ND: Herr Jantschke, als Elfjähriger kamen Sie auf das Sportinternat Dresden und haben fünf Jahre für Dresden Nord gespielt. Was hat Sie damals besonders geprägt?
Jantschke: Wir hatten nicht die besten Spieler, die waren meist bei Dynamo. Deshalb mussten wir mehr über Teamgeist, Kampf und Leidenschaft zum Erfolg kommen. So ist meine Einstellung auch heute.
Seit 2006 sind Sie nun schon bei der Borussia. Sind Sie mittlerweile ein echter Gladbacher?
Ich werde immer Hoyerswerdaer bleiben, aber in Mönchengladbach fühle mich zuhause und im Verein sehr wohl.
Am Montag waren Sie erstmals Kapitän der U21-Nationalelf. Träumen Sie von der A-Auswahl?
Ein Traum ja, ein vordergründiges Ziel nicht. Erst mal will ich mit der U21 die Qualifikation zur EM schaffen.
Ihr Bundesligadebüt hatten Sie 2008. Stammspieler wurden Sie erst 2011. Warum nicht früher?
Unter Hans Meyer hatte ich zwar mein erstes Spiel, aber er setzte auf mehr Erfahrung. Bei Michael Frontzeck spielte ich gelegentlich. Dann kam Lucien Favre als neuer Trainer und hat auf mich gesetzt.
An den heutigen Gegner haben Sie gute Erinnerungen.
Stimmt, gegen Leverkusen habe ich mein bisher einziges Bundesligator geschossen. Andererseits haben wir das Spiel damals 1:3 verloren.
Sie sind in einer besonders dramatischen Situation Stammspieler geworden. Gladbach stand im Februar quasi als Absteiger fest, als Favre kam. War das als junger Spieler besonders schwierig?
Wenn man täglich hört, dass es um Existenzen und Millionen geht, ist das schon nicht leicht. Aber das so genannte kalte Wasser ist für junge Spieler heutzutage gar nicht mehr so kalt. Im Klub wurden wir früh auf das Profileben vorbereitet. Man weiß schon viel über das ganze Geschäft, die Medien und so.
Wie hat Favre Sie noch zum Klassenerhalt geführt?
Vor allem hat er neue Impulse gegeben. Der Mannschaft fehlten die Geschlossenheit und der Glaube an die eigene Stärke. Er trainiert sehr gezielt und kann mit jungen Spielern sehr gut arbeiten.
Ist das die Erklärung dafür, dass aus dem Fastabsteiger der aktuell Tabellendritte wurde?
Lucien Favre war schon ein Glücksgriff. Wir haben nun Selbstvertrauen, spielen mit viel Kampf und Leidenschaft. Aber im Fußball gibt es auch Sachen, die einfach nicht zu erklären sind.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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