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Von Carola Reimann
03.12.2011

Die Entscheidung, die Leben retten kann

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Dr. Carola Reimann (SPD), geboren 1967, ist die Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag.

Spätestens nachdem der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Frank-Walter Steinmeier, vor über einem Jahr seiner Frau eine Niere gespendet hat, ist die Organspende wieder zu einem breit diskutierten Thema geworden, auch in der Politik. Das ist auch höchste Zeit, denn die Zahl der Organtransplantationen in Deutschland ist nach wie vor auf zu niedrigem Niveau. 12 500 Patientinnen und Patienten warten hierzulande auf ein Spenderorgan. Hinter dieser Zahl verbergen sich schwere Einzelschicksale. Bei vielen Wartenden verschlechtert sich der Gesundheitszustand, und viel zu viele sterben, weil für sie kein Spenderorgan zur Verfügung steht.

Die Diskrepanz zwischen Spenderorganen und erkrankten Patientinnen und Patienten auf der Warteliste hat verschiedene Gründe. Deshalb muss eine Reform des Transplantationsgesetzes an unterschiedlichen Stellen ansetzen. Vor allem in den Krankenhäusern müssen die Handlungsabläufe optimiert werden. Überdies muss das Bewusstsein für das Thema Organspende bei allen Verantwortlichen gestärkt werden. Ein erster wichtiger Schritt ist dabei der verpflichtende Einsatz von Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern. Geprüft werden muss außerdem, wie die bessere Schulung und Weiterbildung der Ärzte und des medizinischen Personals beim Thema Organspende gefördert werden kann.

Im Zentrum der Debatte stehen jedoch nicht die technisch-organisatorischen Fragen im stationären Bereich, sondern die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zur Organspende und die Frage, wie diese Bereitschaft dokumentiert werden soll. Auch hier sehe ich Handlungsbedarf.

Aus Umfragen wissen wir, dass die sehr große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger der Organspende offen gegenübersteht. Allerdings klafft zwischen der in Umfragen erhobenen Spendebereitschaft der Bevölkerung und der tatsächlichen Dokumentation dieses Willens, beispielsweise auf einem Organspendeausweis, eine große Lücke. Die Folge ist, dass das, was im Transplantationsgesetz von 1997 als Ausnahme vorgesehen ist, in den Krankenhäusern in der Praxis die Regel ist. Da entscheiden nämlich in der Regel die Angehörigen im Todesfall, ob eine Organspende erfolgen soll oder nicht. Das führt zu einer sehr belastenden Situation, die die Angehörigen nicht selten überfordert. Auch für die Ärzte sind diese Angehörigengespräche sehr schwierig. Aus vielen Gesprächen weiß ich auch, dass manche Angehörige noch Jahre später an ihrer Entscheidung zweifeln, egal ob sie sich für oder gegen eine Organspende entschieden haben.

Diese Situation der Überforderung und die große Lücke zwischen grundsätzlicher Spendebereitschaft und tatsächlich dokumentierter Organspende lassen sich nur überwinden, wenn man jeden zu seiner Haltung zur Organspende befragt. Deshalb mache ich mich für eine »Entscheidungslösung« stark. Jede Bürgerin, jeder Bürger soll sich mit der Frage, ob sie oder er Organe spenden will, befassen und die eigene Entscheidung auch dokumentieren. Dabei soll neben den Optionen »Ja« und »Nein« die Möglichkeit bestehen, sich vorerst nicht zur Organspende zu äußern. Letztere Option soll aber den Hinweis enthalten, dass in diesem Fall die Angehörigen im Todesfall entscheiden müssen. Neben dem vorhandenen Organspendeausweis aus Papier bietet sich die neue elektronische Gesundheitskarte für die Dokumentation an.

Die Bitte um eine Entscheidung reicht aber nicht aus. Eine verantwortliche Entscheidung bedarf einer soliden Informationsbasis. Deshalb muss jeder Bürger, der um eine Entscheidung zur Organspende gebeten wird, umfangreiche und unabhängige Informationen erhalten, die eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung ermöglichen.

Das sensible Thema Organspende erfordert eine Kultur des Vertrauens. Diese schaffen wir mit guter, unabhängiger Information, einer breiten gesellschaftlichen Debatte und der Bitte um eine Entscheidung, bei der keine Richtung vorgegeben oder Zwang ausgeübt wird. Unter diesen Rahmenbedingungen halte ich es für richtig, den Bürgerinnen und Bürgern abzuverlangen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Denn jede dokumentierte Entscheidung hilft. Eine Entscheidung für die Organspende kann Leben retten. Und auch eine Entscheidung gegen die Organspende, durch die letztlich kein neuer Spender gewonnen wird, hilft. Sie befreit die Angehörigen von der Last der Entscheidung im Moment der Trauer.

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