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Von Jürgen Amendt 19.08.2011 / Bildung

Frauendomäne Lehrerberuf

Bild 1
Karikatur: Christiane Pfohlmann

Der Pädagogen-Beruf ist eine Frauendomäne. In den Kitas stellt das weibliche Personal eh schon immer die Mehrheit, aber auch in den Schulen sinkt der Anteil der Männer kontinuierlich. In den letzten 30 Jahren ist er nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 45 Prozent auf 30 Prozent gesunken. Den größten Schwund gab es an den Gymnasien, mit einem Rückgang von 57 Prozent auf heute nur noch 37 Prozent; an den Grundschulen dominieren die Frauen zahlenmäßig mit rund 90 Prozent.

Sucht man nach Gründen für diese Entwicklung, wird häufig auf die schlechte Bezahlung der Pädagogen hingewiesen. Zugegeben, dass Argument hat mich bislang auch überzeugt, denn Männer setzen bei der Berufswahl neben den Karrierechancen vor allem auf eine gute Bezahlung. Die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Antje Schrupp findet diese Erklärung allerdings nicht besonders überzeugend. In ihrem Weblog (www.antjeschrupp.com) weist sie darauf hin, dass es durchaus auch Bereiche gibt, die schlecht entlohnt, die aber dennoch von Männern als attraktiv eingeschätzt werden. So zum Beispiel Berufe in der Kreativ- und Medienbranche, die oft anstrengender und zeitaufreibender sind als der Unterricht vor einer Klasse oder die Erziehung im Kindergarten. Selbst Köche, so die Autorin, verdienen deutlich schlechter als Grundschullehrer.

Was aber schreckt Männer dann ab, Lehrer oder Erzieher zu werden? Antje Schrupp weiß die Antwort auch nicht. Ich fürchte, die Antwort ist wenig schmeichelhaft für mich und meine Geschlechtsgenossen. Werbetexter, Grafiker oder Köche produzieren etwas Vorzeigbares, Objekte, die das eigene Ego pflegen. In der Erziehung und Bildung aber haben es die dort Tätigen mit Subjekten, nicht mit Objekten zu tun. Das Ergebnis der Arbeit ist zudem nur schwerlich präsentierbar. Ob eine Erzieherin ihren Job gut gemacht hat, weiß sie – wenn überhaupt – erst nach Jahrzehnten.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

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  • drhwenk, 19. Aug 2011 14:24

    Frauenseilschaften als Sekündärgewinn der Mütterrollen?

    Alle in der Gesellschaft, vor allem Kinder haben ein viel "gehorsameres" Verhältis zu Frauen, als zu Männern.
    Dort muss die Willfährigkeit, unter Symapthie und Freundlichkeit verboregen, irgednwie durch Posten oder andere Machtsignien "erzwungen" werden, oft gegen pubertären Widerstand. Das wid auch reichlich gemacht.
    Das gibt übrigens der Frauenbewegenug Nahrung, weil die ausserpäfdagogsichen "Machtposten" bevorzugt von Männern innegehabt werden.
    Nur, die "ohnmächtigen" Männer ohne Machtposten sind doppelt und dreifachen Verlierer. Auch die Schüler und Kinder sind etwas "ausegbremst" und in Ambivalenzen verstrickt.

    Da Frauen sich also zu den "Unterdrückten" zählen, werden sie kaum als "Unterdrückerinnen" wahrgenommen.
    Das wird in allen Sozial-, Pflege- uund Mediznberufen auch weidlich ausegenutzt.
    Pädagogen sind Agenten der Herrschaft, wie die andern genanntenBerufe auch.
    Da gibt es natürlich auch aufrechte Linke, aber weniger als alle, weit weniger.
    Und schliesslich ist das Switchen von Lehererin zur Mutter und zurück oder auch nicht, mit der ausserschulischen Erziehungsparxis im Rücken und noch durch die Biologie unterstützt, ein so großers Reservoir an Gründen, das die über 2/3 Mehrheit an Lehrerinnen kaum verwundert.
    Und Seilschaft können Frauen auch, wo sie das bei Männern so analysieren. Vor allem die konservativen und gemäßigteren Frauen.


    Lehrerinnen sind verbeamnmtet und unkündabr und verdienen recht gut.

    Sol doch sogar Dshengis Khan Angst vor seiner Mutter gehabt haben.
    Die Muttebeziehug ist psychologsich absolut prägend für zuminedestens alle Beziehungen zu Frauen, vor allem aggregeirtzu soziologischen Rollen.

    Man kann Gegenkräfte gegen diesen Wust von Gründen aufbieten. Aber man tut es kaum.

    • Permalink

  • Rotspoon, 22. Aug 2011 07:43

    Es kommt also auch nichts Gutes dabei heraus

    wenn eine schlechte Sache den Frauen überlassen wird

    • Permalink

  • Rotspoon, 26. Aug 2011 23:12

    Mir wird immer ganz schlecht

    wenn die Tusse an der Fleischtheke forsch fragt: Na, was hätten wir denn heute gern? Mein Opa war ganz verwirrt, als er nach seiner ersten Krankenhausnacht von einer Krankenschwester barsch gefragt wurde: Na Opa, hatten wir heute schon Stuhlgang?.
    Das Patriarchat war sicher kein Fortschritt gegenüber dem Matriarchat. Aber letzteres ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

    • Permalink

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