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Von Haidy Damm
18.10.2011

Geschlossene Gesellschaft

Frauenquote in DAX-Unternehmen bleibt freiwillig

Am Montag trafen sich die Personalvorstände der 30 deutschen DAX-Unternehmen mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung. Thema: die Frauenquote.

Es gab wieder nur Lippenbekenntnisse: »Die 30 DAX-Unternehmen wollen den Frauenanteil in Führungspositionen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen«, ließen die beteiligten Konzerne nach dem Treffen mit den Bundesministerinnen Kristina Schröder, Ursula von der Leyen (beide CDU) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie Bundesminister Philipp Rösler (beide FDP) verlauten. BMW-Personalvorstand Harald Krüger sprach gar von einer »einmaligen europäischen Initiative«.

Inhalt der Initiative ist eine freiwillige Selbstverpflichtung, bei der jeder Konzern sein Ziel - also den zukünftigen Anteil von Frauen in Führungspositionen - selbst festlegt. Dieses Ziel soll jährlich in einem Bericht veröffentlicht werden.

Bundesfamilienministerin Schröder zeigte sich nach dem Treffen zufrieden. Sie hatte zuvor vorgeschlagen, die Unternehmen genau zu diesem Schritt gesetzlich zu verpflichten. Sollten sie ihrer eigenen Verpflichtung nicht nachkommen, droht demnach ein Bußgeld bis zu 25 000 Euro.

Diese »Flexi-Quote« war bei ihrer Kollegin Ursula von der Leyen auf Ablehnung gestoßen. Sie hatte gefordert, eine Frauenquote in Führungsetagen von 30 Prozent bis 2018 festzuschreiben. Entsprechend enttäuscht zeigte sich die Arbeitsministerin nach dem Gespräch: »Ich hätte erwartet, dass die Unternehmen heute eine klare Ansage machen, wie viele Frauen zukünftig in den Chefetagen sitzen werden. Anscheinend sehen sie hier keinen Handlungsbedarf.« In dem Papier der Konzerne ist lediglich allgemein von Führungspositionen die Rede, nicht wie von der Arbeitsministerin gefordert von Vorständen und Aufsichtsräten. Derzeit sind von den knapp 190 Vorstandsposten in den 30 Dax-Unternehmen nur sechs mit Frauen besetzt.

Doch von der Leyen vertritt innerhalb der Bundesregierung eine Minderheitenposition. So will die FDP generell keine Verpflichtung, wie Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger gestern bestätigte.

Die Opposition kritisierte die Ergebnisse scharf. Grünen-Chefin Claudia Roth nannte die Haltung von Schröder »peinlich«, die frauenpolitische Sprecherin der LINKEN, Cornelia Möhring, kritisierte die Ministerin als »Fehlbesetzung«.

Im europäischen Vergleich hat sich Deutschland gestern als Schlusslicht etabliert. Verschiedene Länder, darunter Norwegen, Spanien, Frankreich und Island haben in der Vergangenheit Quotenmodelle eingeführt. Auf EU-Ebene fordert die Kommission eine verbindliche Quote. So hatte die EU-Kommissarin Viviane Reding im Vorfeld deutlich gemacht, dass ihre Geduld mit Europas Konzernbossen am Ende ist. Sie kündigte gesetzliche Maßnahmen an, falls es bis Jahresende keine »zuverlässigen, kontrollierbaren Initiativen« gäbe, damit 2015 drei von zehn Aufsichtsräten weiblich sind.

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