Marcus Meier, Susann Witt-Stahl und Markus Drescher 04.10.2011 / Inland

Bundesdeutsche Kriegsspiele

Tag der Deutschen Einheit mit Bundeswehr, Protesten und ohne Terroristen

Man musste mit dem Schlimmsten rechnen: Die Polizei hatte am Rande des »Deutschlandfestes« drei Islamisten festgenommen, die mutmaßlich einen Anschlag planten. Dann die Entwarnung: Es kam bloß die Bundeswehr – und ließ Kindergartenkinder mit schwerem Kriegsgerät spielen.

Das Brückenfahrzeug M3 transportiert einen Feuerwehr- und zwei Rettungswagen über den Rhein bei Bonn. Das Tempo ist durchaus beeindruckend. Etwa auf zwei Dritteln der Strecke springen Sirenen und Blaulichter an. Ein Hubschrauber kommt angeflogen, lässt Löschwasser ab. Und da sind auch diese beiden knallroten Feuerwehrboote. Was ist passiert: Gab es doch einen Anschlag auf das »Deutschlandfest« zum Tag der Deutschen Einheit, das von Samstag bis Montag in der ehemaligen Bundeshauptstadt stattfand? Immerhin waren am Samstag vier angebliche Islamisten festgenommen worden, drei davon in der Nähe des Festes. Haben nun ihre Kameraden zugeschlagen? Keine AnhaltspunkteNein, es handelt sich lediglich um eine Übung. Allerdings eine Übung der »Zivil-Militärischen Zusammenarbeit« – auch die Bundeswehr ist beteiligt. Und das nicht zu knapp. Sie will »die Vielseitigkeit der deutschen Streitkräfte und die Aufgabenvielfalt des Soldatenberufs« präsentieren, so die offizielle Darstellung. Ein paar Meter vom Rheinufer entfernt taucht plötzlich ein Dutzend Friedensaktivisten auf. »Kein Werben fürs Sterben«, ist auf ihren T-Shirts zu lesen. Sie gehören Friedensgruppen wie Pax Christ oder auch der Linkspartei an. Sie verteilen Flugblätter. Schnell heften sich Feldjäger an ihre Fersen, greifen aber nicht ein, rufen vielmehr die Polizei und lassen die Militärfeinde erst einmal gewähren. Einige von ihnen postieren sich vor einem olivgrünen Bundeswehr-LKW, an dessen Steuer ein vielleicht vier Jahre alter Knirps spielt.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: