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Von Andreas Fritsche
19.08.2011
Brandenburg

Platz für Sportflugzeuge und Bomber

In Selchow entsteht für 27 Millionen Euro ein neues Gelände für die Luftfahrtausstellung ILA

Passagiermaschinen und Sportflugzeuge werden zwar auch gezeigt. Jagdflieger, Bomber und Kampfhubschrauber sind jedoch bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in der Überzahl. Seine Genossen protestierten immer wieder dagegen, dass in Schönefeld Kriegsgerät zur Schau gestellt und gehandelt wird. Gestern setzte Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (LINKE) gemeinsam mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) den symbolischen ersten Spatenstich für ein neues ILA-Gelände. Es befindet sich am Rand von Selchow in unmittelbarer Nähe der Flughafenbaustelle.

Seit 1992 findet die ILA alle zwei Jahre auf dem Airport Berlin-Schönefeld statt. Doch durch den Ausbau zum Großflughafen wäre dort für die nächste ILA im September 2012 kein Platz mehr gewesen. Es drohte die Verlegung nach Leipzig. Senator Wolf und Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) bemühten sich sehr, die älteste und drittgrößte Luftfahrtausstellung der Welt in der Region zu halten. Immerhin zieht die ILA 180 bis 190 Millionen Euro Kaufkraft nach Berlin und ins Umland. An ihr hängen mehr als 4500 Arbeitsplätze.

»Leider gibt es weltweit keine Luftfahrtmesse ohne Rüstungsanteil«, bedauert Christoffers. »Es war klar, wenn man die ILA haben will, ist es Bestandteil.« Der Wirtschaftsminister ist »erst einmal froh«, dass für die ILA und viele andere Messen in Selchow ein Standort gefunden wurde. Die Entscheidung, wohin die Luftfahrtausstellung geht, habe am »seidenen Faden« gehangen, erzählt Dietmar Schrick, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Es sei ein »Schönheitswettbewerb« gewesen. Inzwischen ist die ILA doppelt so groß wie im Jahr 1992, als sie von Hannover nach Schönefeld wechselte. 4000 Journalisten berichten mittlerweile. Sie schreiben 10 000 Zeitungs- und Zeitschriftenartikel und senden Fernsehbeiträge mit einer Gesamtlänge von 80 Stunden. Eine derartige Aufmerksamkeit könnte die Branche mit herkömmlicher Werbung nicht erreichen, weiß Schrick. Er bekannte: »Ich glaube, dass die ILA an gar keinem anderen Standort stattfinden kann als in Berlin-Brandenburg.«

Zunächst ist die ILA allerdings nur bis 2020 nach Selchow vergeben. Raimund Hosch hofft jedoch, dass sie auch darüber hinaus am Großflughafen Schönefeld bleibt. Hosch ist Aufsichtsratsvorsitzender der Messeimmobilien Selchow GmbH, die 27 Millionen Euro in den Standort investiert. Zunächst werden 48 000 Kubikmeter Erdreich bewegt, 11 000 Meter Wasserrohre und 34 000 Meter Stromleitungen verlegt. 69 000 Quadratmeter werden asphaltiert. Es entstehen eine 800 Meter lange Umgehungsstraße und 11 500 Parkplätze für Aussteller und Besucher. Mitte 2012 soll alles fertig sein. Im Juli sollen bereits drei feste Hallen stehen. Das Areal wird, inklusive der Freiflächen, 250 000 Quadratmeter umfassen.

Die Messeimmobilien Selchow GmbH gehört je zur Hälfte der Messe Berlin und der Zukunftsagentur Brandenburg. Neben der ILA sollen in Selchow auch andere Messen stattfinden, damit sich die Investition rechnet. Drei Termine pro Jahr stehen schon fest, sagt Aufsichtsratschef Hosch. Er begegnet der bangen Frage, ob die Messe Berlin von ihrem Traditionsstandort unter dem Funkturm abwandert: Das dortige Areal sei dreimal größer und werde weiterhin zum Beispiel die Grüne Woche und die Internationale Tourismusbörse (ITB) beherbergen, weil diese so viel Platz benötigen.

Auch Besucher von Messen in Selchow werden in Berlin übernachten und abends dort feiern, beruhigt Senator Wolf. Die Region werde insgesamt profitieren.

»Das Land Brandenburg investiert umfangreiche öffentliche Mittel und übernimmt üppige Risiken«, rügt Grünen-Landtagsfraktionschef Axel Vogel. »Als einziger Grund dafür muss die Bindung einer Prestigeveranstaltung an die Region herhalten.« Das Land steuere nicht nur fünf Millionen Euro zum Stammkapital der Messeimmobilien Selchow GmbH bei, es bürge auch für die Investitionen in Höhe von 27 Millionen Euro und für mögliche Jahresverluste der GmbH. Weitere Zahlungsverpflichtungen seien also programmiert.

Ministerpräsident Platzeck verspricht derweil, die Ausrichter der ILA werden es nicht bereuen, dass sie geblieben sind. Derweil ärgern sich der Schrottentsorger B&B Recycling GmbH mit fast 30 Mitarbeitern sowie die Firma Elektro-Süd mit sechs Beschäftigten, dass sie nach Selchow gezogen sind und sich hier unmittelbar neben dem künftigen ILA-Gelände wiederfinden. Die beiden Unternehmen waren vorher in Diepensee ansässig. Der Ort wurde wegen des Großflughafens umgesiedelt. Nun müssen sie wahrscheinlich wieder weg, befürchtet B&B-Geschäftsführer Michael Herndl. Auf dem Recyclinghof hing gestern zwischen zwei Baggern ein Protesttransparent – vom Spatenstich aus gut sichtbar. Es gibt die Angst vor Abstürzen bei Flugshows und die Frage, ob Rettungsfahrzeuge noch durchkommen, wenn der Ort von bis zu 70 000 Besuchern zugeparkt sei.

Das Messegelände werde die Arbeit behindern, glaubt B&B-Geschäftsführer Herndl. Statt der 40 Fahrzeuge, die heute täglich durchfahren, sei in Spitzenzeiten mit 13 200 Fahrzeugen zu rechnen. Die eigenen Lastkraftwagen würden dann im Stau stecken bleiben. Herndl berichtet, dass die Pläne eine Zufahrtsstraße vorsehen, die quasi durch sein Büro führen würde. Eine angepeilte Erweiterung der Recyclingfirma sei von den Behörden wegen des Messegeländes schon abgeblasen worden. Man würde ja weichen, möchte aber eine Entschädigung. Das wäre immerhin eine Lösung. Elektro-Süd dagegen wäre mit Geld nicht geholfen. Die Firma steht vor dem Aus, schimpft der Chef Volker Weber. Er erklärt: »Ich bin jetzt 61 Jahre alt. Noch einmal ziehe ich nicht um.« »Meine Sicht« Seite 9

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