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Von Oliver Händler
05.12.2011

Keine Angst vor Hammergruppe

Deutsche Fußballer sehen Ende ihres Losglücks vor der EM gelassen

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Grafik: dpa

Endlich muss den deutschen Fußballern ihr Losglück nicht mehr peinlich sein. Das Ende des Dusels hätte zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen können als bei der Auslosung zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Seit Jahrzehnten hatte der Deutsche Fußball-Bund keine so junge, homogene, hungrige und zugleich spielstarke Mannschaft zusammen wie jetzt. Da stört es auch nicht sonderlich, dass schon in der Vorrunde mit den Niederlanden der Vizeweltmeister und in Portugal und Dänemark weitere starke Mannschaften warten.

Alle sind sich seit Freitagabend einig: Diese Gruppe B ist die schwerste der EM. »Ich habe keinen in unserer Gruppe gesehen, der fröhlich ist«, sagte der niederländische Trainer Bert van Marwijk. Gegen dessen Team hatte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw vor wenigen Wochen überzeugend 3:0 gewonnen. »Wenn sie komplett sind, sind sie deutlich stärker«, warnte Löw jedoch. »Schwerer hätte die Gruppe nicht kommen können«, machte auch Portugals Coach Paulo Bento keinen glücklichen Eindruck. Sein dänischer Kollege Morten Olsen sprach gar von einem »Albtraum«.

Der deutsche Manager Oliver Bierhoff wird sich auch kaum über die Gruppe B gefreut haben, muss er nun doch Flüge vom Hauptquartier in Gdansk in die ukrainischen Spielorte Charkow und Lwiw organisieren. Er hätte wohl lieber mit den Spaniern getauscht, die ihre Spiele gegen Italien, Irland und Kroatien just in Gdansk spielen dürfen. Trotzdem fand Bierhoff auch Positives: »Vielleicht ist es ganz gut, dass die Euphorie ein wenig gedrückt wird.«

Gegner Dänemark ist nicht gerade froh über seine Spielansetzungen. Die hiesige Boulevardzeitung »B.T.« schrieb ironisch: »Glückwunsch, Fans! Ihr habt eine Reise in die Ukraine gewonnen und könnt dabei sein, wenn Dänemark zerlegt wird.«

Derweil freuen sich die Polen darüber, dass sie in ihrem Heimturnier mit Griechenland, Russland und Tschechien einfachere Gegner bekamen, die das Viertelfinale erreichbar erscheinen lassen. Die »Gazeta Wyborcza« kommentierte das Glück vom Kiewer Kunstpalast als »eine Gruppe der Träume, aber auch der Langeweile. Keiner der Gegner verursacht großes Zittern«. Co-Gastgeber Ukraine hat es mit England, Frankreich und Schweden wohl ungleich schwieriger. Englands WM-Torschützenkönig von 1986, Gary Lineker, dankte Gott dafür, dass dieser seinen Nachfolgern die Gruppe B erspart hatte.

Die deutschen Nationalspieler nahmen das Ganze betont gelassen. »Wer immer davon redet, und das haben wir, dass wir gewinnen wollen, dann dürfen uns bei so einer Gruppe nicht beschweren«, sagte Toni Kroos vom FC Bayern München. Ganz so negativ sah er die Situation ohnehin nicht. »Das sind Mannschaften, die gerne mitspielen. Wir haben gezeigt, dass uns solche Mannschaften liegen können.«

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