(epd). Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat vor einer Zunahme sozialer Spannungen in Berlin gewarnt. Durch den anhaltenden Zuzug in die Bundeshauptstadt verteuerten sich die Mieten und sozial Schwächere würden an die Peripherie gedrängt. Die Jugendunruhen der vergangenen Jahre in Paris oder London zeigten, wie viel sozialer Sprengstoff in einer solchen Entwicklung liege, sagte Woelki. In mehreren Städten Großbritanniens war es Anfang August 2011 zu massiven Jugendkrawallen mit Toten und Verletzten gekommen.
Eine solche Entwicklung sei allerdings nicht unausweichlich. Sie könne durch gemeinsame Anstrengungen aller verhindert werden, so der katholische Erzbischof für Berlin, weite Teile Brandenburgs und Vorpommern. Die Kirchen leisteten mit ihrer Sozialethik und vielen konkreten Projekten in Pfarrgemeinden und Einrichtungen der Caritas einen Beitrag. »Die soziale Frage in Berlin spielt in unserer Arbeit eine ganz wichtige Rolle«, unterstrich Woelki.
»Menschen wollen sich verwirklichen - über ihre Arbeit, intellektuell und in sozialen Beziehungen«, sagte der Erzbischof. Überall dort, wo dies nicht geschehen könne, komme es zu Konflikten. Hier trage die Gesellschaft als Ganzes Verantwortung. »Sie muss für einen gerechten sozialen Ausgleich zwischen den Schichten sorgen«, sagte Woelki. Der Schlüssel dafür liege in Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe.
Berlin befindet sich im Wandel. Die damit einhergehenden Veränderungen sehen die einen als unvermeidliche und positive Stadtentwicklung. Andere verstehen diesen Prozess als Bedrohung. Investoren, die vom Berliner Charme profitieren möchten, werten ganze Viertel auf: Die Mieten steigen, Clubs werden rausgeklagt und am Ende steht eine ausgetauschte Mieterschaft.
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