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16.08.2011

PETER STEIN: Nackte Poesie

Marginalien zum KLEIST-JAHR 2011

Das objektiv Großartige und Sensationalle an Kleist ist, dass ein vollkommen in sich Zerfallener, einer, von dem Lukács sagt, dass er die Dekadenz efunden hat, ein Stück wie den »Homburg« macht, das schwachsinnig, ungenau, hypochondrisch ist, aber zugleich von einer absolut heiteren Klarheit.

Das Stück ist nichts anderes als nackte Poesie, politische Poesie. Will man es auf politische Systeme beziehen, treibt man die Poesie heraus. Will man ein Stück über den preußischen Militarismus spielen, muss man ein anderes Stück wählen, etwa ein Stück von Körner, der ein vaterländisches Stück nach dem anderen geschrieben hat ...

Der Hof ist nicht der preußische Hof, sondern sozusagen der Sockel, auf dem der Prinz sein Denkmal errichten will. Dieser Hof ist nicht die preußische Staatstheorie oder der preußische Militarismus, sondern ist ein Kleistscher »Eigenbau« von Geschichte, Politik, Philosophie ...

Ich verhalte mich zu den Autoren und Stücken immer wie zu Menschen, zum Teil verkrampft, aber auch neugierig. Und je älter ich werde, desto weniger möchte ich andere zu etwas überreden oder zwingen, wenn sie das nicht wollen. Genausowenig möchte ich auf Stücke draufhauen. Meine Aufgabe ist die, das, was der Autor sich in anderen gesellschaftlichen, geschichtlichen, religiösen Situationen gedacht hat, zum Ausdruck zu bringen. Deshalb fand ich beim »Prinz von Homburg« die Tatsache, dass der Traum von uns so überbetont wurde, dass wir das Ganze »Kleists Traum vom Prinzen Homburg« genannt haben, im nachhinein äußerst unangenehm ... Kleist ist im strengen Sinne kein Realist, er enthält aber in Leben und Werk mehr historische und die Geschichte der Bourgeoisie bis heute bestimmende politische Realität als andere Schriftsteller bürgerlicher Epoche, Goethe eingeschlossen.

(Aus: Roswitha Scheib: Peter Stein. Ein Porträt.
Zu »Prinz von Homburg«, Schaubühne Berlin, 1972. Berlin Verlag 2005)

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