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Vorbereitungen der Bäuerlichen Notgemeinschaft zum Empfang der Grünen-Bundestagsabgeordneten
Foto: H. Jung
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Gleich mit zwei Bundestagsabgeordneten waren die Grünen in Dannenberg angereist: Neben Fraktionsvize Bärbel Höhn erschien Dorothea Steiner, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion. Begrüßt wurden sie wendlandtypisch: Mitglieder der Bäuerlichen Notgemeinschaft waren mit Traktoren angerollt und signalisierten auf Spruchtafeln: »Atommülllagerung in Gorleben – nicht mit uns!«
Einige der Landwirte wollen heute auch in Berlin beim Grünen-Parteitag mit Treckern zugegen sein. Zudem haben Anti-AKW-Initiativen und Umweltverbände angekündigt, den Parteitag mit kritischen Aktionen zu begleiten. Sie haben sich deutlich gegen das schwarz-gelbe Ausstiegskonzept bis zum Jahr 2022 positioniert. Sollten die Grünen diesem zustimmen, droht ein Bruch mit der Bewegung. »Nicht wir verabschieden die Grünen-Spitze aus der Anti-AKW-Bewegung. Das machen sie gerade auf erschreckende Weise selbst«, erklärte Jochen Stay, Sprecher der Anti-AKW-Organisation »ausgestrahlt«.
Auch Mitgliedern der Lüchow-Dannenberger Grünen behagt die Position ihrer Parteispitze in puncto Ausstieg keineswegs. Bärbel Höhn betonte vor vielen Engagierten des Gorleben-Widerstandes mehrmals, wie sehr sie der »Bewegung« zugetan sei, habe sie doch selbst in ihr mitgewirkt. Aber in 25 Jahren parlamentarischer Politik sei sie so pragmatisch geworden, dass sie in puncto Ausstieg »lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach« habe. Die Politik der Grünen, so Höhn, werde von der »Bewegung« gestützt. Wenn diese aber nun die Grünen wegen einer Zustimmung zum Atomkonsens als »Verräter« beschimpften, »dann spalten wir uns, und das ist es, was die Konservativen wollen«. Diskussionsteilnehmer bemängelten, dass in den Ausstiegsplänen die Endlagerfrage nicht berücksichtigt worden sei. Höhn entgegnete, das Gesetzespaket sei in sehr kurzer Zeit geschnürt worden. Darin auch ein Endlager-Suchgesetz unterzubringen, sei nicht zu schaffen gewesen.
Unterstützung bekam Höhn von Rebecca Harms, Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament: Das Ausstiegskonzept der Regierung sei nicht das Optimale. Aber jetzt könne viel mehr erreicht werden als der Konsens von Rot-Grün im Jahr 2000, keinesfalls aber ein »Verrat an der Bewegung oder an Gorleben«. Die Grünen sollten dem Gesetzespaket nur zustimmen, wenn darin sowohl das endgültige Nein zu Gorleben als Endlager sowie die Unumkehrbarkeit des Ausstiegs im Grundgesetz verankert werde, appellierten dagegen Atomkraftgegner.
Auch die LINKE hatte kürzlich zu ihrem Diskussionsabend in Dannenberg zwei Bundestagsabgeordnete aufgeboten: Johanna Voß und Dorothée Menzner, Energieexpertin der Fraktion. Beide Frauen und der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Kurt Herzog, stellten heraus, dass der Ausstieg bis 2014 möglich sei. Wichtig sei zudem die Aufnahme einer Unumkehrbarkeit des Ausstiegs ins Grundgesetz. Die von Schwarz-Gelb erarbeiteten Gesetzvorlagen enthielten keine solche Sicherheit. Die Stromkonzerne könnten folglich gegen das Ausstiegsprogramm klagen. Hätten sie Erfolg, bedeute das letztlich eine Laufzeitverlängerung. Dann aber stehe Kanzlerin Angela Merkel gut da und könne sagen: »Bitteschön, wir haben es ja versucht!«
Herzog monierte, dass die derzeitigen Ausstiegsszenarien kein kategorisches Nein zu Gorleben als Endlager enthielten. Zum Verhalten der Grünen, die dem Atomgesetzpaket zustimmen wollen, sagten Diskussionsteilnehmern: »Da geht es einigen wohl darum, sich staatstragend darzustellen, weil sie noch Karriere machen wollen.«
Voß berichtete von »fehlender Offenheit« der Regierung. Merkel habe unlängst Vertreter von Grünen und SPD zu einem Gespräch über den Atomausstieg eingeladen. »Uns aber nicht«, gab die Abgeordnete der LINKEN zu bedenken.
Kommentar Seite 8
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Ausstieg schon 2014 möglich. Das nenne ich sie rechts überholen, die Grünen. Willkommen in Absurdistan!
Was ist daran absurd? Wenn man bedenkt, dass schon jetzt durch die Abschaltung von sieben Meilern keine Energieengpässe auftreten und dass die Entwicklung erneuerbarer Energie auf Sparflamme läuft, kann man durchaus annhemen, dass es möglich ist, bis 2014 auszusteigen, wenn die Entwicklung der Erneuerbaren dastisch forciert wird.
Die Partei von Cem Özdemir ist ein wirkliches Phänomen im PR-Sinne. Denn dass diese Partei den Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg stellen durfte, ist doch weiterhin unglaublich und eine wirkliche Meisterleistung der Extraklasse. Die Atomdebatte, die Ablehnung von Stuttgart 21 oder die kritische Positionierung zur Gesundheitsreform bescherten den Grünen diese Superergebnisse im Süden der Republik. Ob der Atomausstieg um einige Jahre nach hintenversetzt wird oder nicht - diese Debatte hat nur einen Sinn: Die Grünen sind wieder in den Medien präsent: 2010sdafrika.wordpress.com/2010/08/17/bundestagsabgeordneter-bewertet-atomenergie-sudafrikas/.
Pfändung der Gewinne. Solange die AKW`s noch am Netz sind. Denn die Kosten der Entsorgung dürfen nicht dem Steuerzahler aufgebürdet werden. Wenn etwas übrig bleibt, nach der fachgerechten Entsorgung, dann wird der Rest ausgezahlt. Aber es wird nichts übrig bleiben, weil es keine Lösung gibt. Weder für Endlager, noch für eine fachgerechte Entsorgung.
JaneO.
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