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Der Wirtschaftswissenschaftler ist Präsident der Volkssolidarität
(Bundesverband e.V.).
Foto: nd/Burkhard Lange
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ND: Dem neuen Rentenversicherungsbericht zufolge soll es bis 2025 zu einer Anhebung der Renten um 35 Prozent kommen. Was ist davon zu halten?
Winkler: Die erste Frage wäre, ob die Renten adäquat zu den Löhnen steigen. Das zweite wäre, dass sicher davon ausgegangen wird, dass die Rentenentwicklung sich langsamer vollzieht als die Einkommensentwicklung, weil ja das Rentenniveau von 50 auf 43 Prozent abgesenkt werden soll über die nächsten Jahre.
Dem Bericht zufolge sinkt das »Sicherungsniveau« der Rente von 50 Prozent im Jahr 2011 auf 47,8 Prozent im Jahr 2020. Andererseits heißt es, dass es angeblich zu einer Anhebung der Renten kommt. Ist das nicht verwirrend?
Das ist der Kunstgriff. Ein Beispiel: Die Löhne steigen um 100 Prozent, und wenn dann die Rente nur um 40 Prozent steigt, dann sinkt das »Sicherungsniveau« von 100 auf 40. Durch Eingriffe ins Rentenrecht wurde dafür gesorgt, dass der Rentner nur noch 50 oder 47,8 Prozent seines Lebensarbeitseinkommens hat. Das »Sicherungsniveau«, d.h. welchen Anteil ich entsprechend meiner Lebensarbeitsleistung über die laufende Rente wiederbekomme, wird schon seit Jahren gesenkt, das ist nicht neu. Das lag mal bei 60 Prozent, jetzt haben wir 50 Prozent. Prognosen gehen von 42 Prozent in den 30er Jahren aus.
Das »Sicherungsniveau« nimmt also immer weiter ab. Andererseits wird im Bericht der Bundesregierung so getan, als erhöhe sich die Rente künftig.
Das ist ein mathematisches Spielchen, die Renten steigen und trotzdem sinkt das Sicherungsniveau. Auf die Menschen soll Druck ausgeübt werden, dass sie sich um eine private Altersvorsorge kümmern, die die staatliche Rente ergänzen soll, weil die nicht mehr allein den Lebensstandard absichern kann. Dieses Konzept lehnen wir als Verband ab. Die gesetzliche Rentenversicherung muss den Lebensstandard sichern, ohne dass ich mir noch zusätzliche Vorsorge einkaufen muss, weil die unteren Einkommen, um die es geht, das eh nicht können.
Spielen steigende Lebenshaltungskosten und die Inflation nicht auch eine Rolle?
Entscheidend ist: Das, was der Rentner im Verhältnis zu seiner Lebensarbeitsleistung noch herauskriegt, obwohl die Summe steigt, wird anteilig immer weniger. Man kriegt zum Beispiel jeden Monat oder jedes Jahr zehn, 15 oder 20 Euro mehr, trotzdem ist das im Verhältnis zu dem, was Erwerbstätige kriegen, immer weniger. Das Sicherungsniveau sinkt sozusagen von 50 auf 47 auf 42 Prozent usw. Hinzu kommt, dass die Inflationsrate oder die Kaufkraft, die ja auch in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent gesunken ist, den Wert nun nochmal mindert. Das gilt allerdings für die Löhne auch.
Das heißt, die Renten steigen künftig gar nicht wirklich.
Das ist richtig, das gilt aber jetzt auch schon. Das, was an Rentenerhöhungen angekündigt ist, deckt den Kaufkraftverlust schon nicht ab, obwohl die Rente steigt. Die Renten müssen steigen. Sie müssen aber in einem Maße steigen, dass sie den Lebensstandard sichern und nicht durch Inflation aufgefressen werden. Und das ist nicht gegeben. Da müssten die Renten um 70, 80 Prozent steigen, um das abzudecken.
Interview: Thomas Blum
Aber alle machen mit. Ein Drittel der Pensionäre und Rentner unternimmt Kreuzfahrten, ein Drittel flegt mindestens einmal pro Jahr nach Malle und einDrittel benagt die Kbochen, die die aneren zwei Drittel weg werfen. Neu ist alerdings, daß auch dem zweite Drittel die Knochen drohen. Da ist auch die Volkssolidarität mit ihrem Latein am Ende.
ist und bleibt arm dran.
Wer keine Aktien besitzt, nicht an der Börse spekuliert , keine Mieteinnahmen
hat oder aus anderen Quellen schöpft hat im Leben alles verkehrt gemacht.
Wer immer nur auf den Multiplikationssegen von oben wartet, hofft eben
vergebens.
So ist nun mal der Kapitalismus, Outsider sind nicht gefragt.
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