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Zwischen allen Stühlen

Gregor Gysi im Gespräch mit Andrej Hermlin

Bild 1
Andrej Hermlin beim ND-Pressefest am 28. Mai auf der Roten Couch bei Gregor Gysi: Wir dokumentieren das Gespräch in Auszügen.

Gysi: Andrej, geboren wurdest du am 21. September 1965. Du hast eine russische Mutter und hattest einen jüdischen deutschen intellektuellen kommunistischen Vater. Wo ist eigentlich deine Heimat?
Hermlin: Natürlich habe ich immer in Berlin gelebt, wenn auch ein bisschen zwischen allen Stühlen. Es gab stets eine feine, fast unsichtbare Trennlinie zwischen den meisten meiner Freunde und mir. Zum einen, weil ich ja zur Hälfte russisch bin, so dass zum Beispiel bestimmte Musik, Gerüche, aber auch politische Bewertungen Russlands, der Sowjetunion etwas ganz anderes in mir auslösen als bei ihnen. Zum anderen, weil ich auf Antisemitismus sensibler reagiere. Heute befinde ich mich in einer ganz merkwürdigen Lage. Wenn ich nach Kenia fliege – meine Frau stammt von dort –, habe ich ebenfalls das Gefühl, nach Hause zu kommen. Auch in New York fühle ich mich sehr wohl: Aus dieser Stadt, teilweise zumindest, kommt die Musik, die ich spiele.

Die Musik ist deine Heimat.
Das hat mein Vater auch immer gesagt. Und es stimmt: Die Musik ist ein Körperteil von mir. Insofern ist sie eine vergleichweise sichere Heimat, ich kann sie überallhin mitnehmen.

Dein Vater: Wie war er als Vater?
Nicht wie andere Väter, er war schon älter. Fußball hat er nicht so oft mit mir gespielt. Er hat mir vorgelesen, wir sind viel gereist, haben zusammen Musik gehört, und ich hatte immer das Gefühl, er interessiert sich für mich. Er hat mir die Freiheit gelassen, mich so zu entwickeln, wie ich wollte.

Er war 18, als die Nazis die Macht errangen. Wann ist er emigriert?
1931 war er, noch in Berlin, in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands eingetreten. In Berlin, wo er illegal gearbeitet hat, blieb er bis Anfang 1936. Dann ging er mit seiner Frau zunächst nach Palästina, von dort Anfang 1937 nach Paris. Er gehörte einer Organisation an, welche die Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg unterstützte – er hat Krankenwagen rüber nach Spanien gefahren. Später war er in einer Hilfstruppe der französischen Armee und ist, als die Deutschen kamen, in Kriegsgefangenschaft geraten. 1942, als es die ersten großen Judenaktionen gab, wurde er in ein Lager gebracht. Jeden Morgen kamen sie dort mit Listen von der SS und riefen Leute auf. Eines Tages – mein Vater hieß ja Rudolf Leder – hörte er: »Leder, vortreten!« Er hat mir erzählt, wie er beschloss: Ich lebe nicht, ich bin nicht da, ich existiere nicht, ich melde mich nicht. Der Offizier brüllte: »Leder, Leder!« Und plötzlich hob ein kleiner Mann seine Hand und sagte: »Ich bin es.« Er wurde abtransportiert. Mein Vater wusste bis zum Schluss nicht, ob da eine Überschneidung vorlag oder ob sich jemand geopfert hatte. Jedenfalls ging er am nächsten Tag zum Lagerkommandanten und sagte: »Ich bin kein Jude. Dass ich hier bin, ist ein Irrtum.« Der Kommandant, ein Vertreter der Vichy-Regierung, ließ das überprüfen und rief meinen Vater wieder zu sich: Er habe Recht, er könne gehen. Unerklärlich. Vielleicht gab es keine Akten, vielleicht wollte er mal einen Juden retten. Jedenfalls floh mein Vater kurz danach mit seiner Tochter in die Schweiz und erlebte dort das Kriegsende. Im Juni 1945 kam er nach Deutschland zurück, als einer der ersten.

Ein ganzer Staat wollte ihn ermorden – nur wegen seiner Herkunft. Wie prägte ihn das?
Das weiß ich nicht. Aber mein Vater ist immer wieder, auch in der DDR, mit Antisemitismus konfrontiert gewesen. Und wenn ich mir die augenblickliche Situation ansehe, frage ich mich, wie er sich fühlen würde. Ich glaube, miserabel. Wir tun so, als wäre der Antisemitismus ein Problem einiger weniger Unbelehrbarer. Aber es ist eine Frage der Definition. Wenn ich sage, Antisemiten sind diejenigen, die die Juden ins KZ schicken wollen, dann sind das relativ wenige. Wenn ich aber sage, Antisemiten sind diejenigen, die Vorurteile verbreiten, dann sind es sehr viele. Was sich in den letzten Wochen in der LINKEN abgespielt hat, der ich immer noch angehöre, ist widerlich. Seit Jahren sind wir Diskussionen aus dem Wege gegangen. Anfang der 90er Jahre, damals war ich noch im Landesvorstand, kam der stellvertretende Parteichef der damaligen PDS in Berlin zu mir und sagte: »Weißt du, Andrej, das Schlimmste, was den Juden in 2000 Jahren Geschichte widerfahren ist, ist die Gründung ihres Staates Israel.« Nicht die Shoah, nein, Israel, das war das Schlimmste!

Du hast von Antisemitismus in der DDR gesprochen. Ich habe das immer als Intellektuellenfeindlichkeit wahrgenommen. Die ist sehr verbreitet, übrigens bis heute.
Aber es gab auch ganz direkten Antisemitismus. Ich hatte einen Klassenkameraden, der hieß Steffen und war in der FDJ-Leitung meiner Klasse zuständig für Wehrerziehung. Eines Tages sagte er auf dem Schulhof – es standen ein paar Schüler drumrum – zu mir: »Andrej, weißt du was, ich bin ja auch Jude.« Worauf ich ihn grenzenlos naiv anguckte und entgegnete: »Was, Steffen, das wusste ich überhaupt nicht.« Daraufhin sagte er: »Ja, immer wenn ich besoffen bin und kotzen muss, dann bin ich ein richtiger Jude.« Das werde ich nicht vergessen. Das war übrigens an einer EOS, die »Carl von Ossietzky« hieß. Ich hatte viele solcher Erlebnisse, auch bei der Armee.

Ich erzähle auch diese Geschichte von meinem Vater: 1979 gab es in der Akademie der Künste eine Versammlung, auf der über seinen Vorschlag diskutiert wurde, für das DDR-Fernsehen die US-Serie »Holocaust« aufzukaufen. Da stand ein gewisser Otto Gotsche auf und sagte: »Ich sehe die Judenfrage vom Klassenstandpunkt.« Worauf mein Vater aufsprang und rief: »Natürlich Otto, das ist völlig klar, denn ich bin der Sohn eines jüdischen Vaters, und du bist ein Antisemit.« Worauf Otto Gotsche meinte: »Nein, nein, Stephan, ich bin kein Antisemit, ich habe auch jüdische Freunde. Aber wenn ich mir die Listen vom MfS ansehe und stelle fest, dass von zehn observierten Personen sieben Juden sind, dann denke ich mir meinen Teil.« Worauf Alexander Abusch, der genau so stalinistisch war wie Otto Gotsche, aber Jude, ebenfalls aufsprang und rief: »Otto, das geht zu weit!« Ich dachte lange, mein Vater hätte bei der Geschichte übertrieben. Bis ich die Akademie-Protokolle in die Hand bekam: Es war genau so. 1979 in der DDR.

Wann bekam dein Vater ein kritisches Verhältnis zu seiner Partei?
Eine Rolle spielten sicher die politischen Prozesse in Moskau, von denen er in der Emigration gehört hatte. Wahrscheinlich auch die Field-Affäre Anfang der 50er Jahre. Auch die Aktion gegen die jüdischen Ärzte in der Sowjetunion 1952, zweifellos der XX. Parteitag und dann die erste Biermann-Affäre – mein Vater hatte in der Akademie der Künste einen Aufruf gestartet, junge Autoren sollten sich bei ihm melden, und darunter waren dann eben Leute wie Kunert und Biermann. Also ich denke, das kritische Verhältnis zu seiner Partei entwickelte sich bereits in den 50ern.

Du warst elf, als Biermann ausgebürgert wurde. Was hast du damals mitbekommen?
Ich kam mit meiner Mutter von der Musikschule nach Hause, mein Vater stand in der Tür und sagte: »Die haben den Biermann ausgebürgert, jetzt reicht's!« Man muss wissen, dass mein Vater mit Biermann alles andere als befreundet war. Aber es ging ihm ums Prinzip. Darum, dass eine Methode gegen den Sohn eines Auschwitz-Opfers angewandt wurde, die die Nationalsozialisten angewendet hatten. Auch mein Vater ist von den Nazis ausgebürgert worden.

Die Beratung der zwölf Erstunterzeichner der Petition für die Rücknahme von Biermanns Ausbürgerung fand bei uns zu Hause statt. Den Text hat mein Vater geschrieben. Das hat große Wirkung gehabt, natürlich auch auf mich. Am nächsten Tag in der Schule umringten mich in der Pause ältere Schüler. Sie drückten mich gegen die Mauer und sagten: »Ihr konterrevolutionären Schweine, geht doch endlich in den Westen, haut doch ab nach drüben!« Ich weiß noch, dass meine Mutter zum einzigen und letzten Mal bei der Direktorin erschien und nachfragte, ob nun die Sippenhaft wieder eingeführt sei. Die Eltern dieser Schüler haben sich später vom Verhalten ihrer Kinder distanziert, sie hätten damit nichts zu tun gehabt. Erst haben sie sie aufgehetzt und dann fallen lassen. Tolles Verhältnis.

Dein Vater hat vielen in der DDR geholfen. Wie haben sie ihn nach der Wende behandelt?
Meistens nicht gut. Es gab etliche Leute, denen die Wachen in Bautzen gesagt haben: »Dass du hier rauskommst, hast du nur diesem Hermlin zu verdanken.« Und kaum waren sie im Westen, haben sie ein Interview gegeben und meinen Vater beschimpft.

Zwischen deinem Vater und Erich Honecker gab es einen Draht?
Ja. Der ist aber überbewertet. Von einer Freundschaft konnte keine Rede sein. Sie trafen sich in größeren Abständen, und wenn mein Vater, entweder als Vizepräsident des Internationalen PEN oder einfach nur als Stephan Hermlin, zu ihm kam und ihn um die Freilassung eines Menschen oder um das Erscheinen eines Buches bat, hörte Erich Honecker in der Regel auf seinen Rat. Aber wenn die sich alle zwei Jahre einmal sahen, war das schon viel.

Wie hast du die Wende erlebt? Bedrückt oder befreit?
Es war eine Mischung. Einerseits von unglaublicher Spannung: Jetzt geht's endlich los. Und im Hinterkopf arbeitete es: aber in die falsche Richtung. Mir war klar, das Land wird verschwinden. Und ich suchte nach einer Heimat. Es muss im November gewesen sein, da sah ich im Fernsehen eine Demonstration der SED vor dem ZK. Die Leute waren nicht mehr siegesgewiss, sondern verloren, hilflos. Und mit einem Mal schoss es mir durch den Kopf: Verdammt, da musst du hin, da ist dein Platz. Von meinen Freunden habe ich damals sehr viel Prügel bekommen, sie verstanden nicht, warum ich ausgerechnet in die SED/PDS eintrat. Aber für mich war das eine zwangsläufige Entscheidung. Weil jetzt aus der Partei etwas hätte werden können. So glaubte ich damals.

Ich hoffe, du glaubst es immer noch. Aber abgesehen davon: Bist du mit der Zeit ein Linker geworden, oder warst du es, und es hat sich verfestigt?
Wenn man Musiker ist und relativ viel auftritt, lebt man ganz gut. Und das korrumpiert schrecklich. Wenn ich in den 90ern zu einer PDS-Versammlung kam, dachte ich mir oft: Wovon reden die eigentlich, ist doch alles gar nicht so schlimm. Und dann wurde ich in die Realität zurückgeholt: Ich lernte Kenia kennen. Denn wenn man nach Kenia kommt und nicht einfach nur Tourist ist, sondern in einem Dorf wohnt, dann erlebt man, wie Kapitalismus wirklich ist. Nicht getarnt durch Sozialsysteme, sondern schonungslos, offen, klar. Ein paar Familien besitzen alles, während alle so gut wie nichts besitzen. Die Politik führt die Menschen an der Nase herum, in einer geradezu zynischen Offenheit, dass einem schlecht werden kann dabei. Ich sage mal: Wenn man mit offenen Augen und Ohren nach Kenia kommt, zurückkehrt und ist kein Sozialist, hat man kein Herz. Das, was sich dort abspielt, kann Gott nicht gewollt haben.

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14 Kommentare zu diesem Artikel

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  • Paulaner, 25. Jun 2011 18:00

    Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

    "Biermann war und ist ein absoluter Feind der DDR und des Sozialismus."

    Eine steile These, die Sie sicher nicht belegen können. Das hat mit Glauben, aber nichts mit Wissen über die Entwicklung Biermanns zu tun.

    Kennen Sie die Geschichte, als Biermann in den 90ern, noch als Kommunist, in der Bahn saß und mit einem Nationalsozialisten ins Gespräch kam? Der war ein junger intelligenter Mann und Biermann war erschüttert, als er dessen verquere Ideologie hörte. Biermann fragte, ob er denn nichts von der Judenverfolgung wüsste, von der Ermordung der Kommunisten, sein Vater z.B. ist wie der Großteil seiner Familie, von den Nationalsozialisten umgebracht worden! Doch, sagte der junge Nazi, natürlich wüsste er von diesen schrecklichen Entgleisungen, den Entstellungen der nationalsozialistischen Idee, so etwas dürfe sich nie mehr wiederholen. Aber man könne doch die Idee des nationalen Sozialismus nicht einfach auf den Mülleimer der Geschichte werfen, bloß weil eine Bande von Verbrechern sie derartig missbraucht hat! Junge, meinte Biermann, merke Dir, die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit, nicht die Theorie! Als der Nazi ausgestiegen war, kam Biermann ein furchtbarer Gedanke: Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit? Und wie sieht es mit meiner praktischen Wahrheit des Sozialismus aus? Was sind denn die vielen Millionen Toten in Sowjetrussland, China, Kambodscha und vielen anderen sozialistischen Ländern anderes, als die Widerlegung der sozialistischen Theorie? Argumentiere ich nicht genauso, wie dieser verbohrte Nazi, der sich auch durch noch so viele Ermordete nicht seine schöne Ideologie kaputt machen lässt?
    Gerade Biermann hat es sich eben nicht so leicht gemacht wie viele Kommunisten, die einfach ihre Ideologie beibehalten haben, unbeirrt von der Realität, mit kaltem Herz gegenüber den vielen Opfern. Es ist viel einfacher, unerschütterlich seine Dummheiten bis ins Grab zu verteidigen.

    P.s.: Was ist eigentlich "zionistischer Kapitalismus"?

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    • SED-Opfer, 26. Jun 2011 13:27

      Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

      Ihr Beitrag ist blanke Scheinheiligkeit.
      Dieser Antikommunist drängelte sich vor jede Kamera, um eben diese Weltanschauung mit seinen Mitteln zu bekämpfen.
      Seine Gegenüber, allseits bekannte Kommunisten/Sozialisten/DDR-Hasser, nutzen diesen Typen natürlich wie ein Geschenk Gottes.

      Es ist müßig für mich, mich auf eine Diskussion über bekannte Gegner des Sozialismus einzulassen. Die Story vom Enttäuschten zieht da nicht, der/die hatten nie etwas begriffen und waren nie dort angekommen, oder wollten dort hin.

      Zu ihren PS. …. :
      Ich denke jeder 10-Klässler sollte wissen, was Zionismus und Kapitalismus bedeutet.
      Führt man beides zusammen wie es Döpfner im Spiegel tat, Ich bin ein nichtjüdischer Zionist“ de.wikipedia.org/wiki/Mathias_D%C3%B6pfner ,wissen wir wie zionistische Kapitalisten ticken.
      Das dies die Spitze des von Marx beschriebenen Imperialismus darstellt, verdeutlicht sich auch in seiner Aussage: „Mein Freiheitsbegriff steht über dem Dreieck: Amerika, Israel, Marktwirtschaft“

      Heute begegnet sich dann auch die antideutsche Linke mit den antideutschen Spitzen des BRD-Kapitalismus.
      So soll es dann aber laut Gysi auch sein, schließlich man bastelt ja gemeinsam am demokratischen Imperialismus, auch wenn er den Begriff vermeidet.
      Hier muss ich mich dann doch mal bei Marx schlau machen, wie denn er solche Bündnisse nennt.

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      • Paulaner, 26. Jun 2011 13:49

        Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

        Ihr Denken befindet sich in guter Gesellschaft mit dem sowjetischen und dem DDR-Antizionismus. Aber auch die hatten Vorläufer:
        Für die KPD waren „die Nationalsozialisten nichts anderes als die Speerspitze von Bourgeoisie und Großkapital. Da letzteres auch aus Sicht der Kommunisten jüdisch dominiert war, prophezeite Politbüro-Mitglied Hermann Remmele das baldige Verschwinden des zweiten Teils des nationalsozialistischen Schlachtrufs „Deutschland erwache! Juda verrecke!“. In ihrer ideologischen Verblendung gingen sie sogar so weit, im jüdischen Großkapital die Hinterleute Hitlers zu sehen. So hieß es in der Roten Fahne über antisemitische Ausschreitungen der SA im jüdischen Scheunenviertel Berlins: „Die Pogrome, die diese von dem jüdischen Großkapital gut bezahlten Horden durchführen, sind Mörderfeldzüge gegen arme Proletarier, die nicht nur in dem tiefsten Elend dieser kapitalistischen Gesellschaft ihr Dasein fristen, sondern auch Sklaven einer mittelalterlichen Zurückgebliebenheit sind.“ (Ralf Georg Ruth: Hitler. Eine politische Biographie, München 2005)

        In der Sowjetunion lief von 1949 bis 1953 mit der Kampagne gegen den „wurzellosen Kosmopolitismus und Zionismus“, der für den zersetzenden Einfluß des prosperierenden, libertären „dekadenten Westens“ stand, der sich dergestalt in den „Zionisten“ (Juden) personalisierte. Sie würden den sowjetischen Volkskörper vergiften und stünden außerdem hinter den angeblichen „zionistischen Sabotage-Aktionen“ des Westens, bei denen krankheitserregende Bakterien und landwirtschaftliche Schädlinge, z.B. Kartoffelkäfer, in den sozialistischen Luftraum eingebracht würden.

        Erinnern Sie sich noch an den "Kampf gegen den Zionismus" in Polen 1968, als 20000 Juden aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen wurden? Auch da wurde Ihr Bild des "zionistischen Kapitalismus" auf ekelerregende Weise, nämlich ähnlich wie bei den Nazis, gebraucht.

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        • SED-Opfer, 26. Jun 2011 14:57

          Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

          Nun bringen sie aber alles zum Thema „zionistischer Kapitalismus“ durcheinander.
          Wenn, ich glaube ihnen mal, die Polen seinerzeit ihre Reihen säuberten, was hat dies mit Kapitalisten zu tun? Die bastelten doch am Sozialismus, denn auch der letzte Kapitalist war schon lange entmachtet.

          Zionist Döpfner& CO ist aber ein leibhaftiger Kapitalist, einer der mächtigsten in der bRD.

          Weiter:
          Ihre KPD Nazi -Abhandlung bezieht sich sich doch auf das kapitalistischen 3.Reich, wenn man der Definition der Linken folgt, oder?

          Wenn sie sich also an Nazis abarbeiten wollen, müssen sie auch „Kapitalismus“ in Betracht ziehen.
          Es ist doch einfach nur billig, oder sagen wir doch „primitiv“, für alles den Schlachtruf ,die Kommunisten waren's, zu rufen. Dies hier ist doch kein Springerblatt.

          Wie wäre es mit einem Schwarzbuch des Kapitalismus, zumindest in Puncto Opfer?
          Wenn sich nun in Döpfner die Begriffe „kapitalistisch“ und „Zionist“ vereinen, dann müssen sie in dem Schwarzbuch also auch die Oper in Puncto „Zionist“ abarbeiten.
          Überrings ein interessantes Thema, die jüdischen Opfer und das Wirken der Zionisten im WK.II.


          Ihr Ausflug in die Sowjetunion hat mit dem Thema „kapitalistischer Zionismus“, am Beispiel Döpfner, auch nichts zu tun.
          Aber, dekadent und wurzellos ist er doch,der Kapitalismus.
          Was z.B Döpfner als Wurzeln bezeichnet, spottet doch jeder Beschreibung. Er ist mit seiner Definition max. ein Erdenbürger.
          Für Aliens wäre eine solche Standortbestimmung noch brauchbar, für die Weltbevölkerung allerdings ist er ein „Wurzelloser“, wie sein herum vagabundierendes Geld.
          Wenn jetzt einige Linke und sie bestimmt auch „National“ schreien, dann nehmen sie zur Kenntnis, noch ist die Welt in ca. 190 Staaten gegliedert, auch wenn die USA meinen sie seien das Imperium.

          • Permalink

          • Paulaner, 26. Jun 2011 15:19

            Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

            Ihre KPD Nazi -Abhandlung bezieht sich sich doch auf das kapitalistischen 3.Reich, wenn man der Definition der Linken folgt, oder?"

            Oh nein, das bezieht sich auf die demokratische kapitalistische Zeit zwischen den Weltkriegen, die von Nazis und Kommunisten erfolgreich erwürgt wurde. Dann allerdings, liebes SED-Opfer (Sie sind wohl wirklich eins) begann der nationale Sozialismus mit Staatsplanung, Erhöhung der Steuern der Reichen von 26 auf 53%, die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" und die "sozialen Errungenschaften". Aber zu wenig, wie Goebbels in sein Tagebuch in den letzten Wochen vermerkte: "Wir hätten noch sozialistischer sein müssen!"
            Deshalb amüsiere ich mich oft, wenn ich von Links und von Rechts die selben sozialistischen Parolen höre - es waren und sind Brüder, wenn auch verfeindete!
            Übrigens, machen Sie sich doch mal die Mühe und lesen Sie Lassalle…

            Ach so, Polen. Nun, das haben Sie nicht verstanden.

            • Permalink

            • Sissyfuss, 26. Jun 2011 17:04

              Re: Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

              Lassen Sie’s. Sie streiten mit einem bekennenden Judenhasser, der hier auch schon mal die Thora zitiert hat, um zu begründen, warum der Jude so ist. Ab und zu sperrt die Redaktion seine übelsten Ausfälle, aber dieser "nationale Sozialist" wird in diesem Leben nicht mehr dazulernen, da sind all Ihre Argumente für die Katz, die guten wie die schlechten (denn Antikommunismus ist ein ganz schlechtes Argument).

              • Permalink

              • SED-Opfer, 26. Jun 2011 19:10

                Re: Re: Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

                @Sissyfuss,
                das zieren eines Religionsbuches macht einen bei den antideutschen Linken also zum Nazi.
                Nun bei Stalin waren solche Zitate auch nicht förderlich, und der jüngste Maulkorberlass passt auch in diese Schublade.
                Stalinist werde ich deshalb deshalb jedoch niemanden nennen.
                Ich denke da etwas moderner, denn solche Sprüche erinnern mich irgend wie an die Gebetbuch-vergleichen eines G. Widers.

                Wann soll denn das zitieren der Bibel verboten werden?
                Gut für die Sozialisten unter den Linken zu erfahren, wer dort immer Lautstärker wird.

                • Permalink

            • SED-Opfer, 26. Jun 2011 18:41

              Re: Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

              Sie umschreiben da eine Lebenslüge der Linken. Aber die sind jetzt ja heute gewandelt und streng antisozialistisch, zumindest im Tun.

              • Permalink

          • Paulaner, 26. Jun 2011 15:46

            Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

            Ihre KPD Nazi -Abhandlung bezieht sich sich doch auf das kapitalistischen 3.Reich, wenn man der Definition der Linken folgt, oder?"

            Oh nein, das bezieht sich auf die demokratische kapitalistische Zeit zwischen den Weltkriegen, die von Nazis und Kommunisten erfolgreich erwürgt wurde. Dann allerdings, liebes SED-Opfer (Sie sind wohl wirklich eins) begann der nationale Sozialismus mit Staatsplanung, Erhöhung der Steuern der Reichen von 26 auf 53%, die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" und die "sozialen Errungenschaften". Aber zu wenig, wie Goebbels in sein Tagebuch in den letzten Wochen vermerkte: "Wir hätten noch sozialistischer sein müssen!"
            Deshalb amüsiere ich mich oft, wenn ich von Links und von Rechts die selben sozialistischen Parolen höre - es waren und sind Brüder, wenn auch verfeindete!
            Übrigens, machen Sie sich doch mal die Mühe und lesen Sie Lassalle…

            Ach so, Polen. Nun, das haben Sie nicht verstanden.

            • Permalink

          • Paulaner, 26. Jun 2011 15:51

            Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

            Ihre KPD Nazi -Abhandlung bezieht sich sich doch auf das kapitalistischen 3.Reich, wenn man der Definition der Linken folgt, oder?"

            Oh nein, das bezieht sich auf die demokratische kapitalistische Zeit zwischen den Weltkriegen, die von Nazis und Kommunisten erfolgreich erwürgt wurde. Dann allerdings, liebes SED-Opfer (Sie sind wohl wirklich eins) begann der nationale Sozialismus mit Staatsplanung, Erhöhung der Steuern der Reichen von 26 auf 53%, die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" und die "sozialen Errungenschaften". Aber zu wenig, wie Goebbels in sein Tagebuch in den letzten Wochen vermerkte: "Wir hätten noch sozialistischer sein müssen!"
            Deshalb amüsiere ich mich oft, wenn ich von Links und von Rechts die selben sozialistischen Parolen höre - es waren und sind Brüder, wenn auch verfeindete!
            Übrigens, machen Sie sich doch mal die Mühe und lesen Sie Lassalle…

            Ach so, Polen. Nun, das haben Sie nicht verstanden.

            • Permalink

          • Paulaner, 26. Jun 2011 16:06

            Re: Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

            Ihre KPD Nazi -Abhandlung bezieht sich sich doch auf das kapitalistischen 3.Reich, wenn man der Definition der Linken folgt, oder?"

            Oh nein, das bezieht sich auf die demokratische kapitalistische Zeit zwischen den Weltkriegen, die von Nazis und Kommunisten erfolgreich erwürgt wurde. Dann allerdings, liebes SED-Opfer (Sie sind wohl wirklich eins) begann der nationale Sozialismus mit Staatsplanung, Erhöhung der Steuern der Reichen von 26 auf 53%, die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" und die "sozialen Errungenschaften". Aber zu wenig, wie Goebbels in sein Tagebuch in den letzten Wochen vermerkte: "Wir hätten noch sozialistischer sein müssen!"
            Deshalb amüsiere ich mich oft, wenn ich von Links und von Rechts die selben sozialistischen Parolen höre - es waren und sind Brüder, wenn auch verfeindete!
            Übrigens, machen Sie sich doch mal die Mühe und lesen Sie Lassalle…

            Ach so, Polen. Nun, das haben Sie nicht verstanden.

            • Permalink

      • Paulaner, 26. Jun 2011 15:05

        Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

        Ja, schauen Sie mal nach, was uns Marx heute noch zu sagen hat. Das hier überlesen Sie aber bitte:

        "Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren ... Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft." Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257)

        Und ein bisschen kritisch sollten Sie schon sein, wenn Sie die Klassiker studieren:

        "Es ist möglich, daß ich mich blamiere. Indes ist dann immer mit einiger Dialektik zu helfen. Ich habe natürlich meine Aufstellungen so gehalten, daß ich im umgekehrten Fall auch Recht habe." Marx an Engels, 1857 (MEW 29, 161).

        • Permalink

        • SED-Opfer, 26. Jun 2011 23:59

          Re: Re: Re: Nur Mutige sitzen zwischen allen Stühlen

          Nun die Aussagen fast aller Philosophen der Aufklärung zu diesem Thema sind, zumindest der kritischen Öffentlichkeit, bekannt. Darum wunderte es mich auch, das die FDP (Chef) ausgerechnet die Chinesen mit solch einer Ausstellung umerziehen wollen. Aber mit Wissenschaftlichkeit haben die es ja ohnehin nichts am Hut oder der Bluse.

          Sprechen wir es aus, Marx war Antisemit, wie will die Linke dies schön reden? Hat er nicht so gemeint?
          Allerdings war meine Frage spezifischer, „…. So soll es dann aber laut Gysi auch sein, schließlich man bastelt ja gemeinsam am demokratischen Imperialismus, auch wenn er den Begriff vermeidet.“

          • Permalink

  • SED-Opfer, 25. Jun 2011 09:48

    Heuchelei?

    Nun, ich nahm seinerzeit den Rummel um die Ausbürgerung Biermanns und die heute in den terrestrischen Medien üblichen Bekundungen, damals im ND, etwas verwundert und angewidert auf.
    Wenn sich Gysi heute an solchen Themen festbeißt, dann nehme ich ihm das allerdings übel.

    Warum: Die Geschichte hat gezeigt, dass nach Verständnis der brD Eliten und Biermanns selbst, diese Handlungen völlig gerechtfertigt waren.

    Biermann war und ist ein absoluter Feind der DDR und des Sozialismus.
    Seine Welt des zionistischen Kapitalismus, hat die DDR Staatsbürgerschaft und den Staat nie anerkannt, auch nicht dessen Existenzrecht.
    Er wurde also, nach seinem Selbstverständnis, nur von Deutschland nach Deutschland verfrachtet und dies in den Teil den er sooo toll findet.
    Ein Akt der Humanität.
    Eine Staatsbürgerschaft wurde ihm genommen die es nach seinem politischen Verständnis gar nicht gab.
    Aber natürlich, damals lagen die Fakten nicht so klar.

    Statt Geschichte aufzuarbeiten wird hier nachträgliche Anbiederung betrieben.
    Was wollen uns diese EX-SED -ler (der Vater) sagen?
    Die anderen waren es?
    Ich sicher nicht, aber mit dem Wissen von heute habe ich mit den damaligen Tun kein Problem mehr.
    Wenn solche Plauderer meinen sich so beim System anbiedern zu können, dann empfehle ich einen Blick in die heutige Welt-online www.welt.de/debatte/kommentare/article13449134/Die-Linke-geht-an-ihrer-eigenen-Heuchelei-zugrunde.html

    • Permalink

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