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Von Christian Heinig 30.05.2011 / Sport

Der Traum von London 2012 lebt

Rollstuhltischtennisspieler Valentin Baus erhält den ND-Sportpokal als »Nachwuchs-Ass 2010«

An der Tischtennisplatte ein echtes Ass: Der 15-jährige ND-
An der Tischtennisplatte ein echtes Ass: Der 15-jährige ND-Sportpokalgewinner Valentin Baus (u.).

Valentin Baus hat einen großen Traum. Er heißt London, die Paralympics 2012. »Das ist für mich die größte Sportbühne, die es gibt.« Der Junge aus Bochum gesteht das mit einem Glänzen in den Augen. Mit dem gleichen Glänzen in den Augen hat er gestern im Rahmen des Pressefestes von Neues Deutschland, das in der Berliner Kulturbrauerei im Stadtteil Prenzlauer Berg stattfand, auch den ND-Sportpokal als »Nachwuchs-Ass 2010« entgegen genommen. »Valentin ist ein ganz außergewöhnlicher Sportler«, sagte Chefredakteur Jürgen Reents, der den goldfarbenen Pokal gemeinsam mit ND-Sportchef Jirka Grahl auf der großen Bühne überreichte, »er hat viel einstecken müssen im Leben, sich aber immer zurückgekämpft.«

Valentin Baus spielt Rollstuhltischtennis, und das richtig gut. Er ist gerade 15 Jahre alt, trotzdem gehört er bereits dem Nationalteam an. Erst im März diesen Jahres hat er bei einem Turnier im ungarischen Eger mit seinem Koblenzer Partner Selcuk Cetin im Doppel Gold gewonnen. Spielt er nicht international, dann kämpft Valentin bei den Herren der TTG Bochum Weitmar – bei den Nichtbehinderten – in der 1. Kreisliga an der Platte um Punkte.

Einen Eindruck davon, wie gut der Junge mit dem blonden Haarschopf an der Platte ist, konnten sich die Besucher des ND-Pressefestes im Kesselhaus der Kulturbrauerei machen. Dort zeigte der junge Ausnahmekönner, wie schnell und präzise er die kleinen weißen Zelluloid-Bälle über die blaue Tischtennisplatte jagen kann.

Bild 2

»Er schnippelt die Bälle unglaublich«, stellte ND-Sportchef Grahl bei einem Showmatch fest. Die Berlinerin Mareike Freytag, die sonst beim Tischtennis-Erstligisten »ttc berlin eastside« in der zweiten Mannschaft spielt, und die ebenfalls gegen Valentin antrat, meinte: »Valentin hat hier sicher nur 20 Prozent von dem gezeigt, was er kann, aber das ist schon richtig gut.« Ins Schwitzen brachte Valentin aber nicht nur den Sportchef und die Vereinsspielerin, auch die beiden ehemaligen Fußballnationalspielerinnen Martina Voss-Tecklenburg und Claudia von Lanken, die zuvor auf dem Podium mit viel Verve über die bevorstehende WM der Frauen in Deutschland diskutiert hatten, ließen sich nicht lumpen, legten fluchs das Jackett ab, und zeigten mit Schmetterbällen und Rückhand-Slice, dass sie nicht nur mit Lederbällen gut umzugehen wissen.

»Das hat richtig Spaß gemacht«, freute sich Valentin, der an der sogenannten Glasknochenkrankheit leidet. Wieder und wieder brach er sich im Jugendalter die Knochen. Mit 13 missglückte eine OP, sie führte dazu, dass Valentin plötzlich nicht mehr im Stehen Tischtennis spielen konnte. Es war der Vater Harry Baus, der ebenfalls an der Krankheit leidet, der den Filius davon überzeugte, es doch im Rollstuhl weiter zu versuchen. »Ohne die Unterstützung meines Vaters und meiner Familie hätte ich es nie soweit gebracht«, betonte Valentin auf dem Podium.

Nun heißt sein Ziel London 2012. Um dort teilnehmen zu können, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die eine bieten die diesjährigen Europameisterschaften in Kroatien. Dort müsste er allerdings auf Anhieb Gold holen. Die andere wäre, eifrig Weltranglistenpunkte bei internationalen Turnieren zu sammeln. Denn: Nur die »Top10« erhalten einen Paralympics-Startplatz. Valentin weiß, dass dies sehr kostspielig ist. Über 10 000 Euro benötigt er pro Jahr für Materielien, Reisen, Unterkünfte. Den Großteil der Kosten tragen die Eltern. Deshalb hofft Valentin auf Unterstützung. Jede kleine Spende würde ihm helfen, seinem Traum ein Stück näher zu kommen.

Wer Valentin Baus bei seinem Vorhaben, es einen Schritt weiter zu den Paralympics 2012 zu schaffen, unterstützen will, kann dies mit einer Spende wie folgt tun: TTG Weitmar e.V., Spendenkonto: 144038148, BLZ: 43050001, Sparkasse Bochum, Stichwort: »Spende für Valentin«.

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