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28.05.2011

Neue Kernkraftwerke rechnen sich nicht

Energieexperte Peter A. Bradford: Industrie versucht, die finanziellen Risiken auf den Steuerzahler zu übertragen

Die Katastrophe von Fukushima hat die Neubaupläne für Atomkraftwerke in einigen Ländern wie den USA in Frage gestellt. Gegen den Neubau sprechen auch rein wirtschaftliche Gründe, meint Peter A. Bradford, Professor für Energiepolitik und -recht an der Vermont Law School in South Royalton. Das ehemalige Mitglied der US-Atomaufsichtsbehörde ist heute Vizevorsitzender der atomkraftkritischen Wissenschaftlervereinigung Union for Concerned Scientists mit über 200 000 Mitgliedern.

ND: Befürworter der Kernenergie sagen, dass mit dem Atomausstieg die Strompreise um 30 Prozent steigen würden. Sind solche Schätzungen glaubwürdig?
Bradford: Es mag eine Zeit geben, in der die Logik der Energiemärkte sagt, dass neue Kernkraftwerke sinnvoll seien. Aber davon sind wir weit entfernt. Neue Kernkraftwerke bei uns in den USA würden pro Kilowattstunde drei Mal mehr kosten, als die Verbraucher heute zahlen. Das wäre auch bedeutend mehr, als Strom aus Erdgas und erneuerbaren Quellen kostet.

Wären moderne Kernreaktoren nicht billiger?
Das können Sie ganz leicht testen: Schreiben Sie die Stromversorgung zu heutigen Marktpreisen aus und schauen Sie, wer dann bietet. Die Franzosen haben versucht, für einen neuen Reaktor einen festen Preis anzubieten. Der Bau ist nun fast doppelt so teuer und liegt vier bis fünf Jahre hinter dem Plan.

Worauf gehen die hohen Preise zurück: auf die hohen Kapitalkosten, das große Risiko oder die Kosten der Versicherung?
Sie können die Kapitalkosten nicht vom Risiko trennen. Denn der Zins, den die Investoren verlangen, reflektiert die von ihnen angenommenen Risiken. Diese Risiken umfassen Bauabbrüche, Kostenüberschreitungen, das Angebot billigerer alternativer Energien, bevor das Kraftwerk amortisiert ist. Die Investoren sind einfach nicht mehr bereit, diese Risiken zu tragen.

Spielen Risiken bei den Erneuerbaren eine ähnliche Rolle?
Investoren sind eher bereit, Risiken auf sich zu nehmen, wenn die Kapitalintensität niedriger ist und wenn es nicht so lange dauert, die Anlage zu bauen. Kleinere Anlagen bei erneuerbaren Energien oder Energieeffizienzprojekte können in ein bis anderthalb Jahren umgesetzt werden.

Dazu kommt bei der Kernenergie ein anderer Effekt: Wenn so etwas wie in Fukushima passiert, dann hat das unvorhersehbare Folgen für Kernkraftwerke, die irgendwo auf der Welt halb fertig sind. Bei anderen Technologien ist das nicht der Fall: Wenn bei einer Windkraftanlage in Japan irgendetwas passiert, dann hat das keine dramatischen Folgen für Windkraftanlagen in den USA oder der Schweiz.

Kann die nächste Generation der Kernreaktoren, die angeblich sicherer sein soll, die Risiken in den Griff bekommen?
Das können wir nicht im Voraus wissen. Deshalb ist es so wichtig, diese neuen Reaktoren dem Markttest zu unterwerfen. Denn Beamte haben keine perfekte Einsicht. Die Frage ist, ob diejenigen, die es am besten wissen sollten – die Bauherren und Investoren –, bereit sind, den Strom zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu liefern. Wenn sie sagen, sie hätten wunderbare neue Reaktoren, aber die Steuerzahler müssten die Risiken tragen, dann spricht das Bände über das Vertrauen, das sie in ihre eigenen Kostenschätzungen haben.

Wie wird unsere zukünftige Stromversorgung aus Ihrer Sicht aussehen?
Es ist nicht wichtig, was Menschen wie ich denken. Wichtiger ist es, einen echten Markt zu schaffen, auf dem diese Frage beantwortet wird. Allerdings dürfen Verschmutzung und der Ausstoß von Treibhausgasen nicht mehr gratis sein, wie sie es bisher sind. Exelon, der größte Betreiber von Kernkraftanlagen in den USA, hat seine Schätzungen über Optionen für eine Stromversorgung mit wenig CO2 überarbeitet. Dabei waren neue Kernkraftanlagen so teuer im Vergleich zu anderen Energiequellen, dass das Unternehmen ein Neubauprojekt in Texas gestrichen hat. Interview: Elana Caro

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