Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, will Arbeitslosigkeit da vorbeugen, wo sie entsteht: in den Schulen und Unternehmen. Zum einen sollen Jugendliche zu Abschluss und Ausbildung gebracht und dafür die Zusammenarbeit mit den Schulen intensiviert werden. Das ist gut. Zudem will Weise die Qualifizierung der über 59-jährigen Beschäftigten fördern. Denn sie seien am ehesten betroffen von Rationalisierungsmaßnahmen, sagt Weise. Und wenn ältere Beschäftigte erwerbslos werden, besteht oft keine Chance, dass sie vor dem Erreichen des Rentenalters noch einmal eingestellt werden. Die BA will also 280 Millionen Euro springen lassen, um Firmen bei der Qualifizierung finanziell zu unterstützen.
Wenn die Älteren immer länger arbeiten, wird es schwieriger für die Jüngeren, einen Job zu finden. Hatte nicht jüngst die IG Metall die unbefristete Übernahme nach Ausbildungsende in der Stahlbranche erstritten? Und fordert nun flexible Lösungen für den Übergang in den Ruhestand. Überdies forderten die DGB-Gewerkschaften eine Abkehr von der unpopulären Heraufsetzung des Renteneintrittsalters. Manche tun dies noch immer. Die BA flankiert mit ihrem Vorschlag die Rente mit 67, die seit gestern Fakt ist. Nicht nur, dass die Rente mit 67 in der Republik mehrheitlich abgelehnt wird. Sie kommt einer Rentenkürzung gleich und ist volkswirtschaftlich nicht von Nutzen. Das Geld wäre also besser ausgegeben, würden beispielsweise Langzeiterwerbslose qualifiziert statt schikaniert und Maßnahmen an dieser Stelle nicht permanent mit dem Rotstift in der Hand neu berechnet.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
IG Metall für flexibles Rentenalter Gewerkschaft will zudem den Kampf gegen Leiharbeit intensivieren
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