das aktuelle Album ist reich an sparsamen und melancholischen Stücken. Songs wie »Herz« liegen auf einem fast ausschließlich elektronischen Soundbett, zu »Beinah« kommen noch Schlagzeug, Gitarre und Paukenschlag dazu, letzteren schickt Clueso selbst dröhnend durch die Halle. Trotzdem er sich zu Beginn des Konzerts entschuldigt, heute Headspins und Saltos ob eines eingeklemmten Nervs unterlassen zu müssen, wird schnell deutlich, welches Energiebündel da auf der Bühne steht.

Zum Teil schon seit den Anfängen gemeinsam unterwegs, sind Clueso und Band ein bestens eingespieltes Team. Christoph Bernewitz an der Gitarre, Daniel Bätge am Bass, Christian Kohlhaas an der Posaune, Marcel Aue, bekannt als DJ Malik, an den Turntables, Paul Tetzlaff am Schlagzeug und schließlich Philipp Milner am Keyboard sind mehr als nur Cluesos Texte vertonende Crew im Hintergrund. Nicht selten liefert ein einzelner Musiker ein als Intro getarntes ausführliches Solo, während Clueso selbst auf dem Boden sitzt oder sich in den Hintergrund zurück zieht, um ebenso in Ruhe zuzuhören wie das Publikum – und Atem zu schöpfen.

Lange war Clueso so etwas wie ein Geheimtipp, der aus der Erfurter HipHop- und Sprayer-Szene stammend, beispielsweise mit den Wostok MCs Musik machte und schöne Texte in chillige Sommermusik ebenso wie melancholische Töne packte. Schon im zweiten Album »Gute Musik« jedoch verabschiedet er sich ein Stück weit von seinen Wurzeln, Gesang dominiert. Cluesos Songs sind oft sehr persönlich anmutende Momentaufnahmen von Begegnungen, Abschiednehmen, und gelegentlich gesellschaftliche Bestandsaufnahmen. Am Mittwochabend spielt Clueso sich einmal quer durch seine Alben und damit durch sämtliche bisher genutzten Stilrichtungen. Jeder Song wird dabei zur eigenen Liveversion, in der Instrumentalparts ausgedehnt werden, und so mancher Konzertbesucher ist überrascht ob des mitunter rockigen Konzerts.

Clueso ist ein Meister der schönen Worte, der sich bei klassischer ebenso wie elektronischer Musik bedient, um dann wieder nur mit Gitarre und Saxofonist kleine Konzerte zu gehen. Er bleibt seinem Stil treu und präsentiert doch mit jedem Album Neues.

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