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Von René Gralla
10.12.2011

Sportlicher Dialog mit einem Säckchen

FOOTBAG oder HACKY SACK: Fußballvariante mit Kür und Netz und ohne Altersgrenze, denn es gibt auch Footbag-Golf

Entspannt ein Säckchen kicken, im Kreis von Freunden, spontan auf einem Platz in der City: Das ist »Hacky Sack« oder »Footbag«, eigentlich erfunden als Sommersport, der mittlerweile aber auch im Winter Saison hat. CHRISTIAN BOCK, 31 Jahre alt, BWL-Student und Vorsitzender der Hamburg Footkings, erklärt den großen Spaß mit dem kleinen Sack.
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nd: »Hacky Sack« oder »Footbag« - welche Bezeichnung ist amtlich?
Hacky Sack leitet sich ab von »Hack the Sack«. Das ist ein Markenname, und den haben sich die Erfinder des Spiels, die beiden US-Amerikaner John Stalberger und Mike Marshall in den 70er Jahren patentieren lassen. Der Sport als solcher heißt »Footbag«, wörtlich übersetzt: »Fußsäckchen».

Und was kann ich damit anstellen?
Zwei Königsdisziplinen gibt es, Freestyle und Footbag-Netz. Freestyle wird meistens mit einem weicheren Footbag gespielt. In der Regel zwei bis drei Minuten lang zu einem Musikstück, ohne dass der Ball runterfällt. Es ist eine Kür aus selbst gewählten Kunststücken. Footbag-Netz hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Volleyball und wird auf einem Badmintonfeld ausgetragen, entweder im Einzel mit zwei Spielern oder im Doppel mit insgesamt vier Mann auf dem Platz. Der Footbag ist hier, anders als beim Freestyle, möglichst rund und hart und wird über ein Netz getreten, das 1,52 Meter hoch ist.

Woraus besteht der Minisack?
Ein Footbag für Freestyle ist zusammengenäht aus mehreren Stücken Leder, die Füllung besteht aus Granulat oder Sand. Der Ball für Footbag-Netz ist quasi ein kleiner Fußball.

Wie war Ihr Einstieg in die Szene?
Ich habe lange Fußball gespielt. Dafür habe ich irgendwann nicht mehr genügend Zeit gehabt, wegen Ausbildung und Studium. Ich musste eine Alternative finden, und so habe ich dann Footbag entdeckt. Der Sport ist attraktiv, sieht gut aus und wirkt dabei überhaupt nicht angestrengt. Allerdings steckt hinter den Tricks, die leicht scheinen, viel Training.

Es ist sozusagen ein sportlicher Dialog mit dem Säckchen.
Ja, durchaus etwas für Individualisten. Und trotzdem ist Footbag kommunikativ, führt zusammen, ist also auch ideal für die Schule. Auf dem Pausenhof können die Jugendlichen einfaches Rundenkicken trainieren. Die Einstiegshürde ist niedrig, Footbag ist sehr günstig, du brauchst bloß geeignete Schuhe und den Ball, der schon ab sechs oder sieben Euro zu haben ist.

Gibt es eine Altersgrenze nach oben?
Das hängt allein von der individuellen körperlichen Verfassung ab. Auch über 50 ist also möglich. Zumal es nicht unbedingt Footbag-Netz oder Freestyle sein muss, schließlich betreiben wir auch die Nebendisziplin Footbag-Golf.

Was macht der Footbagger im Winter?
Wir üben in der Halle, ein- bis zweimal die Woche. Und wen es richtig gepackt hat, dem genügt das nicht, der bleibt zu Hause am Ball, noch ein paar Extrastunden im Keller. Das ist ja das Praktische an Footbag,

Aus den unorganisierten und quasi anarchischen Anfängen hat sich eine feste Organisationsstruktur entwickelt, mit dem Dachverband IFPA, der »International Footbag Players Association«. Rund um den Globus werden Wettkämpfe organisiert.
Ja, noch im Dezember startet in Venezuela die Lateinamerika-Meisterschaft. Warschau ist Gastgeber der WM 2012, und die EM 2012 kommt voraussichtlich im Juli 2012 nach Aachen.

Wer sind die besten Footbagger auf der internationalen Ebene?
Im Freestyle die Polen und Tschechen. Und im Footbag-Netz die Finnen und die Deutschen.

Falls es also während der Fußball-EM 2012 für Jogi Löw und sein Team nicht klappt ...
... haben wir immer noch Footbag.

Gespräch: René Gralla

Weitere Infos zu den Hamburg Footkings: hamburg-footbag.de; Kontakt zu den Footbaggern in Leipzig: footbagbund.de/vereine/footbag-juggling-leipzig-e-v/; Turniertermine national und international: www.footbag.org

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