Thomas Blum 01.08.2011 / Inland

Ausnahmen bestätigen die Regel

Vor fünf Jahren trat die Rechtschreibreform in Kraft. Doch ist es mit einem Regelwerk allein nicht getan

Mit der 2006 eingeführten »Reform der Rechtschreibreform« kehrte man zu vielen alten Schreibweisen zurück.

Wissen Sie, was ein »Anredefürwort« ist? Anredefürwörter, also »du« oder »ihr«, dürfen seit der Einführung der Rechtschreibreform vor fünf Jahren klein oder groß geschrieben werden. Man denke daran, wenn man einen Brief oder eine E-Mail verfasst. Auf den ersten Blick könnte man diese seinerzeit eingeführte Regel für eine Vereinfachung halten: Zwei Schreibweisen sind nun statt einer einzigen erlaubt. Und beabsichtigt war auch vor fünf Jahren: eine Vereinfachung. Doch dann – wir bleiben beim oben genannten Beispiel – stößt man plötzlich darauf, dass die Vereinfachung gar keine ist: »Ihr« wird immer dann großgeschrieben, wenn es um eine oder mehrere Personen geht, die Sie siezen. Also nochmal: Erlaubt ist hier, was gefällt, was die Groß- und Kleinschreibung angeht. Außer Sie siezen jemanden, dann gilt ein Ausnahmefall, egal ob es sich um eine angesprochene Gruppe oder Person handelt. Hier muss »Sie« und »Ihr« großgeschrieben werden. Also: »Danke für Ihr Verständnis.« Beim Duzen aber ist es wurscht: »Schön, wenn ihr (bzw. Ihr) Verständnis habt.« Mag sein, dass Sie das auf Anhieb verstehen bzw. ihr/Ihr das auf Anhieb versteht. Aber erklären Sie diese Regelung und ihren Sinn mal einem Kind, das gerade schreiben lernt.

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