Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
16.08.2011

PETER STEIN: Nackte Poesie

Marginalien zum KLEIST-JAHR 2011

Das objektiv Großartige und Sensationalle an Kleist ist, dass ein vollkommen in sich Zerfallener, einer, von dem Lukács sagt, dass er die Dekadenz efunden hat, ein Stück wie den »Homburg« macht, das schwachsinnig, ungenau, hypochondrisch ist, aber zugleich von einer absolut heiteren Klarheit.

Das Stück ist nichts anderes als nackte Poesie, politische Poesie. Will man es auf politische Systeme beziehen, treibt man die Poesie heraus. Will man ein Stück über den preußischen Militarismus spielen, muss man ein anderes Stück wählen, etwa ein Stück von Körner, der ein vaterländisches Stück nach dem anderen geschrieben hat ...

Der Hof ist nicht der preußische Hof, sondern sozusagen der Sockel, auf dem der Prinz sein Denkmal errichten will. Dieser Hof ist nicht die preußische Staatstheorie oder der preußische Militarismus, sondern ist ein Kleistscher »Eigenbau« von Geschichte, Politik, Philosophie ...

Ich verhalte mich zu den Autoren und Stücken immer wie zu Menschen, zum Teil verkrampft, aber auch neugierig. Und je älter ich werde, desto weniger möchte ich andere zu etwas überreden oder zwingen, wenn sie das nicht wollen. Genausowenig möchte ich auf Stücke draufhauen. Meine Aufgabe ist die, das, was der Autor sich in anderen gesellschaftlichen, geschichtlichen, religiösen Situationen gedacht hat, zum Ausdruck zu bringen. Deshalb fand ich beim »Prinz von Homburg« die Tatsache, dass der Traum von uns so überbetont wurde, dass wir das Ganze »Kleists Traum vom Prinzen Homburg« genannt haben, im nachhinein äußerst unangenehm ... Kleist ist im strengen Sinne kein Realist, er enthält aber in Leben und Werk mehr historische und die Geschichte der Bourgeoisie bis heute bestimmende politische Realität als andere Schriftsteller bürgerlicher Epoche, Goethe eingeschlossen.

(Aus: Roswitha Scheib: Peter Stein. Ein Porträt.
Zu »Prinz von Homburg«, Schaubühne Berlin, 1972. Berlin Verlag 2005)

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken