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Von Lucía Tirado
15.09.2011

Aus dem Dunkel und zurück

Die Brotfabrik präsentiert mit »Im Licht« ein Porträt des Stummfilm-Stars Pola Negri

Pola Negri
Pola Negri

Mit zwei Pfeilern sind Regisseure und Schauspieler im Theaterraum der Brotfabrik immer konfrontiert. Einige beachten sie nicht, andere nutzen sie für ihre Inszenierung. Holger Müller-Brandes bindet sie für sein Stück »Im Licht – Pola Negri« in der Ausstattung von Lars Reimers kurzerhand als Halterung eines großen weißen Rahmens ein. Eine gute Idee. Das Bild, das darin in 90 Minuten entsteht, ist ein vielsagendes Porträt der Künstlerin Pola Negri. Auch wenn es erst hieß, es gehe hier um Fragmente. Das war zu vorsichtig, untertrieben. Den Text für die Kreaturen-Verbund-Produktion schrieb Simone Kucher.

Die Idee für das Stück, das jetzt seine erfolgreiche Uraufführung erlebte, entstand während des »Somnambule-Kunstfestivals« der Brotfabrik im vergangenen Jahr, das vielen deutlich machte, wie ernsthaft sich dieser Kulturort mit der Geschichte der einstigen Weißenseer Hochburg von Stummfilmproduktionen befasst. Die Negri war ein Star dieser Kunstart – in Berlin, dann in Hollywood. Mit der Geburt des Tonfilms war ihre größte Zeit vorbei. Ihr polnischer Akzent kam nicht an. 1935 wurde der Film »Mazurka« des Regisseurs Willi Forst noch einmal ein großer Erfolg. Als Hitler sich dieses Werk als Lieblingsfilm aussucht und man ihr Nähe zum Diktator nachsagt, verlässt Pola Negri schnell Berlin und kehrt nur noch einmal 1964 zu einer Retrospektive ihrer Filme aus Amerika kurz hierher zurück.

Simone Kucher geht es in ihrem Text nicht um Vollständigkeit der Biografie. Klug setzt sie Akzente, die die Künstlerin charakterisieren. Da ist erhebliche Unsicherheit. Die Negri gab im Film vielen Frauen Gesichter und Charakter. Über sich selbst ist sie sich nicht im Klaren. Als Barbara Apolonia Chalupiec arm in Warschau aufgewachsen, musste sie erleben, dass ihre Träume einer Ballettkarriere nach einem Unfall zerstoben. Eine Tuberkuloseerkrankung zeigte ihr die Grenzen ihrer Kraft. Im Sanatorium entdeckte sie die Gedichte der Italienerin Ada Negri für sich. Daher holte sie sich die Inspiration für ihren Künstlernamen.

Männer verhalfen ihr zum Erfolg und stachelten ihren Ehrgeiz an. Sie hatte das Glück, dem Regisseur Ernst Lubitsch zu begegnen. In Hollywood sorgt sie mit Affären für Skandale. Charlie Chaplin und Rudolph Valentino kamen ihr sehr nahe. Das Stück zeigt, wie sehr sie sich zunächst gegen die Liebe zu Valentino sträubt. Seinen frühen Tod konnte sie dann nicht verwinden. Nahe seinem Grab ließ sie sich viele Jahrzehnte später beerdigen.

Holger Müller-Brandes folgt den Intentionen der Autorin. Er lässt Lissy Pernthaler die Rolle der Negri gefühlvoll spielen und singen und verzichtet dabei wohltuend auf oberflächliche Ähnlichkeit, ja überhaupt auf nebensächliche Äußerlichkeiten. Schließlich geht es nicht darum, etwas zu kopieren.

Die Pernthaler macht das sehr gut und bedient sich der Affektiertheit nur, wenn es die Rolle verlangt. Manchmal schlüpfen Felix Isenbügel (auch Chaplin und Valentino) und Daniel-Cornelius Mühlmann (auch Lubitsch und Forst) verbal in ihre Rolle. Alle drei spielen gut auf engem Raum unter musikalischer Leitung von Jürgen Kurz.

So zeigt sich das Bild der Frau Pola Negri vor dem Hintergrund ihres Künstlerinnenlebens. Es beginnt im Dunkel und endet auch dort. Diese Zeiten und die des großen Erfolgs im Licht und den dazu gehörigen Schatten werden ebenso behutsam berührt wie hart nachgegriffen und musikalisch wirkungsvoll umgesetzt.

Die Schwedin Zarah Leander sang Lieder, die durch Pola Negri bekannt geworden waren. In diesem Zusammenhang ist das Gastspiel des Musical-Solos von Peter Lund »Zarah siebenundvierzig« (23., 24.9., 20 Uhr) in der Brotfabrik auch interessant.

Bis 18. September, 20 Uhr, Brotfabrik. Caligariplatz 1, Weißensee, Tel.: (030) 471 40 01/2, www.brotfabrik-berlin.de

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