Fred König 24.08.2011 / Bewegung

Herrschaft des Verdachts

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz spielt mit dem antifaschistischen Archiv a.i.d.a. Hase und Igel

Wie bekommt man einen Platz im Verfassungsschutzbericht? In Bayern reicht es anscheinend aus, gut informiert zu sein. Der Münchner Verein »a.i.d.a.« dokumentiert braune Umtriebe und rechte Strukturen – und wehrt sich dagegen, als »linksextremistisch« eingestuft zu werden.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs weiter ungeniert. Mit dieser scherzhaften Redewendung könnte sich auch a.i.d.a. über den Ärger hinwegtrösten, den sie seit bald drei Jahren mit dem Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz (VS) hat. A.i.d.a. ist die »Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle« in München, die nach fast 20-jähriger anerkannter und mit zahlreichen Auszeichnungen bedachter Tätigkeit gegen Neonaziumtriebe in Süddeutschland 2009 erstmals als »linksextremistisch« im Verfassungsschutzbericht 2008 auftauchte. Am Beispiel der Münchener Faktensammler gegen Rechts lässt sich in besonders drastischer Weise nachzeichnen, was passiert, wenn man im Zuge der neuen »Extremismus«-Konjunktur als »linksextrem« gebrandmarkt wird, und wie schwer es ist, sich dagegen zur Wehr zu setzen und den eigenen Ruf zu retten.

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