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Von Haidy Damm
30.08.2011

Steuergelder für Schlachthöfe

Großschlachtereien profitieren besonders von Subventionspraxis

Rund eine Milliarde Euro an Agrarsubventionen flossen nach Berechnungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in den Jahren 2008 und 2009 in die Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel. Die Umweltorganisation forderte am Montag in Berlin ein sofortiges Ende der Unterstützung für die Fleischindustrie.

In den untersuchten Jahren seien allein jeweils 950 Millionen Euro staatliches Fördergeld in den Anbau von Futtermitteln gesteckt worden. Der Bau von Mastanlagen wurde zudem mit durchschnittlich 80 Millionen Euro unterstützt. Und die zehn größten deutschen Schlachtkonzerne erhalten laut BUND jährlich zusammen rund 20 Millionen Euro Fördermittel, meist in Form von Exportsubventionen.

»Massentierhaltung schadet dem Klima und der Artenvielfalt, belastet durch Überdüngung die Gewässer und setzt Tiere unnötigen Leiden aus«, sagte der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger. Er forderte eine gezielte Förderung besonders nachhaltiger Fleischerzeugung und regionaler Verarbeitung statt »pauschaler Subventionierung«. Durch die jetzige Praxis sei die Wettbewerbsfähigkeit ökologisch und besonders tiergerecht produzierter Fleischerzeugung benachteiligt. Zudem würden Folgekosten beispielsweise Gewässerverschmutzung durch Überdüngung von den Kommunen getragen. Auch seien Subventionen nicht an Nachhaltigkeitsziele gekoppelt wie Beschäftigungssicherung, höhere Verbraucherschutzstandards oder transparente Kennzeichnung von Lebensmitteln. Im Zuge der EU-Agrarreform 2013 sei es wichtig, diese Kriterien aufzunehmen.

Der BUND kritisierte zudem, durch die Subventionen werde die Überproduktion von Fleisch gefördert: Statistisch betrachtet wird inzwischen jedes zehnte in Deutschland geschlachtete Schwein exportiert. Auch Geflügel wird mehr produziert als verzehrt. Die deutschen Landwirte haben nach der Studie des BUND wenig davon. So gaben 2008 17 Prozent der Schweinehalter auf, während die Anzahl der Schweine in Deutschland stieg. Profiteure seien die Großschlachtereien und Investoren von Mega-Mastanlagen.

Deren Bau werde häufig gegen den Willen der Bevölkerung vor Ort durchgesetzt, kritisierte BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning. Zwar werde das zu viel produzierte Fleisch anschließend exportiert, »Gülle, Abfälle, Verkehrslärm und Emissionen bleiben aber in der Region, in der produziert wird«. Anwohner von Intensivtierhaltungen klagten oft über einen Verlust von Lebensqualität. »Bei der Genehmigung neuer Mastanlagen muss die Bürgerbeteiligung erheblich gestärkt werden, um die Akzeptanz der Landwirtschaft zu steigern«, so Benning.

Zahlen und Fakten

Rund 20 Millionen Euro gehen nach Angaben der BUND-Studie – meist als Exportsubventionen – direkt an Großschlachtereien.

2008 ging mit 4,7 Millionen Euro die höchste Zahlung an das brandenburgische Unternehmen »Doux Geflügel«, das auch einer der größten Exporteure für Geflügelfleisch ist.

2009 erhielt der größte deutsche Schweinefleischkonzern »Tönnies Fleischwerk GmbH« mit 3,3 Millionen Euro die höchste Summe. ND

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