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Karikatur: Christiane Pfohlmann
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Kaum hat das neue Semester begonnen, schon wird auch wieder über die Bildungsproteste gesprochen. Bundesweite Proteste sind für den 17. November geplant. Mit dem Motto »Occupy Education« soll an die neue Bewegung angeknüpft werden, die ausgehend von Spanien, Israel und den USA nun auch vor dem Reichstag in Berlin und der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main ihre Zelte aufgeschlagen hat. Allerdings ist die Occupy-Bewegung hierzulande mehr ein Medienereignis als eine starke Bewegung. Wenn sich die Bildungsproteste einfach anschließen, wäre es eher die Fortsetzung des Aktionismus. Dabei sollte bei neuen Aktionen auf die Erfahrungen in den letzten Semestern angeknüpft werden und man muss sich dabei die Frage stellen, warum die Proteste letztlich stagnierten und sich nicht wie erhofft ausweiteten.
In der nachdenklichen Parole »Wir werden doch eh nichts ändern«, mit der ebenfalls zu den neuen Bildungsprotesten aufgerufen wird, werden diese Erfahrungen reflektiert. Dass ist auf jeden Fall eine bessere Grundlage als bloßer Aktionismus. Dass viele Studierende nicht eine abstrakte Bankenkritik sondern ihre konkrete Lebensrealität zum Protest reizt, zeigte sich in Frankfurt am Main. Dort hatten am 20. Oktober Studierende und Schüler ein leerstehendes Gebäude in der Schumannstraße 60 besetzt, um auf ihre schlechte Wohnungssituation aufmerksam zu machen. Viele Erstsemester müssen in Turnhallen oder auf der Couch bei Bekannten übernachten. Die nach Augenzeugenberichten brutale Räumung des Gebäudes hat zu Protesten auf dem Campus geführt und damit mehr zu einer Revitalisierung der Bildungsproteste beigetragen als ein abstrakter Bezug auf die Occupy-Bewegung es je könnte.
Der Autor ist freier Journalist und lebt in Berlin.
Wissen sie noch, was sie tun? Der Aktionismus der EU und der europäischen Regierungen gegen die Finanz- und Eurokrise unter Führung von Deutschland und Frankreich strahlt hektische Betriebsamkeit aus. Resultat sind Sparanstrengungen, die zu Sozialabbau führen und die die Lage in den EU-Staaten verschlimmern werden. Indessen wollen in Deutschland soziale Bewegungen und linke Gruppen eine »Choreografie der Proteste« gegen die europäische Krisenpolitik festlegen. Siehe auch: Dossier Griechenland.
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Israel als Ausgangspunkt einer Occupy Bewegung zu nehmen, ist als schlechter Scherz zu verstehen.
Sicher hat das Zelten und die Okkupation der Straße dort eine große Rolle gespielt, aber beim Thema Bildungsproteste ist neben Spanien eine ganz andere Weltregion und ein ganz anderer Staat, nämlich Chile, in Erscheinung getreten. Und war dort die Bildung nicht weitgehend das zentrale Thema?
Warum fehlt hier Chile, während ein „Israel“ ins Spiel gebracht wird, das ja auch nicht recht mit dem „arabischen Frühling“ in Übereinstimmung gebracht werden konnte, was man aber wollte als der noch als „hip“galt?
Zweifelsfrei gibt es in „Israel“ abseits der grundlegenden Diskriminierung der Palästinenser auch eine Ellenbogengesellschaft, bei der die Masse der Begüterten und Privilegierten alles tun wird, um auch ihren Kindern die bestdotierten und bequemen Tröge in der Gesellschaft zu erhalten, wie in anderen Gesellschaften auch.
Aus Israel ist zum Thema Bildung zu vermelden, wie sich die Palästinenser, die man dort mit der Abqualifizierung als „israelische Araber“ in ihrem Selbstbewußtsein und Heimatanspruch zu bekämpfen trachtet, um Identität und Selbstbehauptung kämpfen müssen und das ist bezeichnender für diesen Staat.
Folgender Artikel erläutert eine Geschichtsbetrachtung, die zwar auch von Teilen der israelischen Gesellschaft, den offenen und kritischen, nicht aber in bestimmten Teilen der PdL nachvollzogen werden kann, ohne deren Weltbild zu zerstören und vielleicht auch nicht von Peter Novak.
„Arab schools watchdog draws up educational plan for 'Palestinian minority' in Israel“
www.haaretz.com/print-edition/news/arab-schools-watchdog-draws-up-educational-plan-for-palestinian-minority-in-israel-1.392362
Auch da mag studentischer Protest in der BRD anknüpfen, es hätte dann besondere Qualität wegen der „konkrete(n) Lebensrealität zum Protest“, wenn die Studenten schon nicht die eigene und die ihrer Herkunft überblicken sollten.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
Gesichter des Protests Die Occupy-Bewegung hat keine Sprecher, aber viele Köpfe
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