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London will noch mehr Krieg

Drei Monate Luftangriffe gegen Libyen / Weitere zivile Opfer / NATO äußert Bedauern

Drei Monate nach dem Beginn des Konflikts in Libyen ist ein Ende nicht absehbar. US-Präsident Obama und NATO-Generalsekretär Rasmussen bekannten sich am Wochenende zu einer Fortsetzung der Luftangriffe, der britische Generalstabschef Richards forderte eine Ausweitung des Einsatzes.

Tripolis (AFP/ND). Bei einem Treffen im Weißen Haus haben US-Präsident Barack Obama und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach US-Angaben darin übereingestimmt, dass die militärische Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen »unzählige Menschenleben« gerettet habe. Die NATO werde ihre Luftangriffe so lange fortsetzen, wie Libyens Staatschef Gaddafi die eigene Bevölkerung angreife, hieß es am Freitag (Ortszeit) in Washington.

Der britische Generalstabschef David Richards forderte im »Sunday Telegraph« eine Ausweitung der Luftangriffe. Die NATO müsse überlegen, künftig etwa auch Infrastruktureinrichtungen anzugreifen, um den Druck auf Gaddafi zu erhöhen. Es sei zwar nicht das Ziel der NATO, Gaddafi gezielt zu töten, sagte der General. Wenn Gaddafi aber etwa bei einem Angriff auf ein Kommando- und Kontrollzentrum getroffen werde, sei das »innerhalb der Regeln« des Libyen-Mandats des UN-Sicherheitsrates. Die NATO greift auf der Grundlage einer UN-Resolution seit März Ziele in Libyen an, angeblich um die Zivilbevölkerung vor den Truppen Gaddafis zu schützen.

Am Samstag nahmen in Tripolis mehrere hundert Menschen an der Beisetzung von elf Imamen teil, die nach libyschen Angaben in der Nacht zu Freitag bei einem NATO-Angriff nahe der Küstenstadt Brega getötet wurden. Die NATO erklärte, es gebe für die Vorwürfe keine Bestätigung von unabhängiger Seite. Das Bündnis bedauere aber jegliche Opfer unter der Zivilbevölkerung, wenn es diese gebe.

Der Rebellenvertreter Mahmud Dschibril wurde am Wochenende in Paris und Washington empfangen. Bei einem Treffen mit dem nationalen Sicherheitsberater von Obama, Tom Donilon, konnte er jedoch keine diplomatische Anerkennung des Übergangsrates erreichen.

Gaddafi meldete sich unterdessen in einer Audiobotschaft zu Wort. »Ich will euch sagen, dass ich an einem Ort lebe, an dem ich nicht erreicht oder getötet werden kann, ich lebe in den Herzen von Millionen Libyern«, sagte Gaddafi. Für Angaben, wonach Gaddafi verletzt wurde und Tripolis verlassen hat, gibt es keine Bestätigung.

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