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Von Christin Odoj 23.09.2011 / Berlin / Brandenburg

Geduldsspiel Ostkreuz geht in die nächste Runde

Erneute Sperrungen auf dem Ostring im April / Endstation für die S3 ab Dezember

Erst im Dezember 2016 sollen alle Umbauarbeiten am neuen Ostkreu
Erst im Dezember 2016 sollen alle Umbauarbeiten am neuen Ostkreuz abgeschlossen sein.

Die umfangreichen Baumaßnahmen am wichtigsten S-Bahnknotenpunkt der Stadt werden auch weiterhin die Nerven der täglich 110 000 ein- und umsteigenden Fährgäste strapazieren. Bis zur Fertigstellung des neuen Ringbahnsteiges im April 2012 kommt es auf dem Ostring etappenweise wieder zu Vollsperrungen. Bis Ende Oktober wird es an allen Wochenenden – außer während des Berlin-Marathons – auf einzelnen Streckenabschnitten zwischen Baumschulenweg und Schönhauser Allee nur Schienenersatzverkehr geben. Grund ist der Einbau von zusätzlichen Weichen im Bereich S-Bahnhof Landsberger Allee.

Danach wird den Fahrgästen auf der Ringbahn kurze Zeit zum Durchatmen gegönnt. Ab dem 31. März bis 16. April 2012 wird deren Geduld aber noch mal auf eine harte Probe gestellt: Für knapp zwei Wochen kommt es dann zu einer Totalsperrung zwischen Frankfurter Allee und Treptower Park, da die Signalanlagen und Gleise in der neuen Ringbahnhalle eingerichtet und angeschlossen werden müssen.

»Wir sind uns bewusst, dass wir mit der 16-tägigen Sperrung den Leuten einiges abverlangen« gibt Michael Baufeld, Pressesprecher der DB-Großprojekte, zu. Zwar hat man sich mit der Sperrung während der Osterferien einen vermeintlich günstigen Termin ausgesucht, jedoch muss der Ersatzverkehr, der bisher nur für das Wochenende geregelt war, auch den täglichen Berufsverkehr schultern. Wie der genaue Ablauf aussehen soll, wird noch mit allen Beteiligten zu klären sein, da beispielsweise bisher kaum Platz für den verstärkten Einsatz von Ersatzverkehrbussen am Ostkreuz zur Verfügung steht. Ein Ausweichen auf die U2, U8 und U5 ab Alexanderplatz ist für eine Weiterfahrt auf dem nördlichen oder südlichen Ring eine Alternativlösung.

Ganz andere Dimensionen kommen ab dem 11. Dezember auf die knapp 50 000 Fahrgäste zu, die täglich aus Richtung Erkner das Ostkreuz passieren. Bedingt durch den Umbau der Gleise auf der Stadtbahn, die im November zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße beginnen, wird bis Ende 2015 für die Züge der S3 am Ostkreuz Endstation sein.

Nachdem mehrere Szenarien am Computer durchgespielt wurden, kamen Projektleiter und Betriebsplanung zu dem Ergebnis, dass nur diese Lösung für alle Fahrgäste einen halbwegs berechenbaren Fahrplan bedeutet. Die Strecke zwischen Lichtenberg und Ostbahnhof müsste nämlich nicht zusätzlich gesperrt werden, so die Argumentation der S-Bahn.

Fahrgäste der S3 stadtauswärts kommen noch glimpflich davon. Sie können mit der S 5, S 7 oder S 75 aus der Stadt kommend auf dem selben Bahnsteig in Richtung Erkner weiterfahren. Stadteinwärts müssen S-Bahnkunden künftig einen Umweg über die Fußgängertreppe oder den Treppenzugang zur Ringbahn auf das Gleis 5 in Kauf nehmen. Ein Ausweichen auf den RE 7 oder RB 14 in Karlshorst sowie die Nutzung des RE 1 ab Erkner Richtung Stadt, sind Möglichkeiten, um dem Umsteigechaos in Ostkreuz zu entkommen. Für letztere Variante soll das AB-Ticket auch im C Bereich gültig sein.

Egal, auf welche Alternative ausgewichen wird, laut S-Bahn verlängern sich die Fahrtzeiten um nicht mehr als zehn Minuten.

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