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Streitfrage: Sollte Papst Benedikt XVI. vor dem Bundestag sprechen?

»Wir sind Papst!« titelte Deutschlands größtes Boulevardblatt nach der Wahl von Josef Ratzinger zum Papst vor etwas mehr als sechs Jahren. Im September kommt Benedikt XVI. zum Staatsbesuch in sein Heimatland. Geplant ist, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche im Berliner Olympiastadion mit zehntausenden Gläubigen die Heilige Messe feiert. Außerdem soll er vor dem Bundestag eine Rede halten. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, sollte man meinen. Schließlich ist Benedikt auch Oberhaupt des Vatikan-staates und vor ihm sprachen schon andere Staatsmänner im Parlament.

Doch die Rede sorgt im Vorfeld des Besuchs für reichlich Diskussionen. Der Aufschrei geht so weit, dass einige Parlamentarier in jüngster Zeit mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gingen, die Papstrede zu boykottieren.

Beiträge dieser Debatte:

  • 27.08.2011
    Von Josef Winkler:

    Mahnendes Wort der Besinnung

    Ein deutscher Papst kommt zu einem Staatsbesuch in sein Heimatland. Dabei wird er mit allen protokollarischen Ehren empfangen, die die Diplomatie kennt. Sollte es uns nicht stolz machen, wenn der »Chef« der einflussreichsten moralischen Instanz der Welt sein Heimatland aufsucht?Kritikerinnen und Kritiker argumentieren auf zweierlei Weise: Die einen sagen, der Papstbesuch selbst sei ja in Ordnung, ... Mehr ...

  • 27.08.2011
    Von Horst Isola:

    Bühne für religiöse Propaganda

    Horst Isola, 1939 geboren, war Landesvorsitzender der SPD in Bre...

    Die geplante Rede des Papstes im deutschen Bundestag stellt offensichtlich einen Teil einer groß angelegten Propaganda- und Mobilisierungskampagne des Vatikans gegen eine nach Auffassung der katholischen Kirche »dramatisch zunehmende Christianophobie« in Europa und der westlichen Welt dar. »Starker und aggressiver« Säkularismus und Laizismus sowie ein stetig wachsendes anti-klerikales Denken beunr... Mehr ...

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1 Kommentar zu diesem Artikel

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  • Nigredo, 26. Aug 2011 23:16

    Ich bin nicht Papst

    Als Führer eines faschistoiden Staates steht er natürlich als Redner im Olympiastadion in bester Gesellschaft; was den Bundestag angeht, muss man aber andere Maßstäbe anlegen:

    Ratzinger ist ein ganz anderes Kaliber als die Bushs oder Wladimir Putin, die bereits vor dem Plenum redeten. Während letztere nämlich immerhin über eine quasidemokratische Legitimierung verfügten, ist der Papst in engeren Sinne ein von einer kleinen Junta von Getreuen auserwählter diktatorischer Herrscher, der zudem für eine extrem rückwärtsgewandte Politik steht, die sich nicht nur hier und da mit den Menschenrechten beisst.

    Der Papst steht für mich damit ideologisch auf einer Stufe mit Than Shwe, Pervez Musharraf oder Augusto Pinochet und die haben auch nie vor dem Bundestag geredet.

    • Permalink

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