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Von Alexander Ludewig
19.11.2011

Alarmstimmung in Rostock

Risikospiel: Heute tritt St. Pauli bei Hansa an

»Ausnahmezustand« in Rostock. So ungern Bernd Hofmann den Begriff benutzt, am heutigen Sonnabend spricht auch der Vorstandsvorsitzende des FC Hansa davon. »Da brauchen wir erst gar nicht drum herum reden.« In der Vorbereitung auf die brisante Zweitligapartie gegen den FC St. Pauli ging es für die Rostocker daher auch mehr um höchste Sicherheitsvorkehrungen als um die sportliche Herausforderung.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit bei Duellen der traditionell verfeindeten Klubs zu Ausschreitungen - auf beiden Seiten. Zuletzt im März 2010 in Hamburg, als Rostocker Fans vor und nach dem Spiel randalierten und sich in der Folge des Derbys hunderte Hamburger eine Straßenschlacht mit der Polizei lieferten. Beim Hinspiel im November 2009 in Rostock gingen Hansa-Hooligans auf die Polizei los und verletzten 27 Beamte. Sogar auf manchen Spieler griff die hitzige Atmosphäre über: St. Pauli-Profi Deniz Naki ließ sich nach seinem Tor zu einer Halsabschneidergeste in Richtung Hansa-Block hinreißen, die damals hohe Wellen schlug.

»Für uns ist es der anspruchsvollste Einsatz der Saison. Das Aufgebot wird noch einmal deutlich erhöht«, so die Sprecherin der Rostocker Polizei Yvonne Hanske. Sie kündigte ein hartes Vorgehen an, »um jede gewalttätige Aktion schon im Keim zu ersticken«. Umfangreiche Straßensperren und Parkverbote sind in der Rostocker Innenstadt verhängt. Alkohol ist im Stadion verboten, es gibt eine verschärfte Videoüberwachung und eine strikte Fantrennung. »Wir haben zwölf Busse angemietet, die die Pauli-Fans vom Bahnhof zum Stadion bringen. Genauso wird auch der Rücktransport erfolgen«, erläutert Hansachef Hofmann die Absprache mit der Polizei.

Unterstützt werden die Beamten von der Bundespolizei, die die An- und Abreise der 2400 St. Pauli-Fans mit der Bahn regelt. Eine Allgemeinverfügung der Bad Bramstedter Bundespolizeidirektion verbietet heute allen (!) Zugreisenden auf den Strecken nach Rostock von Hamburg, Züssow, Neubrandenburg, Neustrelitz und zurück die Mitnahme von Glasflaschen und Pyrotechnik. Die Gästefans müssen auf Block- und Zaunfahnen verzichten. Und bevor sie in die zwei Sonderzüge steigen, ist eine Leibesvisitation Pflicht.

Beim Nordderby steht wieder einmal der Ruf des Fußballs und der beider Vereine im Besonderen auf dem Spiel. Die Fanabteilung des FC Hansa geht sogar davon aus, dass »die Öffentlichkeit nur auf ein Chaos wartet«. Hansa und St. Pauli wandten sich deshalb mit einem gemeinsamen Aufruf an ihre Anhänger, »nicht wegzuschauen, sondern sich aktiv gegen Leute zu stellen, die aus Rivalität Feindschaft machen wollen«.

»Der organisatorische Aufwand ist immens«, verweist Sven Brux, Sicherheitschef vom FC St. Pauli, auf die Kosten. Er weiß aber, dass es angesichts der Derby-Vorgeschichte keine Alternative gibt. Er glaubt, es sei »viel mehr nicht zu machen.« Genauso sieht es auch Bernd Hofmann vom FC Hansa. Beiden bleicht nur die Hoffnung, dass das Machbare reicht für einen friedlichen Nachmittag.

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