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Von Rainer Funke
19.07.2011

Sturm der Empörung am Müggelsee

Anwohner rings um Berlins größtes Gewässer wehren sich gegen neue Flugrouten

Flugzeuge sollen um den Müggelsee einen Bogen machen. ND-
Flugzeuge sollen um den Müggelsee einen Bogen machen. ND-

Der Widerstand gegen die neue Version der Schönefeld-Flugrouten Richtung Osten – diesmal über den Müggelsee – hält weiter an. Für den gestrigen Abend hatte die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) zu einer Protestkundgebung auf dem Marktplatz des Köpenicker Ortsteils aufgerufen. Eingeladen waren auch Berliner Spitzenpolitiker (bei Redaktionsschluss hatte die Veranstaltung noch nicht begonnen).

Die Empörung der Bürger gilt der Deutschen Flugsicherung (DFS) und ihren Plänen des Müggelsee-Überfluges, wenn der Großflughafen Schönefeld fertiggestellt sein wird. Die am 4. Juli vorgestellte Version hatte in den zurückliegenden zehn Jahren keine Rolle gespielt – jedenfalls nicht öffentlich. Sie wurde damit begründet, »möglichst wenig Menschen mit Fluglärm zu belasten«, zudem würde die Doppelbelastung von Erkner, das bei Westwind auch in der Einflugschneise liegt, vermieden.

Das lässt man in Friedrichshagen und anderswo rings um den Müggelsee nicht gelten. Von schwerem Vertrauensmissbrauch ist die Rede, und LINKE-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi sprach von einem »Affront gegen den Osten«. Denn während der Wannsee nur in einer Höhe von mindestens 2,4 Kilometern überflogen werden darf, sollen die Flugzeuge den Müggelsee in lediglich 1150 Metern überfliegen. »Die grüne Lunge Berlins mit ihren Natur- und Wasserschutzgebieten, Zehntausenden Anwohnern und über einer Million Naherholern pro Jahr darf nicht für Gewinnmaximierung zerstört werden«, fordert die Bürgerinitiative.

Der mit 7,5 Quadratkilometern größte Berliner See ist ein ausgewiesenes Naherholungsgebiet, gesäumt von Wald und Biotop, Wasserwerk und Tiefbrunnen, aus denen die Stadt einen Gutteil ihres Wasserbedarfs schöpft. Wie der Betreiber eines Strandkioskes am Ausflugsziel »Rübezahl« sagt, sei das Geschäft weitgehend vom Wetter abhängig. Wenn demnächst noch alle paar Minuten ein Flugzeug lärmend den See passieren würde, wer soll dann noch hierher kommen um auszuspannen?

Die Friedrichshagener Bürgerinitiative sieht das ähnlich und nennt Fakten: Beim Ausbau des Flughafens zum Drehkreuz werde es pro Jahr zu 550 000 Flugbewegungen kommen, also zu 80 Starts und Landungen pro Stunde. Einwohner von Friedrichshagen, Schöneiche und anderen großen Gemeinden würden sich einer dauerhaften starken Lärmbelästigung ausgesetzt sehen. Lediglich die fünf Stunden nach Mitternacht könne man bei geöffneten Fenstern schlafen. Auch auf das Gegenargument, es flögen ja bereits jetzt täglich etwa 50 Flugzeuge über die Region, gibt es eine Antwort: Es handele sich um Landeanflüge via Tegel, die erheblich weniger Lärm verursachen als Starts. Nach Ausbau von Schönefeld würden es mehrere Hundert jeden Tag sein, heißt es in einem Analysepapier der Bürgerinitiative. »Bei den Tegeler Flugzeugen handelt es sich überwiegend um kleine, relativ leise Maschinen, von Schönefeld werden auch große Jets starten.«

Unterdessen forderte Linkspartei-Landesvorsitzender Klaus Lederer den Bundesverkehrsminister, die Flughafengesellschaft und deren Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit auf, Entscheidungen im Interesse aller Bürger der Stadt zu treffen. »Weniger Fluglärm für den Südosten ist möglich, wenn die Routen nochmals überprüft und bei Ostabflügen die meisten Starts via Südbahn erfolgen würden«, so Lederer. Auch Umweltsenatorin Katrin Lompscher (LINKE) hat den Regierenden Bürgermeister aufgefordert, korrigierend einzugreifen. Sie lehnt die Flugroute über den Müggelsee ab, weil in dem Gebiet ein Viertel des Berliner Trinkwassers gefördert wird.

Die FBI schöpft wieder ein wenig Hoffnung, weil inzwischen auch mehrere Vorschläge für Alternativrouten vorliegen, darunter auch von der Köpenicker SPD. »Wir bitten den Regierenden Bürgermeister, diese Vorschläge an die Deutsche Flugsicherung weiterzuleiten, damit diese ihre Pläne für einen Müggelsee-Flugkorridor schnellstmöglich zurückzieht«, heißt es in einer Erklärung des Sprecherrates der Initiative.

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