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27.05.2011

Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Mladic gefasst

Der frühere bosnisch-serbische General wurde nach jahrelanger Flucht in Serbien festgenommen

Ratko Mladic droht nach seiner Verhaftung ein Verfahren vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Als Gegenleistung für die Ergreifung des Ex-Generals hofft Serbiens Präsident Boris Tadic auf den baldigen EU-Beitritt seines Landes.

Belgrad (dpa/ND). Der als Kriegsverbrecher gesuchte ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladic ist nach mehr als 15 Jahren auf der Flucht gefasst worden. »Im Namen der Republik Serbien teile ich mit, dass Ratko Mladic verhaftet wurde«, sagte Serbiens Präsident Boris Tadic gestern in Belgrad. Jetzt könne Serbien »ein unrühmliches Kapitel seiner jüngeren Geschichte« abschließen. Mladic soll unter anderem für das Massaker von Srebrenica mit rund 8000 Toten verantwortlich sein. Auch die jahrelange Belagerung von Sarajevo mit vielen Toten wird Mladic angelastet, ebenso die Gräuel in Internierungslagern. Der auf einem Bauernhof in Serbien gefasste Mladic werde in Kürze an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt, erklärte Tadic.

Die auf sich warten lassende Festnahme von Mladic galt als eines der größten Hindernisse bei den Bemühungen Belgrads um eine Mitgliedschaft in der EU. Tadic stellte klar, dass Belgrad nun als Gegenleistung für die Verhaftung einen zügigen EU-Beitritt erwarte. »Ich hoffe, dass jetzt die Türen offen stehen«, sagte der Präsident. »Ein großes Hindernis auf dem Weg Serbiens zur EU ist beseitigt«, sagte EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle in Brüssel. »Nun muss mit diesem neuen Schwung die Arbeit an Reformen intensiviert werden, damit die Kommission im Herbst eine positive Stellungnahme abgeben kann.«

Details zur Festnahme wollte Tadic nicht preisgeben. »Das werden die Vertreter der Sicherheitsbehörden tun«, sagte er. Der Geheimdienst habe den Gesuchten beim Besuch eines Verwandten in dem Dorf Lazarevo bei Zrenjanin im Norden Serbiens verhaftet, schrieb die Tageszeitung »Blic«. Davor hatten serbischen Medien berichtet, der Geheimdienst habe am Donnerstagmorgen einen Mann mit dem Namen Milorad Komadic festgenommen, der auffällig viele biografische Merkmale des ehemaligen bosnisch-serbischen Generals aufweise.

Nach dem Kriegsende 1995 war Mladic untergetaucht. Zuletzt war in Serbien ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Euro ausgesetzt, die USA hatten zusätzlich fünf Millionen Dollar ausgelobt. Christian Schwarz-Schilling, früher Bosnien-Beauftragter, argwöhnte, Mladic sei bisher von den serbischen Behörden unterstützt worden.

Die Festnahme von Mladic stieß weltweit auf ein positives Echo. Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte mit Bezug auf die Opfer von Srebrenica: »Einer ihrer mutmaßlich schlimmsten Peiniger kann jetzt zur Verantwortung gezogen werden.« Für UN-Chefankläger Serge Brammertz war dies »ein bedeutender Tag für die internationale Gerechtigkeit«.

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