Tierrechtler sind überzeugt: Für Nerzfarmen hat die letzte Stunde geschlagen! In der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ist seit dem 12. Dezember eine Käfigvergrößerung zwingend vorgeschrieben, nachdem nunmehr eine fünfjährige Übergangsfrist für eine entsprechende Umrüstung verstrichen ist. Etlichen Farmbetreibern sind nun Schließungsandrohungen von Kreisordnungsbehörden auf den Tisch geflattert. Einige wollen sich juristisch wehren.
Tierschutzorganisationen hatten zuletzt vor den Farmen protestiert. Die nunmehr erforderlichen Umbaumaßnahmen lässt die Besitzer und Betreiber aber an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Denn pro Käfig-Nerz sind ab sofort drei Quadratmeter Nutzfläche statt der bisherigen 0,27 Quadratmeter gültige Rechtslage. 2016 ist dann die nächste Veränderung fällig, indem den in Gefangenschaft gehaltenen Tieren Klettermöglichkeiten und ein Zugang zu einem Wasserbecken ermöglicht werden müssen.
Die Schließung von Nerzfarmen wäre ein einschneidender Schlag gegen die Pelzindustrie. Die letzten existierenden Betriebe in Niedersachsen schließen jedenfalls zum Jahresende. In Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern werden nun Verwaltungsgerichte über die Zukunft der Farmen befinden.
Nach Ansicht der Organisation »Die Tierfreunde« sei die Gesetzeslage allerdings so eindeutig, dass die Klagen keine Aussicht auf Erfolg hätten. Der Interessenverband der Pelztierzüchter sieht das naturgemäß anders. Er spricht davon, dass der neuen Verordnung die fälschliche Annahme zugrunde liege, dass Farm-Nerze Wildtiere seien. Vielmehr handele es sich aber um domestizierte Tiere.
Die Tierschützer von »peta« sprechen dagegen von Tierquälerei für ein Luxusprodukt. Man sehe daher auch die neue Verordnung kritisch, weil sie kein generelles Verbot der Pelztierhaltung darstellt. Diese Auffassung vertritt auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.
Die Initiative »Vier Pfoten« setzt ihre Kampagne gegen die Pelztierhaltung ebenfalls fort. Sie hat alle Betriebe, die bis jetzt noch keine Umbauten vorgenommen haben, nun ebenfalls angezeigt. Jährlich wurden zuletzt in Deutschland immer noch 300 000 Nerze für die Verwertung ihres Fells getötet, während Österreich und Großbritannien schon seit einigen Jahren die Pelztierhaltung gänzlich verboten haben.
Mensch muß schon eine große Portion moralische Dekadenz mitbringen, um es schön zu finden, sich in einen Pelz zu hüllen.
Ein warmer Pelz ist von großem Nutzen, abartig ist wohl mehr, ihn nur dann bekommen zu können, wenn "er" vorher in einem Schuhkarton aus Drath groß werden musste.
Dann sollte man Alternativen ergreifen...
In diesen Breiten hat es Zeiten gegeben, in denen die Leute erfroren wä rden, hätten sie sich nicht mit Fellen bekleiden können. Als dieZeitenanderewurden, war es ein Zeichendes Reichtumsund des Herrschens (Hermin), sich in Pelze zu hüllen. Es interessierte Niemanden, wie elendiglich ein Nerz oder Mink in eisernenSchlagfallen sterben mußte. Seitlangem haben wirunsdaran gewöhnt, mit Pelztierfarmen zu leben. Sie sind unserer alltäglichen Erfahrung genau so entzogen, wie die Schweine-Massenhaltung einschlielich einschlielich ihrer Tötung/Schlachtung. Wer mit ansehen müßte, wie eben betäubte Scheine Halsüber Kopf in kochendendes Wasser springen, einen letzten heißen Schluck in die Lungeziehen (auf EU-zertifizuerten Schlachthöfen), würde angesichtse eines Thüringer Gehacktes-Klumpens eifach abkotzen. Aber er weiß nichts vom Sterben des Schweins wie er auch nichts weiß von der Massentötung von Nerzen oder Silberfüchsen in deutschen Pelztierfarmen.
Und was sie uns da neuerdings weißmachen wollen von artgerechte Haltung von Nerzen, Hühnern, Puten oderSchweinen ist reine Augenauzswischerei.
Aber es ist ebenso: Dank der geltenden Parole "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" leben wir munter mit unseren Schweinereien dahin. Abartig ist das nicht.
Kennste Alternativen?
Lieber Rotspoon!
... zumindest sollte er es. Heute kann, ja, sollte jeder wissen, wie Pelztiere und sogenannte Nutztiere praxisüblich in tierquälerischen Stallsystemen gehalten werden. Wer sich nur ein bißchen Mitgefühl bewahrt hat, kann sich nur mit Abscheu solcher Tierleidprodukte enthalten ... und er / sie wird es mit Leichtigkeit tun und auf Ersatzprodukte zurückgreifen. Wir können uns heute anders wetterfest kleiden. Auch können wir tierische Produkte von Nutztieren kaufen, die wenigstens ein einigermaßen gutes Leben vor der Tötung hatten. Außerdem brauchen wir viel weniger Fleisch u. a. tierische Produkte, als gemeinhin konsumiert wird. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch unter dem Strich billiger, wenn wir höherpreisige Ware aus artgerechter Haltung (z.B. von Neuland) oder aus Bio-Haltungen nehmen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und allen LeserInnen einen guten Start ins neue Jahr.
Habe nichts anderes behauptet. Nur das Töten von Tieren, die Du so gerne ißt, seihst Du - verständlicherweise - in einem sehr milden Licht. Es gibt hier keinen Mittelweg.
Übrigens: Iß keine Tiere, die Dich ansehen.Sie liegen mirauf der Seele, die Tiere, die ich im Namen der Wissenchaft getötet habe.
Ein Drahtkäfig mit einer durchschnittlichen Bodenfläche von 30 mal 90 Zentimetern ist das Gefängnis der Nerze, ein stinkender Brei aus Fisch‑ und Schlachthofabfällen ihr Futter. In Freiheit ist ihr Revier bis zu 20 Quadratkilometer groß. Hier leben sie ohne Wasser, obwohl das das Lebenselement frei lebender Nerze ist. Selbstverstümmelung gehört bei dieser Lebensweise dazu. Sieben Monate in dieser Enge auf den qualvollen Erstickungstod zu warten, ist ihr einziger Lebenszweck. Dann werden sie getötet. »Ernte« nennt man diesen Gewaltakt in der Pelzbranche…
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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