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Von Harald Kretzschmar
16.08.2011

Leiser, kluger Witz

Kurt Weiler 90

Sitze ich bei Kurt Weiler in seiner abgeschiedenen Behausung im Kleinmachnower Bachweg 2 auf dem Sofa, dann sieht der kluge Altmeister des Puppentrickfilms mich fein lächelnd an und beginnt ganz im Sinne seiner Schöpfungen zu fabulieren.

Welch Glück im bösen Unglück, als seine todgeweihten jüdischen Eltern 1938 den Halbwüchsigen nach England entkommen ließen! Wie er dort bei Peter Sachs sein Handwerk beherrschen und lieben lernte! Mit welch befreiter Zuversicht er ins Land DDR kam, um dort schnell Verbündete für seine originellen Animationsfilmprojekte zu finden – Gabriele Koerbl, Erich Günther, Achim Freyer, Ezio Toffolutti und manch andere! Wie er in Dresden die Puppen so herum, und in Potsdam-Babelsberg anders herum vor der Trickkamera tanzen ließ!

Vom altbackenen Kasperletheater weg zu witzig-poetischen Filmsequenzen über Liebe und Tod, Krieg und Frieden, so sein immer vom offiziellen leicht abweichendes Programm! »Das tapfere Schneiderlein« oder »Heinrich der

Verhinderte« oder »Kalif Storch« heißen nur einige der vielen Filmchen. Gerettet, aber verschwunden scheinen sie im Fundus der DEFA-Filmproduktion. Deren Produkte zu bewahren gelang. Leider bleibt ihnen versagt, sich vor Zuschaueraugen weiterhin zu bewähren. Dabei ist jene hintergründige Ironie und verfremdende Poesie, die Kurt Weilers Werken eigen ist, im gegenwärtig oft von technischer Raffinesse überbordenden Animationsfilm selten geworden.

1987 bis 1997 hatte der rührige Ruheständler noch an der Filmhochschule sein Wissen an die Jungen weitergegeben. Eine klare Fabel mit einer nachvollziehbaren Tendenz, darauf legte der ansonsten denkbar naive Filmemacher der kleinen Form immer Wert. Er hatte etwas zu sagen damit. Bitteschön, bei aller rührenden Naivität. Die teilte er mit seiner Frau, engen Mitarbeiterin und gelegentlichen Autorin Hanna.

Die Bitterkeit der späten Jahre besteht darin, dass die kürzlich Verstorbene seinen Neunzigsten nun nicht mehr mit ihm feiern kann. Nun hat die junge, ebenfalls im Filmwesen aktive Familie das Sagen des Gratulierens in dem Haus, das der Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke 1938 erbauen ließ, um von dort Funkkontakt nach England zu haben. So schließen sich Schicksalskreise.

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