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Die Europaabgeordnete gehört zur Delegation der LINKEN in der GUE/NGLFraktion und ist Mitglied im im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Foto: ND/Burkhard Lange
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Nach einer Havarie auf der Shell-Plattform Gannet Alpha im August vor der schottischen Küste verursachten Hunderte Tonnen Erdöl einen etwa 26 Quadratkilometer großen Ölteppich in der Nordsee. Tagelang war der Betreiber außerstande, die Lecks zu schließen. Wie bei der Ölkatastrophe im vergangenen Jahr vor der amerikanischen Küste sind die zuständigen Behörden schlecht informiert. Shell allein kennt das Ausmaß des Unfalls.
Obwohl in nur 100 Meter Tiefe gebohrt wurde, stellte der Unfall Shell vor massive Probleme. Nun planen die großen Erdölkonzerne sogar Ölbohrungen in Tiefen von über 1500 Metern. Doch je tiefer gebohrt wird, desto größer und unbeherrschbarer sind die Havarierisiken.
In der Nordsee und im Nordatlantik ereignen sich jährlich etwa 450 Unfälle, mit steigender Tendenz. Genaue Zahlen gibt es nicht, da die Betreiber nicht jeden Unfall melden müssen. Ein Grund für die große Anzahl an Unfällen ist die teils veraltete Technik, die immer wieder versagt. Hinzu kommt die mangelhafte Informationspolitik. Die Europäische Union verpflichtet die Betreiber nämlich nicht zur Offenlegung ihrer Notfallpläne für derartige Unfälle.
Aber nur so wäre überprüfbar, ob die milliardenschweren Konzerne für ausreichende Sicherheitsvorkehrungen gesorgt haben. Niemand kann derzeit beurteilen, ob ein Konzern wie Shell größere Katastrophen überhaupt in den Griff bekommen würde.
Leider unternimmt die EU kaum etwas, um das Risiko solcher Unfälle auf ein kleinstmögliches Maß zu reduzieren. Von ihrem unter dem Eindruck der Katastrophe im Golf von Mexiko geplanten Vorhaben, Tiefseebohrungen in der Nordsee zu verbieten, ist die Brüsseler Kommission schnell wieder abgerückt. Obwohl sie anerkennt, dass die europäischen Sicherheitsbestimmungen insgesamt unzureichend sind, fordert sie die Mitgliedstaaten lediglich dazu auf, im Einzelfall eine vorübergehende Pause der Lizenzvergabe zu prüfen.
»Sicherheit ist nicht verhandelbar. Wir müssen dafür sorgen, dass eine Katastrophe wie die im Golf von Mexiko niemals in europäischen Gewässern passiert.« Nimmt man diese Worte von Energiekommissar Oettinger als Maßstab, hat die EU sogar komplett versagt. Im »Bericht des Europäischen Parlamentes über die Sicherheit von Offshore-Erdöl- und Erdgasaktivitäten – eine Herausforderung«, über den Mitte September in Straßburg abgestimmt wird, sind die die wichtigsten Probleme ausgespart.
In dem »zahnlosen« Report, der aufgrund der konservativen Mehrheitsverhältnisse im Parlament vermutlich durchkommt, wird ein Moratorium für Tiefseebohrungen als unangemessen und übertrieben bezeichnet. Doch angesichts der katastrophalen Folgen von Lecks sind strengere Haftungsregeln als bisher vorgeschlagen notwendig, damit nicht der Steuerzahler finanziell für die Versäumnisse der Ölindustrie aufkommen muss. Eine effektive Kontrolle der Plattformen auf europäischer Ebene fehlt ebenfalls.
Die EU muss sich auch mit den Arbeitsbedingungen befassen. Auf solchen Plattformen sind Beschäftigte oft in 12-Stunden-Schichten extremen Bedingungen ausgesetzt. Nicht verwunderlich, dass sich die Anzahl schwerer und tödlicher Verletzungen im letzten Jahr verdoppelte und deutlich mehr Gas und Öl unkontrolliert austraten.
Die EU sollte die Unfälle auf den Erdölplattformen zum Anlass nehmen, den Fokus noch mehr auf die erneuerbaren Energien zu richten. Anstelle von Lippenbekenntnissen à la Oettinger brauchen die Bürgerinnen und Bürger in der EU einen klaren Wechsel in der Energiepolitik. Stattdessen plant die EU bereits, Ressourcen in der abschmelzenden Arktis auszubeuten.
Am 27. Februar startet in New Orleans der Prozess zur »Deepwater-Horizon«-Katastrophe. Das Zivilgericht befasst sich mit 535 gebündelten Einzelklagen von 120 000 Klägern, darunter der Regierung in Washington und Gemeinden am Golf von Mexiko. Ob es zu einem Urteil kommt, ist völlig offen. Mehr
Vor dem Weissen Haus in Washington sind in den letzten Tagen ueber 500 Umweltdemonstranten verhaftet worden. An der sich fortsetzenden Demonstration beteiligen sich vorwiegend Akademiker. "Keystone XL" ist das Projekt einer Oil-Pipeline welche ueber 2,700 km das Schiefer-Oil von Kanadas Subarktik quer durch USA nach Texas leiten wuerde. Die Pipeline wuerde durch mehrere Naturschutzgebiete und 6 Indianer-Reservationen und ueber Nordamerikas wichtigstenunterirdischen Wasserspeicher gebaut werden. Eineschon vorhandene Pipeline ist vor einem Monat in Nordzentral-USA gebrochen und hat einen Fluss verseucht. Das Schiefer-Oil wird nach Abholzung riesiger subarktischen Waldflaechen von dem ueber dem Boden befindlichen Teersand durch chemische Behandlung gewonnen. Das Department of State unter Hillary Clinton had diese Oil-Pipeline als notwendig fuer die Sicherheit der USA erklaert, "auch wenn negative Aspekte bestehen": Das Oil kommt vom befreundeten, benachbarten Kanada - nicht von Weltregionen welche unsicher werden koennten. Das Umweltministerium und andere Behoerden wollen noch nicht eine klare Stellung veroeffentlichen. Die politische und juristische Situation verlang eine Entscheidung von Obama ! Einerseits verlangen viele in USA - die Sicherung der Oelversorgung und die 100,000 Arbeitsplaetze welche durch die Anlage der Pipeline enstehen koennten, - anderseits hatten die Umweltler besonders aktiv die Wahl Obamas als Praesident unterstuetzt.
In der fortsetzenden Demonstration gegen "Keystone XL" vor dem Weissen Haus in Washington, sind bis heute 800 Demonstranten verhaftet worden. Obama Entscheidung wird vor Ende des Jahres erwartet. Die "New York Times" und "Indian Country Today" (Indianer Nachrichten) haben sich in Leitartikeln gegen "Keystone XL" erklaert. Das einflussreiche "Foreign Relations Council" unterstuetzt "Keystone XL".
Damals saß ihm der Große Märchenerzähler Al Gore im Nacken. Leichtsinnerweise hat er auch das CO2 zum Giftgas erlärt. Er war auf dem Holzweg. Nun bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Geister, die er damals rief, zu arretieren
Nämlich aus dem dicken Wälzer "Principles of Panicology". Und der Clou vom ganzen steckt im letzten Satz: Die Arktik schmilzt.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
Ölplattform nicht ganz dicht Shell meldet Leck an Nordsee-Plattform / Kilometerlanger Ölteppich
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