Martin Kröger
09.12.2011
Personalie

Aufklärer

Dirk Behrendt / Der Berliner Grüne will Licht ins Dunkel von Schachereien mit Schrottimmobilien bringen

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Dass Rechtspolitiker von Fraktionen im Zentrum medialen Interesses stehen, ist im Parlamentsbetrieb nicht unbedingt an der Tagesordnung. Bei dem 40-jährigen rechtspolitischen Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Dirk Behrendt, ist das anders. Er befindet sich innerhalb weniger Wochen bereits zum zweiten Mal im Fokus der Hauptstadtpresse: aktuell als einer der Aufklärer, die sich darum bemühen, Licht ins Dunkel der windigen Immobiliengeschäfte zu bringen, in die möglicherweise Berlins neuer Verbraucherschutzsenator Michael Braun (CDU) früher als Notar verwickelt war. Zum anderen stand Behrendt im Zentrum der harten Auseinandersetzungen innerhalb der Grünen-Fraktion, die nach der verlorenen Wahl und den geplatzten Koalitionsgesprächen mit den Sozialdemokraten ausgebrochen waren.

Den Machtkampf mit den Realos in seiner Fraktion hatte Dirk Behrendt als Vertreter des linken Flügels maßgeblich mit losgetreten. Denn dem in Berlin geborenen promovierten Juristen und Richter war die Zusammenarbeit seiner Partei mit der CDU in der letzten Legislatur, die von den Realos um Volker Ratzmann forciert worden war, seit längerem ein Dorn im Auge. In einem fünfseitigen Papier warf er den Realos um Volker Ratzmann, der infolge des Machtkampfes von seinem Posten als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten war, deshalb sogar vor, mit dem »Jamaika-Kurs« und der Anbiederung an Grün-Schwarz für das enttäuschende Wahlergebnis mit verantwortlich gewesen zu sein. »Warum regiert eigentlich Henkel? Die grüne Hilfe zum schwarzen Erfolg«, ist das Behrendtsche Papier überschrieben. Demnach haben die Grünen die sich seit der Berliner Bankenkrise in Agonie befindliche CDU in Berlin erst wieder hoffähig gemacht. Behrendt selbst, der mit seinem Partner, dem Grünen-Landesvorsitzenden Daniel Wesener, in Kreuzberg lebt, kann sich dabei weit aus dem Fenster lehnen: Mit 49,8 Prozent holte er in seinem Wahlkreis berlinweit das beste Erststimmenergebnis.

Dass er sich jetzt aber mit dem altbekannten CDU-Immobilienfilz auseinanderzusetzen muss, hätte er sich und seiner Partei sicher lieber erspart.

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