15.12.2011
Meine Sicht

Entwaffnen

Martin Kröger machen 50 000 Schießprügel Angst

Bis an die Zähne bewaffnet ist eine zu drastische Beschreibung. Aber allein in Berlin besitzen 10 000 Waffenscheinträger über 50 000 Lang- und Kurzwaffen, wie es im sperrigen Amtsdeutsch heißt. Sprich: Flinten, Büchsen, Sportgewehre, Revolver und Pistolen. Das Arsenal: völlig legal. Wie viele Waffen darüber hinaus illegal im Umlauf sind, weiß keiner.

Nun gelten seit den Amokläufen von Erfurt und Winnenden schärfere Gesetze. Die Lagerung der Waffen von Jägern und Sportschützen etwa ist strenger reglementiert, um die Gefahr von Diebstählen zu minimieren. Von allen Waffenschränken besitzt das Landeskriminalamt Bilder und Nachweise. Außerdem wird jetzt noch ein nationales Waffenregister eingeführt.

Überdies sind seit 2009 auch unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern möglich. Wie eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux jetzt ergab, klingelten die Beamten der Waffenbehörde seitdem bei rund 200 Waffenbesitzern in Berlin. Den unangekündigten Kontrollen ging kein Verdacht voraus. Umso alarmierender das Ergebnis. Denn insgesamt 31 Verstöße wurden festgestellt, bei denen Waffen und Munition falsch gelagert wurden.

Nun bietet eine Ausweitung der Kontrollen sicher keinen generellen Schutz. Zu begrüßen wäre sie dennoch. Auch eine neue Senatskampagne, Waffen freiwillig abzugeben, könnte nicht schaden. Beim letzten Mal kamen dabei zwar nur rund 2000 Waffen zusammen. Ein mäßiger Erfolg, aber das vorhandene Arsenal wurde zumindest ein bisschen minimiert.