Banane, Mango oder Aprikose - diese Gerüche zu unterscheiden, ist für die menschliche Nase kein Problem. Wie das Riechorgan so ähnliche Düfte auseinanderhält, fand ein interdisziplinäres Forscherteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) heraus. Erstmals klärten die Wissenschaftler die dynamische dreidimensionale Struktur der Bindetasche eines Riechrezeptors auf. Dabei fanden sie auch ein charakteristisches Muster von Wasserstoffbrückenbindungen zwischen Duftstoff und Rezeptor, das für die Selektivität der Riechsensoren entscheidend ist. Mit Computersimulationen konnte das RUB-Team vorhersagen, ob Duftmoleküle einen bestimmten Rezeptor aktivieren oder nicht. »Der Rezeptor ist wie ein Türschloss, das nur durch den passenden Schlüssel geöffnet werden kann«, sagt Lian Gelis, Erstautorin der Arbeit über die Struktur des Aprikosenduft-Rezeptors im Fachblatt »Angewandte Chemie, International Edition« (DOI: 10.1002/ ange.201103980).
Die Wissenschaftler bestimmten, wie viele molekulare Kontakte die Interaktionspartner bilden müssen, damit ein Duft einen Riechrezeptor aktiviert.
Abb.: Lian Gelis und Steffen Wolf
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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