20.07.2011
Meine Sicht

Routen und Alternativen

Bernd Kammer hat noch Hoffnung für den Müggelsee

Die Empörung der Menschen rings um den Müggelsee ist verständlich, so wie zuvor der Protest der Bewohner rings um den Wannsee oder in Kleinmachnow und Rangsdorf. Sie fühlen sich von der Politik verschaukelt, die sie jahrelang im Glauben ließ, die Flugzeuge fliegen weit an ihnen vorbei. Und wer vom Fluglärm nicht betroffen ist, muss in die Flughafenplanung auch nicht einbezogen werden. Der Flughafen wurde gebaut und vollendete Tatsachen geschaffen.

Erst im vergangenen Herbst kam das böse Erwachen, als wir zu lernen hatten, dass Flugrouten abknicken müssen. Damit zwei Flugzeuge gleichzeitig starten können und der Flughafen wirtschaftlich zu betreiben ist. Und dazu gebe es leider, leider keine Alternative, hieß es.

Ein paar Protestrunden später soll es über dem Wannsee leiser werden, und auch Potsdam und einige märkische Gemeinden werden verschont. Dafür trifft es nun den Osten stärker. Und wieder sollte es dazu keine Alternative geben. Nachdem die Friedrichshagener Krach geschlagen haben, liegen die ersten Vorschläge auf dem Tisch.

Ob sie noch berücksichtigt und dadurch vielleicht wieder andere Wohngebiete belastet werden, bleibt abzuwarten. Dass das Umweltbundesamt jetzt angekündigt hat, sich die Routen genau anzuschauen und Veränderungen nicht ausschließt, ist ein Hoffnungszeichen für die Flugroutengegner. Genauso wie seine Forderung, das Nachtflugverbot von fünf auf acht Stunden auszuweiten. Gesundheit geht vor Wirtschaftlichkeit, dafür lohnt es sich, Krach zu schlagen, erst recht in Wahlkampfzeiten.

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