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Von Steffen Schmidt
21.09.2011

Die größten sind nicht die lautesten

Lärm-Ranking deutscher Großstädte: der meiste Krach ist in Hannover, Münster ist extra leise

Hannover ist die lauteste Großstadt Deutschlands, Münster die ruhigste. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) nach einer vergleichenden Untersuchung der Lärmbelastung in 27 deutschen Großstädten mit mehr als 250 000 Einwohnern, die die Geers-Stiftung am Dienstag in Berlin vorstellte.

Große Stadt – großer Lärm, so könnte man meinen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn das vom stellvertretenden IBP-Direktor Philip Leistner vorgestellte Lärm-Ranking wird keineswegs von den drei deutschen Millionenstädten angeführt, sondern von Hannover (520 000 Einwohner), Frankfurt am Main (665 000), Nürnberg (504 000), Bonn (318 000) und Köln (995 000). Dann erst folgen Berlin und München, Hamburg liegt gar im Mittelfeld. Die beiden leisesten Städte – Münster und Augsburg – sind kaum kleiner als etwa Bonn. Für Gottfried Diller von der Geers-Stiftung, die das Ranking in Auftrag gegeben hatte, ist deshalb klar, dass sich die lauten Städte bei den leisen einiges abgucken könnten, um die Lebensbedingungen für ihre Bürger zu verbessern.

Die Beschränkung auf Städte mit mehr als 250 000 Einwohner hat praktische (Kosten-)Gründe. Städte dieser Größe mussten bereits seit 2006 auf Grund einer EU-Verordnung Lärmkarten erstellen. Städte mit 100 000 bis 250 000 Einwohnern müssen erst ab dem nächsten Jahr Lärmkarten vorlegen. Diese erfassen alle Gebiete innerhalb der Stadtgrenzen, bei denen der über einen längeren Zeitraum gemittelte Lärmpegel 55 Dezibel [dB (A)] beträgt. Dieser sogenannte Lärmindex wird aus dem Verkehrsaufkommen und industriellen Lärmquellen sowie der Bebauungsstruktur errechnet. Dabei sei der Lärmindex nicht mit einer unmittelbaren Lärmerfahrung zu vergleichen, denn während schon lautes Sprechen bei einem Vortrag eine Lautstärke von 55 dB (A) erreicht, verstecken sich in dem Langzeit-Mittel von 55 dB (A) auch wiederholte, höhere Spitzenwerte, sowie massiv störende Frequenzbereiche, wie Lärmforscher Leistner erläutert.

Der Grenzwert 55 dB (A) hat einen medizinischen Hintergrund. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die nachts vor ihrem Schlafzimmerfenster einen mittleren Schallpegel von 55 Dezibel oder mehr hatten, ein fast doppelt so hohes Risiko für Bluthochdruck wie jene besitzen, bei denen der Lärmpegel unter 50 Dezibel lag. Deshalb sieht das Umweltbundesamt (UBA) die Notwendigkeit für Maßnahmen, diesen Wert zu unterschreiten.

Für das Ranking haben die Fraunhofer-Wissenschaftler aus den Lärmkarten die Flächenanteile der einzelnen Stufen von Lärmbelastung errechnet und ins Verhältnis zur Gesamtfläche der Städte gesetzt. Der Anteil dieser Lärmbelastungsflächen erreicht in Hannover rund 69 Prozent der städtischen Gesamtfläche. Frankfurt am Main mit 65 Prozent und Nürnberg mit 61 Prozent liegen nur knapp darunter, gefolgt von Bonn (58 Prozent) und Köln (55). Berlin folgt auf Rang sechs – dort ist immer noch die Hälfte der Stadtfläche lärmbelastet. Im Mittelfeld liegen Städte wie Hamburg und Wiesbaden. Am anderen Ende der Skala finden sich Münster mit nur 16,7 Prozent und Augsburg mit 17 Prozent der Fläche. Die nächstleisesten Städte stehen schon deutlich schlechter da: Leipzig (28 Prozent), Mannheim (31) und Aachen (32).

Die Studienautoren sind sich dabei der Mängel bewusst: So wurde nicht differenziert, ob die jeweils belasteten Flächen Wohngebiete, Parks oder Gewerbegebiete sind, da nicht immer klar zu entscheiden sei, wo dort eine Minderung von Lebensqualität mit dem Lärm einhergeht.

Auch die skizzierten Maßnahmen zur Lärmminderung beinhalten noch einiges Konfliktpotenzial. Straßensperrungen für Lkw etwa bringen bis zu 10 Dezibel Minderung, verschieben das Problem aber nur, der Ersatz der Fahrgestelle bei der Bahn bietet ähnliche Lärmminderungen, zieht sich bei der Lebensdauer der Fahrzeuge aber über Jahrzehnte.

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