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Ceterum Censeo ...

Die Delegierten des ver.diBundeskongresses haben sich die Aufwertung der Dienstleistungsberufe als gewerkschaftspolitischen Arbeitsauftrag für die nächsten vier Jahre mit nach Hause genommen.

Die Strategie, um dieses Ziel zu erreichen, ist eine zweigleisige: Zum einen geht es um gesellschaftliche Wahrnehmung und Wertschätzung der Dienstleistung. Ähnlich wie beim gesetzlichen Mindestlohn: Über Jahre wurde immer wieder die Wichtigkeit betont – bis alle darüber geredet haben. »Hilfreich« waren sicherlich die immer krasser zutage tretenden Folgeerscheinungen rot-grüner Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, die zu einer Ausweitung des Niedriglohnsektors und der damit einhergehenden Verschlechterung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen führte.

Auf der anderen Seite geht es um konkrete Auseinandersetzungen in den Betrieben. Da bohrt ver.di derzeit zwei dicke Bretter. Im Berliner Stadtteil Marzahn streiken die Beschäftigten des Pflegeunternehmens Alpenland seit nunmehr 43 Tagen. Warum? Weil sie es nicht einsehen, dass sie zwar in der gleichen Stadt wohnen, aber noch immer weniger verdienen als ihre Kolleginnen im Westteil Berlins. Dazu kommt ist der Kampf um Tarifverträge und das Streikrecht in kirchlichen Wirtschaftsunternehmen. Der Diakoniepräsident sagte zu den Protesten am Mittwoch, woanders verdienten die Beschäftigten viel weniger, außerdem habe sich ja nur ein Bruchteil der Beschäftigten beteiligt. Arbeitgebersprüche, aber als ein solcher will die Diakonie nicht behandelt werden.

Sei es die Frau an der Kasse, der Mann auf dem Müllwagen oder die Pflegerin im Krankenhaus. Das sind Menschen, die irgendwie immer da sind, man bemerkt sie kaum – bloß ihr Fehlen, das würden alle bemerken. Umso wichtiger, dass ver.di einerseits gebetsmühlenartig die Wichtigkeit und Bedeutung der Dienstleistung betont und auf der anderen Seite auch klar wird, dass es ziemlich düster würde, wären die dort Beschäftigten auf einmal nicht mehr da. Denn gerade in diesem Bereich kosten die Streiks den Arbeitgeber vielleicht nicht so viel, als stünden die Produktionslinien der großen Autohersteller still, aber sie betreffen viel mehr Menschen.

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