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Ausstellungen draußen und drinnen: Rotunde und Container mit Multivisionsschau
Foto: ND/Camay Sungu
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Die Revolutionäre von 1848 präsentieren sich ganz zeitgemäß. Auf Stoffbeuteln prangen ihre Konterfeis, dazu jeweils ein Zitat des Abgebildeten. Zu den Porträtierten gehört Stephan Born mit dem Satz: »Wir haben nicht vergeblich gerungen.« Der 1824 geborene Born gründete die Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung und schuf die erste überregionale gewerkschaftliche Organisation der deutschen Arbeiterbewegung.
Die in einem Container gezeigten Porträts der Barrikadenkämpfer gehören zur Dauerausstellung auf dem Friedhof der Märzgefallenen und sollen später einmal käuflich erworben werden können. Morgen um 11 Uhr wird die Ausstellung eröffnet.
Der Paul-Singer-Verein entwickelte die Ausstellung gemeinsam mit dem Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg. An der Eröffnung nehmen auch die Kuratoriumsmitglieder Walter Momper (SPD), Präsident des Abgeordnetenhauses, Susanne Kitschun, Projektleiterin beim Paul-Singer-Verein, sowie Volker Schröder von der Aktion 18. März teil.
In einem Aufruf wird die Schaffung einer nationalen Gedenkstätte »Friedhof der Märzgefallenen« gefordert. Zu den Erstunterzeichnern gehören neben Momper und Schröder Landeskonservator Jörg Haspel, der frühere DDR-Ministerpräsident Hans Modrow, Peter Steinbach, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, und Robert Traba, Direktor des Zentrums für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. In dem Aufruf heißt es: »Den Friedhof der Märzgefallenen zu einer nationalen Gedenkstätte auszubauen, sind wir den Frauen und Männern schuldig, die für Freiheit und Demokratie auf den Barrikaden gekämpft haben.«
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Foto: ND/Camay Sungu
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255 Tote forderte dieser Kampf. Der Zug der Menschen, die die Opfer durch die Stadt bis zum Friedhof geleiteten, ist auf einem Aquarell auf einer von 45 Text- und Bildtafeln festgehalten, die in Form einer Rotunde um einen Gedenkstein aufgestellt sind. Hier wird die Geschichte des Friedhofs wiedergegeben, auf dem auch 33 Opfer der Novemberrevolution von 1918 beigesetzt sind.
In dem Rund geht auch der Verein Berliner Geschichtswerkstatt auf die Barrikaden. Auf Fotomontagen ist die Umbenennung von Straßennamen schon geschehen. Aus der Waghäuseler Straße in Wilmersdorf soll die Gustav-Adolf-Schlöffel-Straße werden. Nach dem »Sieg der Reaktion« resümierte Schlöffel resignierend: »Die Deutschen wollen Ruhe.« Während eines Gefechts mit preußischen Soldaten wurde Schlöffel am 21. Juni 1848 bei Waghäusel nahe Karlsruhe getötet.
Die ebenfalls in Wilmersdorf liegende Karlsruher Straße sollte Carl-Nauwerck-Straße heißen. Auf einem Schildchen heißt es nur: »In dieser Stadt in Baden siegten preußische Truppen 1849 über die Demokratiebewegung.« Deshalb meint die Geschichtswerkstatt: »Das sind Straßennamen, auf die wir verzichten können.«
»Am Grundstein der Demokratie«, Friedhof der Märzgefallenen, Ernst-Zinna-Weg/Landsberger Allee, Friedrichshain, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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