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Von Sarah Liebigt
05.07.2011

Berlin ist dufte und gottlos

Sightseeing mit dem Spitzenkandidaten: CDU präsentiert Wahlkampfpläne

»Wenn Sie vielleicht nicht so steif da stehen würden«, bittet einer der Fotografen Frank Henkel, der zwischen Plakataufstellern steht und in die Kameras guckt. Die Berliner CDU präsentierte in ihrer Wahlkampfzentrale ihr Programm für die kommenden drei Monate: 40 000 Plakate, vier Bustouren, eine Million Euro und die prinzipielle Bereitschaft des Spitzenkandidaten Henkel, sich »jedem Duell zu stellen«, bestimmen demnach die gedachte »Zielgerade« ins Rote Rathaus. »Damit sich was ändert« lautet deren Motto.

Was sich ändern muss, hat die Berliner CDU per Bürgerumfrage ermittelt und in 100 Problemen inklusive Lösungen in einem Heft zusammengefasst. Die inhaltliche Ausrichtung des Wahlkampfes bezieht sich demnach maßgeblich auf Ansätze zur Beseitigung der »höchsten Jugendarmut«, der »eklatanten Mängel im Bildungssystem« und Lösungen gegen eine steigende Kriminalität an öffentlichen Plätzen wie dem öffentlichen Personennahverkehr und in Schulen. »Berlin ist eine dufte Stadt«, aber die »Normalität ist verloren gegangen«, sagte der CDU-Spitzenkandidat.

Wahlkampfleiter und Generalsekretär Bernd Krömer eröffnete das Pressegespräch mit Vorwürfen gegen die SPD und den Regierenden Bürgermeister. Deren Wahlkampfmotto (»Berlin verstehen«) sei eine Banalisierung des Wahlkampfes. Sich um die real existierenden Probeme zu kümmern sei etwas ganz anderes als nette, berlintypische Gegensätze aufzuzählen. Ein Begleitthema des Wahlkampfprogrammes ist der Hinweis auf eine nicht existente Erfolgsbilanz der rot-roten Koalition respektive von Klaus Wowereit, der viereinhalb Jahre lang Urlaub gemacht habe. Außerdem drücke sich Wowereit derzeit vor der Auseinandersetzung. Es habe durch verschiedene Medien mehrere Einladung zu Gesprächsrunden mit den Spitzendenkandidaten der Parteien gegeben, doch »duckt sich« Wowereit »jetzt offenbar vor den Duellen weg«, so Henkel.

Für den Wahlkampf sind außerdem zwei Auftritte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeplant – am 9. September am Checkpoint Charlie und zum Abschluss am 16. September in Lichterfelde. Weiterhin soll es vier Bustouren im CDU-eigenen Doppeldecker geben. Die von Henkel moderierten Touren sollen zu Orten führen, die die CDU getreu dem Wahlkampfmotto als veränderungswürdig erkannt hat.

Laut Wahlkampfchef Krömer beträgt das Budget für den diesjährigen Wahlkampf 40 Prozent mehr als 2006. Die hohe Summe ergebe sich hauptsächlich aus der erhöhten Spendenbereitschaft und der Tatsache, dass durch den Umzug der CDU-Zentrale in die Kleiststraße viel Geld durch geringere Mietkosten gespart würde, erläuterte Henkel.

Auf Berlins neuen Erzbischof Rainer Maria Woelki und dessen Äußerungen zum Thema Homosexualität angesprochen, sagte Henkel: »Er hat eine schwierige Aufgabe in einem weitgehend gottlosen Umfeld.«

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