Von Mark Wolter
10.06.2011

Nur drei Viertel meisterlich

Basketball: Trotz des 80:71 gegen Bamberg und des Ausgleichs in der Finalserie hadert Alba Berlin mit seinen Leistungseinbrüchen

Play-off-Serien sind wie gemacht für Fehlerkorrekturen. Und wie gemacht für Berlins Basketballer in dieser Saison. Ständig muss Alba sich von Rückschlägen erholen. So wie in der Halbfinalserie gegen Frankfurt, als drei Auswärtssiege nötig waren, um die ernüchternden Heimniederlagen vergessen zu machen. Und so wie nach dem ersten Finalspiel am vergangenen Sonntag in Bamberg, das man durch ein schwaches letztes Viertel verloren hatte, und das Alba am Mittwochabend zuhause dank einer furiosen Aufholjagd egalisieren konnte. »Die Mannschaft verdient Respekt. Wie sie gegen Bambergs Spitzenteam nach großem Rückstand zurückgekommen ist, ist nicht selbstverständlich«, meinte Trainer Muli Katzurin nach dem 80:71, mit dem sein Team die maximal fünf Spiele dauernde Meisterschaftsserie zum 1:1 ausglich.

Ohne Berliner Schwächephase ging es auch diesmal nicht. Wieder einmal legten die Berliner vor der Finalrekordkulisse von 12 500 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof einen Fehlstart hin und lagen nach fünf Minuten schon 2:18 hinten. »Da waren wir wie im Koma und ich habe keine Erklärung dafür«, rätselte Katzurin genauso wie seine Spieler. »Vielleicht ist es bei uns in der Kabine so kalt, dass wir immer so abgekühlt starten«, meinte der ratlose Center Yassin Idbihi und Spielmacher Heiko Schaffartzik konnte sich im Nachhinein auch nur damit trösten, »dass man so schlecht nicht durchgehend spielen kann«.

Erst im zweiten Viertel kamen die Berliner dank einer konzentrierteren Defensive und eines aufdrehenden Julius Jenkins, mit 23 Punkten bester Werfer der Partie, vom zwischenzeitlichen 16:32 zur ersten 35:34-Führung. »Entscheidend war, dass wir dann deutlich aggressiver waren«, meinte Idbihi, der abwechselnd mit seinem Centerkollegen Miroslav Raduljica (17 Punkte) dafür sorgte, dass Bambergs sonst so auffälliger Gegenspieler Tibor Pleiss kaum mehr eine Rolle spielte.

Anders als in Spiel eins in Bamberg bestimmten die Albatrosse diesmal die Schlussphase und ließen den Gegner mit einer schnellen Ball-Raum-Verteidigung nicht mehr zu leichten Korblegern und offenen Würfen kommen. »In der Defensive werden Fehler nicht verziehen. Das müssen wir 40 Minuten so machen«, meinte Trainer Katzurin und Idbihi ergänzte: »So können wir auch in Bamberg gewinnen – wenn wir uns nicht wieder solche Aussetzer erlauben.«

Die Berliner wissen, dass nur drei meisterliche Viertel nicht reichen werden, um den Titelverteidiger in dessen heimischer »Frankenhölle« zu besiegen. Zumal die in dieser Saison zuhause noch ungeschlagenen Bamberger am Samstag wieder auf ihren am Sprunggelenk verletzten Spielmacher John Goldsberry setzen können. »Er wird nach guter Behandlung wohl dabei sein können«, meinte Bambergs Coach Chris Fleming, der der Niederlage in Berlin nicht lange nachtrauerte. »Im Halbfinale haben wir auch auswärts verloren. Wir sind optimistisch für Spiel drei.«

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