Bis zu 100 000 gleichzeitige Zugriffe, rund 20 Millionen Seitenaufrufe in den ersten Tagen, über 2500 Verbraucheranfragen: Diese beeindruckenden Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Es ist höchste Zeit für mehr Klarheit, für mehr Wahrheit bei Lebensmitteln.
Denn die Deutschen sind verunsichert. Was habe ich auf meiner Pizza – echten Käse oder ein billiges Imitat? Beiße ich gerade in ein natürlich gewachsenes Stück Fleisch oder in zusammengeklebte Fleischreste? Welchem Packungsaufdruck kann ich noch Glauben schenken – ist da, wo »ohne Geschmacksverstärker« drauf steht, auch wirklich kein Geschmacksverstärker drin? Ein tiefes Misstrauen gegenüber der Lebensmittelindustrie hat sich eingeschlichen. Die Verbraucher fangen an, Fragen zu stellen – und es sind berechtigte Fragen. Sie haben ein Recht auf Antworten.
Und genau hier setzt lebensmittelklarheit.de an. Das Portal ist ein Angebot zum Dialog – und es ermöglicht diesen Dialog sehr differenziert: Wo wird der Verbraucher getäuscht? Wo irrt er sich selbst? Welche Produkte empfindet er als verwirrend, obwohl sie im Einklang mit gesetzlichen Regelungen sind? Wie könnte der Gesetzgeber darauf reagieren? Wir wollen Missverständnisse ausräumen und potenzielle Quellen von Irreführung beseitigen. Das ist die Aufgabe von lebensmittelklarheit.de: durch Dialog für Verständlichkeit, Ehrlichkeit und Durchblick bei der Lebensmittelkennzeichnung zu sorgen.
Und dieser Dialog ist bitter nötig. Wie schwierig es ist, klare Kennzeichnungen auf Lebensmittelpackungen durchzusetzen, zeigt die jüngst verabschiedete EU-Verordnung. Wir werden auch in Zukunft keine Angabe des Energiegehaltes auf der Vorderseite der Packung haben, keine auf den ersten Blick zu erfassende Nährwertampel. Stattdessen wird es bei einer Tabelle bleiben, die viele Hersteller auf der Rückseite ihrer Packung verbergen.
Mit unserem Portal wollen wir dieses Versteckspiel ein Stück weit auflösen und dem Verbraucher die Gelegenheit bieten, sich öffentlich zu äußern. Das Internet ermöglicht eine neue Art der Kommunikation. Lebensmittelklarheit.de schafft Leitplanken, an denen sich die Verbraucher orientieren können. Wer das Portal auf seine Anklage reduziert, erfasst seinen Sinn nicht: Es ist das Angebot und die Aufforderung zum Dialog. Und die Hersteller werden ihre Position nicht verbessern, wenn sie sich diesem Dialog verweigern.
Parallel zum Start des Portals hat das Bundeskabinett die Novelle des Verbraucherinformationsgesetzes verabschiedet. Dämmert in Deutschland eine neue Informationskultur herauf? Die Chance ist da. So wird es in Zukunft viel leichter sein, Auskünfte von Behörden zu bekommen. Diese Auskünfte sollen schneller erteilt werden und kostengünstiger sein. Auch ist zu erwarten, dass die Behörden in Zukunft von sich aus die Öffentlichkeit über Kontrollergebnisse informieren, auch wenn sie nicht gefragt wurden. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer informierten Gesellschaft.
Lebensmittelklarheit.de dient demselben Ziel: Es will informieren und den Verbraucher zu einem souveränen Entscheider machen.
Die Verbraucher wollen lebensmittelklarheit.de, sie wollen die Informationen, die es zur Verfügung stellt. Sie wollen ihre Fragen stellen können, sie wollen Antworten haben. Aber auch die Unternehmen brauchen das Portal. Mit lebensmittelklarheit.de können sie ihren Kunden zeigen, dass sie sie ernst nehmen. Dass sie in der Lage sind, Anregungen umzusetzen. Das ist die neue Welt – und es wird Zeit, dass die Unternehmen in ihr ankommen. Die Verbraucher sind schon da.
Seit letztem Monat gibt es das Internetportal lebensmittelklarheit.de. Dort können Verbraucher Produkte melden, über die sie sich beschweren wollen. Wird der Konsument beim Kauf eines Produktes bewusst getäuscht – etwa durch falsche Angaben auf der Packung – werden nach einer Prüfung durch die Verbraucherzentrale Marken und Unternehmen öffentlich benannt. Ziel des Portals ist es nach eigener Darstellung, getäuschten Verbrauchern Informationen zur Produktkennzeichnung zu geben und Fragen zu Lebensmittelprodukten zu beantworten. Umgesetzt wird es von der Verbraucherzentrale Hessen und dem Verbra...
lebensmittelklarheit.de – Viel Inhalt
hab ich dort noch nicht entdecken können, aber es wird wohl darauf ankommen, das möglichst viele Menschen dieses Portal fordern und es dadurch aufbauen.
Man sieht aber an den abgebildeten Verpackungen bald, welchen Müll die Werbeleute einen ständig in die Birne blasen wollen.
„..Die Chance ist da..“
Man hätte ja sowieso nicht erwartet, das Frau Aigner eine Revolution zulassen würde – muss man wie immer selber machen wollen, müssen, sollen........, oder so.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
Sind Frauen die besseren Politiker?
Preis: 7,95 €
Preis: 7,95 €
Werbung:
Werbung: