Uwe Kalbe 23.09.2011 / Inland

Beharren auf christlichen Privilegien

Kirchen nehmen wie selbstverständlich Sonderrolle in Anspruch, die Politik lässt sie gewähren

In der Erregung über den Papstboykott durch Abgeordnete des Bundestages geht unter, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung um offene Religionskonflikte in der Gesellschaft seit langem aussteht. Man kann hier wohl ebenfalls von Boykott sprechen.

So wie im Verhalten gegenüber dem Papst anlässlich seines Besuches – Begeisterung und Protest mit einigen Schattierungen dazwischen – zeigt sich das Grundverständnis gegenüber der christlichen Religion in der Bundespolitik auch, wenn der Papst nicht da ist. Dabei gibt es offene Konflikte zur Genüge. Beispiel eins: Der deutsche Staat zahlt den Kirchen sogenannte Staatsleistungen, die eine Entschädigung für Eigentumsübertragungen aus kirchlichem in weltlichen Besitz sind – ihre Ursache liegt Jahrhunderte zurück und ist immer wieder Anlass zu der Frage, welche Rechte die Kirchen daran tatsächlich noch haben. 460 Millionen Euro kosten diese den Steuerzahler derzeit jährlich, und damit sind nicht jene Leistungen inbegriffen, die die Kirchen zu Zwecken der Kultus- und Seelsorge, für soziale und kulturelle Angebote, für Sozialarbeit, Kindergärten, Schulen oder Denkmäler erhalten.

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