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Von Andreas Fritsche
09.12.2011
Brandenburg

Friedrich Zwo dreihundert

Schlösser-Stiftung feiert Geburtstag des Königs mit Ausstellung im Neuen Palais

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Anna und Katharina Thalbach als junger und Alter Fritz

Friedrich II. spielte Flöte und komponierte. Er verfasste 1742 die Komödie »Der Modeaffe«, nahm darin einen Höfling aufs Korn, der jedem neuen Trend hinterher läuft. Beim Alten Fritz durfte jeder nach seiner Facon selig werden. Der König diskutierte mit dem Philosophen Voltaire. Aber als Feldherr brachte er Preußen im Siebenjährigen Krieg an den Rand des Untergangs und als verbitterter Greis liebte er seine Hunde mehr als die Menschen.

Über die vielseitige und vielschichtige Persönlichkeit zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten im kommenden Jahr eine große Ausstellung. Sie trägt den Titel »Friederisiko«. 70 Räume, insgesamt 6000 Quadratmeter Fläche, sind dafür im Potsdamer Neuen Palais reserviert. Außerdem widmet auch das Kulturland Brandenburg das nächste Jahr ganz dem 300. Geburtstag des Königs. Vorgesehen sind zum Beispiel ein Konzert der Musikakademie mit 300 Flöten im Rheinsberger Schlosspark, eine wissenschaftliche Tagung der Universität Potsdam zu »Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert« und eine Ausstellung im Marstall von Schloss Branitz, die sich der Feindschaft des Königs zum Grafen Heinrich von Brühl widmet.

Mit »mindestens 400 000 Besuchern«, rechnet Hartmut Dorgerloh. Insgeheim erwartet der Generaldirektor der Schlösser-Stiftung aber noch viel mehr Gäste. Diverse Reiseveranstalter zeigen großes Interesse, Touristen anlässlich des Friedrichjahrs nach Berlin und Brandenburg zu bringen. »Noch gibt es keine Tickets bei Aldi - könnte aber kommen«, sagte Dorgerloh gestern.

Der Generaldirektor glaubt, dass inzwischen eine Annäherung an Friedrich ohne ideologische Vorurteile möglich sei. Das sei zum Preußenjahr 2001 noch anders gewesen. Der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) litt an einem Preußenfimmel. Die Begeisterung für Tugend, Toleranz und Trockenlegung des Oderbruchs überzeugte aber nicht jeden. Es gründete sich ein Bündnis »Preußen bleibt Scheiße«, das an den Militarismus erinnerte und an seine Nachwirkungen bis in die Nazizeit hinein.

Die prägenden Bilder Friedrichs beim Flötenkonzert und in der Tafelrunde mit Voltaire, habe der Maler Adolph Menzel erst 100 Jahre später (um 1850) gemalt und die Szenen dabei nachempfunden, erinnerte Dorgerloh. Viele Bilder des Königs stammen aus der kaiserlichen Propaganda der wilhelminischen Periode oder gar aus der Zeit der faschistischen Kriegshetze. Deswegen gebe es noch immer viele Missverständnisse, meinte Dorgerloh. Zu seinen Lebzeiten habe Friedrich lediglich ein einziges Mal einem Porträtmaler Modell gesessen. Der Generaldirektor versprach: »Wir geben kein Friedrich-Bild vor.« Den Beinamen der Große erhielt Friedrich noch vor seinem Tode. Bereits zu seinen Lebzeiten war er laut Dorgerloh »gehasst und geliebt, gemocht und verdammt«.

Von einem Friedrich der Andere statt einem Friedrich der Große sprach Kulturministerin Sabine Kunst (für SPD). Der König sei ruhmsüchtig und unbarmherzig gewesen und zugleich kunstsinnig und kultiviert.

Über das Programm von Kulturland Brandenburg sagte die Geschäftsführerin des gleichnamigen Vereins, Brigitte Faber-Schmidt, es zeige, wie viel »gegen den Strich gebürsteter Friedrich« möglich sei.

In die Ausstellung »Friederisiko« steckt die Schlösser-Stiftung beachtliche sechs Millionen Euro. Generaldirektor Dorgerloh rechnet dabei allerdings die Kosten von Restaurierungen ein, die über 2012 hinaus Bestand haben werden. Für das Kulturland-Programm fließen 1,1 Millionen Euro.

Ausstellung »Friederisiko«, Neues Palais im Potsdamer Park Sanssouci, 28. April bis 28. Oktober 2012, täglich außer Di. von 10 bis 19 Uhr, Fr. und Sa. bis 20 Uhr, der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt 10 Euro, www.spsg.de

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