»Ein rechtsradikaler Hintergrund ist Gegenstand der Prüfungen. Aber wir können noch nicht zuverlässig sagen, ob es wirklich ein ausländerfeindlicher Anschlag war«, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Es werde in alle Richtungen ermittelt – wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung. Zur Tatzeit hätten sich neun Menschen in der Erdgeschosswohnung aufgehalten. Sie brannte komplett aus. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile.
Die Polizei Köln hat eine 21-köpfige Ermittlungskommission gebildet. Zeugen berichteten von zwei bis vier Tätern. Zwei von ihnen sollen dunkel gekleidet und kahlköpfig gewesen sein. Einer von ihnen soll den Anschlag mit einem Handy gefilmt haben. Die Personen sind demzufolge in einem dunklen Kleinwagen mit Neusser Kennzeichen sowie einem Frankfurter Kleinbus geflüchtet. Lokale Medien sprachen von einem »offensichtlich fremdenfeindlichem Hintergrund«. Das Haus sei zuvor nicht als Konfliktherd bekannt gewesen, sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen gegenüber ND.
Leverkusen sei bisher kein besonderer Schwerpunkt antiziganistischer (also gegen Roma und Sinti gerichteter) Gewalt, sagt Michael Schäfer, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW. Doch habe es dort Aktionen der »Pro«-Bewegung gegeben. Vor etwa einem Jahr hetzten die selbsternannten »Rechtspopulisten« von »Pro NRW« vor Ort gegen – so wörtlich: – »Angehörige einer mobilen ethnischen Minderheit« und sammelten Unterschriften.
»Damit waren Roma und Sinti gemeint, respektive das Bild, das sich Rassisten von ihnen machen«, sagt Schäfer. Zwar könne man keinen unmittelbaren Zusammenhang herstellen zwischen dieser »Pro NRW«-Aktion und dem gestrigen Brandanschlag. Auch würden die Stadtspitze und alle demokratischen Parteien sich »deutlich distanzieren« von antiziganistischen Aktionen. »Doch«, so Schäfer, »eine gewisse feindliche Stimmung ist da.« Die Brandstifter »haben den Tod von Menschen in Kauf genommen«, zeigte Schäfer sich schockiert. Antiziganismus sei weit verbreitet, nun müssten wirksame Maßnahmen zum Minderheitenschutz auch in NRW mit Nachdruck umgesetzt werden.
Mit Entsetzen reagierte auch der Zentralrat deutscher Sinti und Roma auf die Nachricht. »Die Taten müssen umfassend aufgeklärt und Täter sowie eventuelle Hintermänner müssen schnellstens gefunden werden«, forderte der Vorsitzende Romani Rose in Heidelberg. In der Vergangenheit habe es immer wieder Gewaltandrohungen aus der rechtsextremistischen Szene gegen Sinti und Roma gegeben. Die Hetze gegen sie im Internet sei in letzter Zeit angewachsen.
Deutlich schockiert klang Iris Biesewinkel vom Kölner Rom e. V. »Ich sehe einen direkten Zusammenhang mit Oslo und hoffe, dass es nun nicht zu einer Serie rassistischer Anschläge kommt«, sagt die Leiterin der Beratungsstelle des Vereins, der sich für die Menschen- und Bürgerrechte von Sinti und Roma einsetzt. Rassistisches und rechtspopulistisches Gedankengut, sagt Biesewinkel, sei mittlerweile schlicht salonfähig – auch in Deutschland: »Es müssen auch hier klare Zeichen gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gesetzt werden.«
daß der Verfassungsschutz an der Sache dran ist. Auf jeden Fall hat er dieTäter in seiner Kartei.
in der es nicht schwer fiel, den Hitler-Faschismus zu als Staatsmacht zu installieren
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