16.05.2011
Schüsse am Tag der Nakba
Palästinenser gedachten ihrer Vertreibung
Im libanesischen Grenzort Marun el-Ras hatten sich Tausende palästinensische Flüchtlinge versammelt, um mit einem »Marsch für die Rückkehr nach Palästina« ihrer Vertreibung aus Israel zu gedenken. Dutzenden Jugendlichen gelang es, die Absperrungen der libanesischen Armee zu durchbrechen. Als sie Steine in Richtung der israelischen Posten auf der anderen Seite der Grenze warfen, schossen die Posten auf sie. Ein Sprecher der libanesischen Armee sagte, zwei Palästinenser seien getötet und zehn weitere verletzt worden.
In den Golanhöhen gelang es zahlreichen Palästinensern, aus Syrien über die Grenzabsperrung und ein früheres Minenfeld zu gelangen. Sie wollten dort der palästinensischen »Nakba« (Katastrophe) gedenken, wie die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 und die folgende Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser in der arabischen Welt genannt wird. Israelische Medien berichteten, ein Demonstrant sei in der Ortschaft Madsch el-Schams getötet worden.
Auch im Gazastreifen wurden Krankenhausmitarbeitern zufolge rund 50 Demonstranten durch Schüsse verletzt. Rund tausend Palästinenser seien zum Grenzübergang Eres marschiert und hätten sich auch von Warnschüssen nicht aufhalten lassen.
