Seinen 58. Geburtstag am Dienstag konnte Huub Stevens nicht wirklich genießen. Zu tief saß der Frust des Schalker Trainers über die Derby-Schlappe in Dortmund. Ein Erfolg heute gegen Steaua Bukarest in der Europa League soll helfen, die Stimmung aufzubessern. Angreifer Klaas-Jan Huntelaar versprach dem Trainer ein nachträgliches Geschenk - und stellte auch dem nicht minder verärgerten Anhang Wiedergutmachung in Aussicht: »Wir waren alle sehr enttäuscht. Mit einem Sieg können wir unsere Fans wenigstens ein bisschen versöhnen.«
Die dürftige Vorstellung beim 0:2 gegen den Erzrivalen aus Dortmund hat Spuren hinterlassen. Von den positiven Ansätzen, die das Team seit der Amtsübernahme von Stevens Ende September gezeigt hatte, war in den vorigen Tagen kaum noch die Rede. Vielmehr pflegte der Niederländer seinen Ruf als »Knurrer von Kerkrade«.
Selbst Kultfigur Raúl bekam den Unmut von Stevens zu spüren. »Er spielt in dieser Saison bislang schwankend.« Ebenso kritisch ging der Trainer mit Jungstar Lewis Holtby ins Gericht: »Lewis muss sich mehr präsentieren und in die Häuptlingsrolle hineinwachsen«, klagte Stevens.
Angesichts der knisternden Stimmung kommt das Duell mit den Rumänen gerade recht. »Es ist gut, dass schon das nächste Spiel auf dem Programm steht«, sagte Huntelaar voller Hoffnung auf eine Rückkehr des Teams in die Erfolgsspur. Mit einem Sieg könnten die Schalker den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen. »Das haben wir beim 0:0 daheim gegen Larnaca verpasst und wollen es nun nachholen«, sagte Manager Horst Heldt.
Ein »Endspiel« Mitte Dezember in Haifa soll allen Beteiligten erspart bleiben. Deshalb strebt Stevens eine forschere Gangart an als beim wenig ansehnlichen 0:0 im Hinspiel gegen Bukarest. Zudem hofft der Trainer auf eine ähnliche Effizienz wie in den bisherigen Partien seiner Mannschaft auf internationalem Parkett: Beachtliche acht der 15 Torschüsse landeten im Tor.
Auf die rechtzeitige Genesung von Benedikt Höwedes kann Stevens jedoch nicht hoffen. Der Nationalspieler, der sich im Länderspiel gegen die Niederlande eine Außenbandverletzung im Knie zugezogen hatte, steht aber noch nicht zur Verfügung.
Dennoch überwiegt Zuversicht, den Rückschlag gegen die Borussia vergessen zu machen. Zudem macht die mäßige Bilanz des Tabellen-Siebenten. der rumänischen Liga gegen deutsche Klubs Mut: Von 13 Partien gewann Steaua lediglich eine - ausgerechnet gegen Dortmund im Jahr 1957.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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