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Von Susanne Götze, Paris
20.06.2011

Preise steigen – Arme hungern

FAO und OECD stellten den neuen Landwirtschaftsbericht vor

Wetterextreme, hohe Energiepreise und der Einsatz von Biokraftstoffen lassen die Preise für Getreide und Fleisch weltweit steigen. Was die Farmer freut, geht den Ärmsten in den südlichen Ländern an die Existenz.

Seit über vier Jahren werden Lebensmittel weltweit teurer, während die Zahl der Unterernährten steigt. 2008 gab es das erste Mal Hungerunruhen in vielen Ländern. 2010 zogen die Preise für Grundnahrungsmittel wieder kräftig an. Und auch in Zukunft bleibt Essen teuer: Bis 2020 werden die Getreidepreise um 20 Prozent, die Fleischpreise sogar um 30 Prozent steigen, schätzt der neue Landwirtschaftsbericht der FAO (Food and Agricultural Organisation) und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der Ende letzter Woche in Paris vorgestellt wurde.

»Wir können auch kein Interesse an niedrigen Preisen haben, schließlich profitieren die kleinen wie großen Farmer davon«, so OECD-Generaldirektor Angel Gurria bei der Präsentation des Berichtes. Des einen Freud, des anderen Leid: Statt auf Dumpingpreise zu hoffen, solle man lieber alles dafür tun, dass die Einkommen der Ärmsten ansteigen und mehr produziert werde. Dass allerdings ist ein schwacher Trost für die hungernden Menschen in den südlichen Ländern, denen die Preise tagtäglich an die Existenz gehen: Eine Studie der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam fand jetzt heraus, dass über die Hälfte der weltweit befragten 16 000 Menschen in den letzten zwei Jahren ihre Konsumgewohnheiten geändert hat, ein großer Teil davon aufgrund der höheren Nahrungsmittelpreise. Viele seien aus der Not heraus auf weniger nahrhafte Produkte umgestiegen, da beispielsweise viele Getreidearten nicht mehr bezahlbar seien.

Neben den Nahrungsmittelspekulanten, die sich in Krisenzeiten auf »bodenständige« Investitionen verlegen, macht der Bericht vor allem die steigenden Energie- und Futtermittelpreise, Wasserknappheit und Dürren für die hohen Preisen verantwortlich. Die weltweite Produktion steige laut FAO-Bericht deshalb nicht proportional zur Nachfrage aus den Schwellenländern. Die weltweite Produktion der Grundnahrungsmittel wird mit 1,7 Prozent pro Jahr bis 2020 langsamer wachsen als in den letzten Jahren. 2009 stieg sie noch um 2,6 Prozent.

Auch extreme Wetterphänomene werden sich laut Bericht verschärfen. Vom Klimawandel betroffene Regionen sind ohnehin schon arme Landstriche, unter anderem in weiten Teilen der Sub-Sahara.

Der hohe Ölpreis verschärft den Preisanstieg noch: Er führt dazu, dass die Nachfrage nach Biokraftstoffen zunimmt. Nahrungsmittel wie Zucker und Mais, die auch als Kraftstoffe verarbeitet werden können, stecken in einer weiteren Preisspirale nach oben: Die knappen und teuren Güter werden nochmals verknappt. So erreichte Mais im letzten Jahr Rekordpreise von 300 US-Dollar pro Tonne und der Rohrzuckerpreis stieg auf bis zu 600 US-Dollar – gegenüber 200 Dollar im Jahr 2000.

Die beiden Herausgeber des Reports geben sich trotzdem optimistisch: Die Preise könnten sich stabilisieren, große Schwankungen könnten zukünftig vermieden werden – wenn die Politik handelt, meinen Gurria und FAO-Direktor Jacques Diouf. Es fehle vor allem an Investitionen in landwirtschaftliche Forschung. Diese seien seit den 1960 kontinuierlich geschrumpft. Statt hohe Subventionen auszuschütten, solle das Geld in die Entwicklung der ländlichen Räume und in neue Technologien, Saatgutzüchtung und Boden- und Wasserschutz fließen. Viele Staaten wären nach den Hungerunruhen vor drei Jahren »aufgewacht«, meint Diouf. Von konkreten Schritten findet sich im Bericht, dessen Ergebnisse und Folgen diese Woche die Landwirtschaftsminister der G 20-Staaten beraten werden, allerdings nichts. Ob die von FAO und OECD erhoffte neue Agrarpolitik wirklich die Preisbildung an den Märkten »in den Griff« bekommen kann, ist also mehr als fraglich.

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