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Von Kira Taszman
17.06.2011

Beruf: Gänsehaut-Produzent

Kino Babylon in Berlin-Mitte zeigt in einer Retrospektive acht Filme Alfred Hitchcocks

Wenn man Alfred Hitchcocks Reisepass aufschlug, wurde seine Berufsbezeichnung dort mit »Produzent« angegeben. »Was produzieren Sie denn?«, wollte ein französischer Zöllner einmal wissen. Hitchcocks Antwort: »Gänsehaut.« Hinlänglich ist über den »Master of Suspense« (Meister der Spannung) in den letzten 80 Jahren geschrieben worden. Anlässlich der umfangreichen Retrospektive, die das Kino Babylon-Mitte ihm zu Ehren einen Monat lang – erfreulicherweise im Original mit Untertiteln – zeigt, seien an dieser Stelle einige Vorlieben und Macken des wohl berühmtesten Filmregisseurs aller Zeiten erwähnt.

Hitchcock und die Blondinen: Drei Filme hat der Regisseur mit der blonden Schönheit Grace Kelly gedreht. Darf sie in »Fenster zum Hof« (1954) dem an den Rollstuhl gefesselten Hinterhof-Voyeur James Stewart aktiv zur Seite stehen, verführt sie in »Über den Dächern von Nizza« (1955) den großartigen Cary Grant. Eine wahre Obsession entwickelte Hitchcock dagegen für die Blondine Tippi Hedren. In dem ornithologischen Schocker »Die Vögel« (1960) folterte er die damalige Anfängerin, indem er echte Krähen in ihrer Hochsteckfrisur herumhacken ließ. Außerdem entließ er die holde Blonde, als sie seine Avancen ignorierte, nicht aus seinem Studio-Vertrag und ruinierte damit ihre Karriere.

Hitchcock und sein Kindheitstrauma: Als Alfred ein Kind war, ließ ihn sein Vater einmal als Erziehungsmaßnahme zehn Minuten in eine richtige Gefängniszelle sperren. Daher stammt wohl Hitchcocks Empathie für zu Unrecht Verdächtigte, siehe »Der falsche Mann« (1956), »Der Unsichtbare Dritte« (1959), »Ich beichte« (1953), »Der Mann, der zu viel wusste« (1934 und 1956) und viele mehr.

Hitchcock und die Psychoanalyse: Jedes Mal, wenn Gregory Peck in »Spellbound – Ich kämpfe um dich« (1945) parallele Streifen auf weißem Hintergrund sieht, wird ihm schwindlig. Einmal fällt er gar in Ohnmacht. Schuld ist auch hier ein Kindheitstrauma, dessen Schauplatz Paris ist. Surrealist Salvador Dalí steuerte eine kunstvoll designte Traumsequenz zu diesem Thriller bei. In dem Kleptomanen-Drama »Marnie« (1964) wiederum reagiert Tippi Hedren allergisch auf die Farbe Rot. Zudem leidet sie an Frigidität, wovon sie nicht einmal ihr sexy Ehemann Sean Connery heilen kann. Der Schlüssel zum Problem befindet sich wieder in der Kindheit – Blut spielt eine Rolle.

Hitchcock und Cameo-Auftritte: Meist zu Anfang seiner Filme machte sich der Meister einen Spaß daraus, durch das Bild zu huschen. So geht er in »Die Vögel« mit mehreren Hunden an der Leine Gassi oder lässt im Spionage-Thriller »Der zerrissene Vorhang« (1966) ein Kleinkind auf seinem Schoß »Hoppe Reiter« spielen.

Hitchcock und Leichen: In »Immer Ärger mit Harry« (1955) will sich der Titel gebende Verblichene einfach nicht begraben lassen und taucht, sehr zum Unmut der Protagonisten, in den unpassendsten Momenten immer wieder auf. Ein anderer Toter verbringt das ganze Kammerspiel »Cocktail für eine Leiche« (1948) in einer Truhe versteckt. Den Kommilitonen haben zwei Studenten mit Übermensch-Komplex ermordet, in das Möbelstück hineinbugsiert und feiern jetzt in der Überzeugung, nicht erwischt zu werden, einen Leichenschmaus mit Gästen. Doch lässt sich James Stewart düpieren? In »Frenzy« (1972) dagegen baumelt der Arm einer Leiche höchst unappetitlich aus einem Kartoffelsack. Dieses Kapitel ließe sich seitenlang fortsetzen …

Hitchcock und Skurriles: In »Die 39 Stufen« (1935) rettet eine Bibel dem Helden das Leben: In ihr verfängt sich eine Revolverkugel.

Hitchcock und Humor: Über den schlechten kulinarischen Geschmack der Engländer mokierte sich Hitchcock in dem ansonsten durchaus gruseligen London-Krimi »Frenzy«. Darin versucht die Ehefrau eines Inspektors von Scotland Yard, ihm die Subtilitäten der französischen Cuisine näher zu bringen. Doch der Inspektor verschmäht den Gallierfraß und bestellt sich in seinem Revier stattdessen englisches Spiegelei mit Speck und Würstchen.

Retrospektive Alfred Hitchcock im Babylon-Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30, Mitte, vom 17.6.-14.7. in OmU; am 18.6. Hitchcock-Marathon mit acht Filmen und anschließendem Frühstück mit »Bloody Mary«; Infos: (0)30-24 25 969; www.babylonberlin.de

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