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Valerio de León und Elfido Mendez entnehmen Proben.
Foto: Willi Volks
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Ich treffe mich mit Valerio de León und Elfido Mendez. Beide kommen aus dem kleinen Ort San Miguel Ixtahuacán unweit der Goldmine »Marlin« und sind Umweltpromotoren, ausgebildet von unserer Projektpartnerorganisation COPAE (Kommission für Frieden und Ökologie). Valerio erklärt mir, worin eine ihrer wichtigsten Aufgaben besteht: »Wir kontrollieren die Wasserqualität im Umfeld der Goldmine und sind konkret verantwortlich für drei Messpunkte, die sich an den Flüssen Tzalá und Quivichil unterhalb des Goldbergwerks befinden.«
Wir machen uns auf den Weg zu einem dieser Messpunkte und Valerio, ein Mann von reichlich 50 Jahren, erzählt mir nicht ohne Stolz: »Ich wurde vor fast fünf Jahren als einer der ersten von COPAE als Promotor ausgebildet und bin der einzige, der an allen vier Berichten der Organisation zur Wasserqualität im Umfeld der Mine beteiligt war.« Das kann Elfidio nicht von sich behaupten, er ist ungefähr 20 Jahre alt und wurde erst im letzten Jahr von Valerio gewonnen, gemeinsam mit ihm die Daten zu erheben.
Inzwischen sind wir bei dem Messpunkt angekommen. Valerio und Elfidio holen Messgeräte und Plastikflaschen aus ihren Rucksäcken, entnehmen damit an verschiedenen Stellen Wasserproben und -daten und tragen diese mit großer Sorgfalt in Auswertungsbögen ein und beschriften die Flaschen. Regelmäßig, so erfahre ich von den beiden, entnehmen die COPAE-PromotorInnen Wasserproben an insgesamt sechs Messstellen, die sich sowohl oberhalb als auch unterhalb der Mine befinden. Durch den Vergleich kann ermittelt werden, ob und in welchem Ausmaß die Wasserqualität durch die Arbeit des Bergwerkes beeinflusst wird. »Wir haben über die Jahre hinweg ganz eindeutige Belege dafür, dass durch die Mine in erheblichem Ausmaß das Wasser kontaminiert wird«, erklärt Valerio und fährt fort »So wurden zum Teil weit überhöhte Werte von Kupfer, Aluminium, Arsen und Magnesium festgestellt, die unter anderem schwere Nieren- und Leberkrankungen sowie Schädigungen des Gehirns und des Nervensystems hervorrufen können.«
Anfang 2011 hat Goldcorp, die kanadische Betreiberfirma der Mine, damit begonnen, das Wasser des riesigen Auffangbeckens, das beim Auswaschen des Goldes entstanden ist, sukzessive abzulassen. Seitdem sind die Metallkonzentrationen im Wasser und damit die gesundheitlichen Gefährdungen der Menschen im Umfeld der Mine weiter angestiegen. Außerdem wurden erstmals auch in Trinkwasserbrunnen erhöhte Werte dieser Metalle gemessen und bei unabhängigen Untersuchungen durch die Universität Michigan wurden Spuren toxischer Metalle in Blut- und Urinproben von Menschen aus dem Umfeld des Goldbergbaus gefunden.
Und wie reagieren Goldcorp und die Politik auf diese traurigen Erkenntnisse? Goldcorp veröffentlichte einzelne Wassertests, die in Ordnung waren und finanzierte ein Gutachten des guatemaltekischen Umweltministeriums, das »seltsamerweise« zu denselben Ergebnissen kommt.
Doch Valerio de León weiß es besser: »Nur unsere Werte sind wissenschaftlich haltbar. Das wurde uns kürzlich erst von der Norwegischen Universität für Lebenswissenschaften bestätigt. Unsere Daten haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Interamerikanische Menschenrechtskommission bereits im Mai 2010 entschieden hat, dass die Goldmine Marlin ihre Produktion einzustellen hat. Und wir müssen dafür kämpfen, dass die guatemaltekische Regierung diesen Gerichtsbeschluss endlich umsetzt.«
Dann verabschiedet er sich von mir und setzt gemeinsam mit Elfido Mendez seinen Weg zum nächsten Messpunkt fort.
Zum zehnten Mal ruft das »nd« gemeinsam mit SODI, INKOTA und Weltfriedensdienst zur Weihnachtsspendenaktion auf.
Bitte spenden Sie auf das gemeinsame Konto:
Kto: 10 20 101 / BLZ: 100 205 00 - Bank für Sozialwirtschaft / Kennwort: Soliaktion
Spendenstand 19.01. 2012: 32.386,94 Euro Mehr
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Rechtlose Indígenas in Guatemala Die Goldkonzerne nehmen keine Rücksicht auf die Bevölkerung
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